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Dirk Bachhausendirk@www.bachhausen.de
2025-08-05

Ich habe das Weidel-Ludwig-Treffen aufgedeckt – das ist wirklich passiert

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Ich habe das Weidel-Ludwig-Treffen aufgedeckt – das ist wirklich passiert

von Annika Brockschmidt | Aug. 5, 2025 | Aktuelles

Annika Brockschmidt war vor Ort, als die CDU-Politikerin in Ungarn der Rechtsextremistin Alice Weidel die Hand schüttelte. Ludwig setzt sich entgegen der Versprechen der Konservativen für eine Zusammenarbeit mit den Rechtsextremisten ein. Alle Details, was vorgefallen ist – und wie vielsagend die Reaktionen darauf waren.

CDU-Abgeordnete nennt bei Viktor Orbáns Kaderschmiede in Ungarn die Brandmauer zur AfD „ein großes Problem“.

Im Publikum saß Alice Weidel – auf der Bühne zeigt sich Saskia Ludwig offen für schrittweise Zusammenarbeit mit der AfD auf regionaler Ebene.

Die CDU-Abgeordnete Saskia Ludwig trat am 1. August auf dem „MCC Feszt“ des Mathias Corvinus Collegium (MCC) in Ungarn auf. Das MCC ist ein rechter ThinkTank, der als Viktor Orbáns Kaderschmiede gilt – und sich als Ziel gesetzt hat, ein internationales Netzwerk rechter Politiker*innen, Influencer*innen und Medienfiguren aufzubauen. 

Orbán & seine deutschen Vorposten – Allianzen der Budapester Kaderschmiede MCC

Ludwig war laut eigener Aussage schon das zweite Mal beim MCC zu Gast – einer mehrtägigen Veranstaltung, bei der auf verschiedenen Bühnen in der 40 Kilometer von Budapest entfernt gelegenen Kleinstadt Esztergom unter freiem Himmel Panels und Vorträge stattfinden, während abends Musiker*innen auftreten. 

Ludwigs Teilnahme ist zunächst einmal wegen des Who is Who der europäischen und internationalen harten Rechten, die sich in Esztergom versammelte, bemerkenswert: von Douglas Murray über Dominic Cummings bis zu Peter Thiel und Viktor Orbán persönlich (der sich noch mit AfD-Chefin Alice Weidel fotografieren ließ).

Saskia Ludwig nahm an einer Podiumsdiskussion teil

Saskia Ludwig nahm an einer Podiumsdiskussion teil, die von Henning Saßenrath (Uni Würzburg und Visiting Fellow des MCC) moderiert wurde – zusammen mit Bence Bauer und Maximilian Tichy. Bauer arbeitete zehn Jahre lang für die Konrad Adenauer Stiftung (KAS) in Ungarn, jetzt ist er Chef des Deutsch-Ungarischen Instituts des MCC. Maximilian Tichy ist Sohn von Roland Tichy, dem Chef des rechten Online-Mediums „Tichys Einblick“, und leitet dort das Videosegment.

In der ersten Reihe saß niemand anderes als Alice Weidel, AfD-Chefin, die unter dem Blazer ein MCC-T-Shirt trug – und Saskia Ludwig vor dem Panel die Hand gab und ein paar freundliche Worte mit ihr wechselte, und die Moderator Saßenrath auch von der Bühne begrüßte (für Weidel gab es vom Publikum deutlich mehr Applaus als für die Panelisten). Neben Weidel saß Frank Lothar Kroll, ein Historiker von der TU Chemnitz – und ehemaliger Visiting Fellow des MCC. 

Tatsächlich ging es in der Podiumsdiskussion unter dem Titel ”Deutschland 2025 – Neue Regierung in unsicherem globalen Fahrwasser” nicht um Weidel selbst, sondern – unter anderem – um ihre Partei. Denn Ex-KAS Mitarbeiter Bence Bauer forderte, die “Brandmauer” zur AfD müsse „eingerissen werden” – “besser früher als später.” Es sei im Eigeninteresse der CDU, sich der Zusammenarbeit mit der AfD nicht zu verweigern, so Bauer – es sei eine “Tragödie für die deutsche Demokratie”, dass man die größte Partei – damit meinte Bauer die AfD – von der politischen Zusammenarbeit ausschließe.

