2/ Das ist ein krasser Film. Sibylle Schönemann hat mit allen gesprochen oder versucht zu sprechen: Ihren Chefs bei der DEFA, der Frau bei der Kaderabteilung, Schöffen, Richtern, #Stasi-Leuten, Vernehmern, der Frau im Hauptmannsrang aus dem Strafvollzug, die „was mit Menschen“ machen wollte.
Ihre Straftat: Sie wollte Filme machen, die der Staat nicht wollte, und hatte danach einen Ausreiseantrag gestellt.
Ihr Mann und sie wurde verhaftet. Die Kinder waren noch draußen.
Der Film endet mit einem Gespräch mit dem Anwalt Dr. Vogel, der für 250.000 Familienzusammenführungen und 35.000 Ausreisen von Politischen zuständig war. Vogel meinte zur Verabschiedung sinngemäß: Alles Gute, ich hoffe, dass sie alles gut überstehen (oder überleben). Schönemann: Ich habe es doch schon überstanden. Vogel: Mit der Entlassung aus der Haft ist es noch nicht vorbei.
Er erwähnte noch andere Fälle, die er betreut hat.
https://www.youtube.com/watch?v=TokBoJHDkDQ&t=26s
Sibylle Schönman hat im Prinzip das gemacht, was #AnneRabe fordert: Sie hat mit ihren Peinigern gesprochen. Ich finde nicht, dass die Betroffenen das machen müssen, aber sie hat es getan und einen Film daraus gemacht, den jetzt jeder sehen kann und sollte.
Als dieser Film entstand, war Anne Rabe vier Jahre alt. Ihre Eltern waren sicher traurig, dass ihre DDR Geschichte war und sie ihre Arbeit in systemstützenden Berufen verloren hatten.
Der Film über die #DEFA ist übrigens von DEFA-Mitarbeitern gemacht worden. Die Frau von der Kaderleitung und der oberste Chef der DEFA, der auch im ZK der SED war, kommen im Film vor.
#DDR #SED #Aufarbeitung