Saskia Ludwig: “Wir haben ein großes Problem mit der Brandmauer”

Saskia Ludwig zeigte sich offen für den Austausch mit Rechtsaußen: Im Osten habe man ein anderes Verständnis von Demokratie, so Ludwig, man rede mit allen – das sei aber noch kein Grund zu sagen, man würde eine Koalition miteinander eingehen. Doch Ludwig fügte hinzu: “Die Inhalte sind wichtig. Und ich nehme an, in Ostdeutschland ist es kein großes Ding zu sagen ‘Wir haben ein großes Problem mit der ‘Brandmauer’.” Das Problem ist für Ludwig nicht, potenziell mit Rechtsextremen zusammenzuarbeiten – sondern die “Brandmauer”, die genau das verhindern soll.

Ludwig vollführte auf dem Panel einen rhetorischen Eiertanz: Sie kann auf dieser Bühne nicht eine Koalition mit der AfD verkünden – aber sie blinkt so deutlich wie nur möglich in diese Richtung. In Westdeutschland sei es leider schwierig, die Brandmauer zu problematisieren, klagt Ludwig: “Aber im Westen Deutschlands ist das ein großes Thema, ich kann das nicht erklären, es ist wie der Teufel, wissen Sie? Wir brauchen eine lange Zeit, um das in der CDU zu diskutieren.” 

Ludwig für graduelle inhaltliche Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD auf regionaler Ebene

An dieser Stelle hakte der Moderator nach, fragte, ob er Ludwig richtig verstehe, dass sie glaube, die Antwort zur Zusammenarbeit mit der AfD sei nicht “Schwarz und Weiß”, sondern dass sie dafür sei, mit “flexiblen Mehrheiten” auf regionaler Ebene die Zusammenarbeit zwischen AfD und CDU bei einzelnen Themen zu beginnen. Ludwigs Antwort war etwas verworren, aber doch letztlich eindeutig: “Das wäre vielleicht der erste Schritt dahin. Ich nehme an, wir werden das vielleicht in den nächsten fünf Jahren sehen; eine Koalition kann ich mir im Moment nicht vorstellen, und vielleicht nicht in den nächsten zwei Jahren.” Andersherum muss man daraus schließen, dass Ludwig sich eine Koalition nach diesen zwei Jahren dann durchaus vorstellen könnte. 

Ludwig behauptet unzutreffend, die AfD sei weniger radikal als früher

Nachdem Bence Bauer die CDU zur Veränderung und Zusammenarbeit mit der AfD aufgefordert hatte, fragte Moderator Saßenrath, ob sich denn auch die AfD ändern müsse, nicht nur die CDU. Ludwig behauptete, man könne sehen, dass die AfD sich verändert habe, und das auch in der Zukunft tun werde, “um zu sagen ‘wir wollen eine Koalition eingehen, wir sind nicht so radikal wie in der Vergangenheit’, und ich nehme an, wir werden mehr Schritte wie diese sehen. Ich weiß nicht, ob es genug ist für die CDU. Wir werden sehen.”

Verschwörungstheorien über angeblich steuerfinanzierte „linke NGOs”

Ludwig behauptete, dass linke NGOs „ohne Mandat” versuchen würden, “linke Politik durchzusetzen. Und ich hoffe, mehr meiner Kollegen werden das sehen.” Bence Bauer ergänzte, diese Organisationen würden antidemokratisch agieren – in Ungarn wisse man das. Christdemokraten seien nicht bereit, den „Kulturkampf” um die „Dominanz in der öffentlichen Sphäre” zu kämpfen. „Am Ende sitzen die CDU/CSU und die AfD in einem Boot, aber das müssen sie realisieren”, behauptete Bauer.

Die Frage, ob die Koalition an der Frage der Nominierung von Frauke Brosius-Gersdorf zerbrechen werde, verneinte Ludwig – denn wenn es jetzt Neuwahlen gäbe, “würde das für die SPD und die CDU nicht gut gehen”, so Ludwig. Sie war jedoch bemüht, ihre eigene Rolle in der Kampagne gegen Brosius-Gersdorf herunterzuspielen, auch wenn der Moderator ihr attestierte, “eine erfolgreiche Revolution […] in der eigenen Partei” gegen Brosius-Gersdorf geführt zu haben. Ludwig, die die “Süddeutsche Zeitung” als das “Gesicht der Kampagne” gegen Brosius-Gersdorf bezeichnet hatte, verkündete, das sei nicht zutreffend – sie habe “nur einen Tweet” dazu abgesetzt – was sich allein bei einem Blick auf ihren „X“-Account als unwahr erweist.

So hatte sie nicht nur auf “XStimmung gegen die Richterkandidatin gemacht, sondern mehrere Medienauftritte zu dem Thema absolviert – unter anderem bei Mit-Panelist Maximilian Tichy unter dem Titel „Der verhinderte Staatsstreich”. Dass die Universität Potsdam nach der Verbreitung haltloser Plagiatsvorwürfe gegen Brosius Gersdorf durch Ludwig jetzt bei der Abgeordneten einen bestätigten Anfangsverdacht eines Plagiats bei deren eigener Doktorarbeit sieht, war auf dem Podium kein Thema. 

Ludwig: SPD „zu stark“ in der Koalition

Bence Bauer beklagte derweil, dass die CDU landesweit weiterhin mit Grünen, SPD und Linken abstimmen würde – anstatt einen rechten Block mit der AfD zu bilden. Ludwig ging darauf nicht im Detail ein, sagte allerdings, dass die „SPD sehr stark in dieser Koalition ist, zu stark, nehme ich an.“ Sie gab Bauer implizit Recht, als sie sagte:

“In den letzten fünf oder sechs Jahren sehen wir, dass wir nach den Wahlen eine Rechts-Mitte-Mehrheit in der Gesellschaft haben, aber nicht im Parlament. Und das ist nicht normal. Und Wähler wollen diese linke Politik nicht und mehr, und mehr Wähler gehen zur AfD und das, Bence, da hast du Recht, muss die CDU verstehen.

Das war, bei aller rhetorischen Absicherung, um die sie vorher bemüht war, eine ziemlich eindeutige Aussage dazu, dass die CDU mit der AfD gemeinsame Sache machen müsse. Noch im Dezember 2021 hatte Fraktionschef Merz gesagt: „Wenn irgendjemand von uns die Hand hebt, um mit der AfD zusammenzuarbeiten […], dann steht am nächsten Tag ein Parteiausschlussverfahren an.“

Auf der Bühne im ungarischen Esztergom schmeichelte Bence Bauer vom MCC Saskia Ludwig trotz seiner harschen Kritik an ihrer Partei – die CDU wäre ein „viel besserer Ort”, wenn es in der Führungsriege mehr Menschen wie sie gäbe, sagte er. Moderator Saßenrath fragte Ludwig, ob die CDU-Führung “dankbar [sei], eine selbstbewusste Konservative wie Sie zu haben, um den Koalitionspartner unter Druck zu setzen?” Ludwig lachte und sagte: „Vielleicht in zehn Jahren, ich weiß nicht – noch nicht.“

CDU-Führung distanziert sich 

Momentan scheint die CDU-Führung zumindest nicht begeistert über Ludwigs Auftritt zu sein: Dem Tagesspiegel sagte eine Sprecherin der Fraktionsführung der Union im Bundestag, dass Ludwigs Teilnahme an dieser Veranstaltung „nicht im Auftrag der Fraktion und ohne Wissen der Fraktionsführung” stattgefunden habe – „der Unvereinbarkeitsbeschluss gilt und schließt jede Zusammenarbeit mit der AfD aus. An diesen ist jedes CDU-Mitglied gebunden.“ 

Vor einem Parteiausschlussverfahren muss sich Ludwig jedoch wohl nicht fürchten, zumindest war davon bisher nichts zu hören. So verstärkt sich von außen der Eindruck: Es könnte trotz aller Beteuerungen von Fraktions- und Parteispitze wohl nur noch eine Frage der Zeit (und der steigenden Umfragewerte der AfD) sein, bis die bröckelnden Reste der Brandmauer vollends verschwinden. Mahnende, laute Stimmen aus der Union bleiben die Ausnahme. So warnte der ehemalige Generalsekretär der CDU Ruprecht Polenz auf Bluesky: “Es sind solche vermeintlich Konservativen, die es in der Geschichte immer gebraucht hat, um Faschisten an die Macht zu bringen. Dass sie anschließend selbst unter die Räder kamen, ist kein wirklicher Trost.“ 

Rechte Medien springen Ludwig bei – Strohmannboxen

Während die eigene Fraktionsführung auf Distanz geht, springen Ludwig rechte Medien bei: In der „Welt“ wird über „Kontaktschuld” geklagt, über die „Brandmauer als Sprech- und Denkverbot“. “Nius” wetterte: “Wenn ein freundliches Gespräch für Empörung im linken Milieu sorgt”, bei „Tichys Einblick“ spottet Mit-Panelist Maximilian Tichy über den „verbotenen Händedruck“ und behauptet: „Gute Manieren sollte man nicht nur im Bundestag haben, sondern auch in Ungarn“ – als ginge es hier um private zwischenmenschliche Netiquette und nicht um einen freundlichen öffentlichen Austausch einer Bundestagsabgeordneten mit der Chefin einer rechtsextremen Partei.

Die Behauptung, dass „Linke” (schließt das dann auch die CDU-Fraktionsführung ein?) gute Manieren verteufeln würden, lässt natürlich das aus, was auf der Bühne besprochen wurde – wie deutlich Ludwig nach rechts geblinkt hat – dass sie eine Koalition mit der AfD nur in den nächsten zwei Jahren nicht sieht, dass sie findet, dass die „Brandmauer“ ein Problem sei, dass es eine schrittweise Zusammenarbeit mit der AfD auf lokaler Ebene geben sollte. 

Das ist alles nicht ganz neu: Ludwig hatte bereits in der Vergangenheit für eine Zusammenarbeit mit der AfD geworben. Eine Brandmauer sei „zutiefst undemokratisch”, sagte sie im Januar 2025, das habe sie auch schon „vor Jahren“ gesagt: „Wenn über 50 Prozent Mitte-Rechts wählen, dann muss es auch eine Mitte-Rechts-Regierung geben für die Bürger“, sagte sie damals. Es scheint also, als sei Saskia Ludwig weiterhin auf Bündnis-Kurs mit der AfD – und ihre Partei lässt sie, trotz Distanzierungen, gewähren. 

Artikelbild: Annika Brockschmidt

Passend dazu:

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#aufgedeckt #ludwig #passiert #treffen #weidel #wirklich

Dirk Bachhausendirk@www.bachhausen.de
2025-07-10

ChatGPT: Wie funktioniert der KI-Chatbot eigentlich wirklich? – Kolumne

Angeblich soll es nicht mehr lange dauern, dann kommt GPT-5. Hört sich unspektakulär an, könnte aber explosiv wirken, denn GPT ist die Software hinter ChatGPT und die fünfte Version könnte den lang ersehnten Qualitätssprung mit sich bringen, der gegenwärtige KI-Schwächen zumindest lindert.

In der Zwischenzeit möchte ich eine Erklärung anbringen, weil im großen KI-Taumel der letzten zweieinhalb Jahre oft eine zentrale Frage zu kurz kam: Wie funktioniert die heutige, generative KI eigentlich wirklich und wo kommt sie her?



Zum Autor


Sascha Lobo, Jahrgang 1975, ist Autor und Strategieberater mit den Schwerpunkten Internet und digitale Technologien. Gemeinsam mit Jule Lobo beschäftigt er sich im Podcast »Feel the News – Was Deutschland bewegt« 

mit aktuellen Debattenthemen.

Künstliche Intelligenz ist ein überraschend altes Konzept. Der britische Mathematiker Alan Turing hatte schon 1950 die Idee denkender Maschinen aufgebracht und sah als Königsdisziplin das maschinelle Verständnis von menschlicher Sprache. Deshalb entwickelte er den Turing-Test: Ein Computer besteht einen Turing-Test, wenn er von durchschnittlich intelligenten Personen in einem Chat für einen Menschen gehalten wird.

Der Begriff allerdings stammt in seiner englischen Form (Artificial Intelligence) von einer Konferenz am 13. Juli 1956 mit dem Namen »Dartmouth Summer Research Project on Artificial Intelligence«. In der Beschreibung des Projekts erklärten die Wissenschaftler: »Die Studie soll von der Vermutung ausgehen, dass prinzipiell jeder Aspekt des Lernens – oder jede andere Eigenschaft der Intelligenz – so genau beschrieben werden kann, dass eine Maschine ihn simulieren kann.«

Die Wahrnehmung von Computern sind Daten

Darauf aufbauend analysierte die Handvoll Fachleute, die sich damit beschäftigten, zunächst das menschliche Denken und Lernen – aus Sicht von Computern, also mit dem Fokus auf Daten. Das war damals viel weniger naheliegend, als es heute scheinen mag. Die etwas vereinfachte, zentrale Erkenntnis: Denken besteht beim Menschen aus Wahrnehmung, Verarbeitung und Interpretation der Wahrnehmungsdaten und Mustererkennung. Daraus kann (manchmal) eine Erkenntnis gewonnen werden – und dann geht es von vorn los.

Übertragen auf Computer: Die Wahrnehmung sind die Daten, mit denen man den Computer füttert. Die Verarbeitung ist die Speicherung, Sortierung und Kategorisierung der Daten. Die Mustererkennung sucht nach Mustern in den Daten, deren Bedeutung bekannt ist. Manchmal folgt darauf eine maschinelle Schlussfolgerung oder eine festgelegte Aktion, zum Beispiel nach dem schlichten Algorithmus »wenn, dann«.


Mehr zum Thema

Künstliche Intelligenz ist eine Art lernende Mustererkennung auf Speed. Dabei geht es vor allem um Wahrscheinlichkeiten: Mit welcher Wahrscheinlichkeit liegt welches Muster vor? Wie kann man die Wahrscheinlichkeit überprüfen oder erhöhen? Und wie kann man mit dieser Erkenntnis das Ergebnis verbessern?

In allen technischen Bereichen sind Computer in den vergangenen Jahrzehnten immer besser geworden: Sie können viel mehr Daten viel schneller auf viel mehr Arten verarbeiten, und sie finden deshalb immer schneller immer komplexere Muster.

Deshalb ist Nvidia übrigens eine so wichtige Firma für künstliche Intelligenz: Sie ist groß geworden mit Grafikchips, für die vergleichsweise viele Daten gleichzeitig verarbeitet werden müssen, damit man eine möglichst flüssige, farbenfrohe, lebensechte Bewegung auf dem Screen sieht. Genau das ist aber auch die Voraussetzung für künstliche Intelligenz.

Unter bestimmten Umständen ist künstliche Intelligenz immer besser

Seit Anfang der Sechzigerjahre setzt sich in der KI-Forschung langsam das Prinzip Machine Learning durch: Maschinen können aus Daten lernen, ohne dass man ihnen jeden einzelnen Schritt vorgibt – mit einem eigenen Lernkonzept. Zum Beispiel, indem man eine berechnete, mögliche Lösung für ein Problem versucht zu überprüfen. Wie gut ist diese mathematische Lösung, etwa ein Verfahren, wie man den schnellsten Weg von A nach B findet? Dann wird eine andere mögliche Lösung berechnet und der Computer prüft, ob sie besser oder schlechter ist. Im Machine Learning wird das so oft vollzogen, bis die Software ein Muster der Verbesserung erkennt. Deshalb wird unter bestimmten Umständen künstliche Intelligenz immer besser.

Für einen großen Durchbruch wie bei ChatGPT reichte das allerdings lange trotzdem nicht, der große Sieg der KI wurde zwar immer mahnend beschworen, der SPIEGEL schrieb 1989 warnend »Die Macht geht auf blöde Apparate über«. Aber kaum eine Technologiehoffnung wurde so oft und so nachhaltig enttäuscht wie der Glaube an eine tatsächlich halbwegs intelligente KI. Im Guten wie im Schlechten.

Anfang der Nullerjahre verändert sich genau das auf interessante Weise. Schon länger gab es eine Schule der KI, die überzeugt war, dass denkende Maschinen etwa so aufgebaut sein müssten wie Gehirne, also als neuronale Netze. Die dazugehörige Variante der Mustererkennung heißt Deep Learning. Dabei werden viele Prozessoren untereinander vernetzt und bilden eine sogenannte Schicht. Darauf wird eine weitere Schicht mit noch mehr vernetzten Prozessoren gelegt, etwa nach dem Muster, wie die Neuronen im Gehirn miteinander verschaltet sind. Darüber wieder eine Schicht und noch eine und noch eine.

Das Sprachmodell, mit dem ChatGPT gestartet ist, GPT-3.5, hat bis zu 96 Schichten. Leider waren die Ergebnisse von neuronalen Netzen trotz des Gehirnkonzepts »normalen« Computern lange unterlegen. Aber mit den immer stärkeren Prozessoren geschah 2012 etwas Überraschendes: Bei einer der wichtigsten Disziplinen, der Bilderkennung, waren neuronale Netze den klassischen Computern plötzlich deutlich überlegen.

Bilderkennung ist eine der klassischen Disziplinen der künstlichen Intelligenz. Sie wird zum Beispiel gebraucht, damit Computer ihre Umwelt besser erkennen können. Und gleichzeitig ist die Bilderkennung der erste Schritt zur Bildherstellung.

Wenn ich eine Katze auf einem Foto erkenne, dann beruht das auf meinem Wissen, welche visuellen Merkmale oder eben Muster auf eine Katze hindeuten und welche nicht: Spitze Ohren, Reißzähne, Fell – ja. Sonnenbrille, Daumen, Hosenanzug – tendenziell nein. Mit diesem Wissen kann man dann auch einfacher ein Katzenbild erschaffen. Deshalb ist die Entdeckung der Fähigkeiten von neuronalen Netzen ein Sprung für die generative künstliche Intelligenz. Dafür hat der KI-Forscher Geoffrey Hinton 2024 den Nobelpreis bekommen.

Das hat bis 2017 immerhin dazu geführt, dass KI Bilddaten so gut erkennen konnte, dass man damit zum Beispiel autonomes Fahren auf den Weg bringen konnte. Mit menschlicher Sprache aber waren neuronale Netze lange zu schnell überfordert. Bis 2017 ein wissenschaftliches Papier den Grundstein für den heutigen Erfolg von künstlicher Intelligenz wie ChatGPT legte: Die »Google Eight«, acht damals bei Google angestellte Wissenschaftler, verfassten ein Papier namens »Attention is all you need« 

. Frühere KI-Modelle analysierten Texte streng sequenziell, Wort für Wort, und stießen damit rasch an die Grenzen des Textverständnisses.


Mehr zum Thema

Im Papier stellten die acht das Prinzip »Transformer« vor (das »T« von ChatGPT kommt daher). Dabei schaut die KI nach den Mustern und Zusammenhängen zwischen den mutmaßlich wichtigsten Worten und kleineren Wortteilen (die nennt man Token) eines Textes. Dann richtet der Computer die Aufmerksamkeit auf diese wichtigen Passagen und deren Zusammenhänge – daher der Titel des Papiers.

Man kann sich das ungefähr vorstellen wie eine Person, die die wichtigsten Begriffe in einem Text unterstreicht. Dann lässt sich auf den ersten Blick viel besser sehen, wovon der Text überhaupt handelt. Und auf diese Weise kann man das wichtigste Verständnismuster für Texte, die Beziehung der Worte untereinander, leichter erkennen.

Mit »Attention is all you need« war der Grundstein von ChatGPT gelegt

Ob direkt nach einem Wort wie »kalt« ein Wort wie »ein«, »die« oder »und« kommt, ist nicht besonders entscheidend. Ob zwei Sätze später aber »Wetter« steht oder »Persönlichkeit« zu lesen ist, prägt die Bedeutung des Textes maßgeblich. Mit »Attention is all you need« und dem Prinzip Transformer war der Grundstein von ChatGPT gelegt. Bis heute steckt der technologische Ansatz der Transformer hinter den bekannten großen Sprachmodellen, also der Software, die zum Beispiel hinter ChatGPT, Claude oder DeepSeek steckt, gewissermaßen der Motor dieser künstlichen Intelligenzen.

Trotzdem war die Entdeckung des Transformers noch immer nicht ausreichend, um eine künstliche Intelligenz zu erschaffen, die zum Beispiel so mühelos den Turing-Test besteht, wie man es heute gewohnt ist. Bis OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, durch langwierige und teure Versuche zu einer Entdeckung kommt und 2020 dazu ein wissenschaftliches Papier veröffentlicht: »Scaling Laws for Neural Language Models«  heißt es.

Die einfache, aber revolutionäre Erkenntnis dahinter: Viel hilft viel. Sehr viel hilft sehr viel. Mehr Rechenleistung – und auch mehr deshalb verarbeitbare Daten – verbessert die Qualität von künstlicher Intelligenz deutlich. Allerdings sind die Effekte erst dann wirklich spürbar, wenn nicht nur ein paar Hunderte, sondern Tausende oder sogar Zehntausende Prozessoren gleichzeitig arbeiten. Erst dann werden die vielen Schichten neuronaler Netze so gut in der Mustererkennung, dass es für menschliche Sprache ausreicht.

Aus diesem Grund ist die Entwicklung von großen Sprachmodellen, dem gegenwärtig besten Ansatz für menschenähnliche künstliche Intelligenz, so unfassbar teuer. Die erste, im November 2022 veröffentlichte Version von ChatGPT, wurde mit 10.000 Prozessoren des Modells A100 trainiert, der Stückpreis lag damals bei mehr als 30.000 US-Dollar.

Wie KI die Basics lernt

Die Art des Trainings für große Sprachmodelle, maßgeblich von OpenAI entwickelt, ist ein weiterer Grund für die Qualität heutiger, generativer künstlicher Intelligenz. ChatGPT hat vor allem zwei Arten des Machine Learnings kombiniert: einerseits das »Self-Supervised Learning«, also das selbstüberwachte Lernen. Dabei werden riesige Datenmengen, zum Beispiel Texte aus dem Internet, nach wiederkehrenden Mustern und Wahrscheinlichkeiten durchforstet. Dann werden die erkannten Muster überprüft, etwa, in dem die Maschine sich selbst fragt, wie ein Satz mit welcher Wahrscheinlichkeit zu beenden ist: »Die Katze sitzt auf der« … die größte Wahrscheinlichkeit hätte dann vielleicht »Fensterbank«, danach vielleicht »Mauer« und dann »Bettdecke«. So lernt die KI die Basics.

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Sascha Lobo

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Danach kommt die zweite, wichtige Art des Lernens, das »Reinforcement Learning«, also das bestärkende Lernen. Dabei wird oft menschliches Feedback eingebaut, also Leute, die die verschiedenen Lösungsvorschläge der Maschine bewerten – und dann die guten Lösungen belohnen und die schlechten bestrafen (reinforcement). Mit der richtigen Kombination dieser beiden Lernansätze schließlich kommt man so weit, dass es für die Veröffentlichung von ChatGPT am 30. November 2022 gereicht hat, also dem Produkt, das den heutigen Hype wie Siegeszug von KI angestoßen hat.

Bis heute hört man oft, dass generative KI einfach nur die Wahrscheinlichkeit berechnet, mit der auf ein Wort ein anderes folgt, wenn der Kontext dazu geliefert wird. Als »Stochastische Wahrheit« wird generative KI auch von Fachleuten oft verspottet, ein bekanntes Zitat der Linguistin und KI-Kritikerin Emily Bender lautet: »Large language models are stochastic parrots.« (Große Sprachmodelle sind stochastische Papageien).

In vielen Abwertungen der KI steckt eine Spur Hybris

Das soll an den Grundfesten des Prinzips künstliche Intelligenz rütteln, weil es unterstellt: Da ist nichts intelligent, der Sinn wird gar nicht ernsthaft maschinell verstanden, das Verständnis nur nachgeahmt. Das ist technisch betrachtet zwar wahrscheinlich weitgehend korrekt, obwohl man argumentieren könnte, dass der Mensch künstliche Intelligenz gar nicht so tiefgreifend versteht, um das wirklich beurteilen zu können.

Aber eine andere Entgegnung erscheint mir zielführender, erst recht kurz vor einem mutmaßlichen Durchbruch mit GPT-5. Denn dass die Maschine auch im Jahr 2025 Verständnis und Intelligenz nur sehr geschickt nachahmt, mag sein. Aber das Denken des Menschen funktioniert verdammt ähnlich. Und so steckt in vielen allzu heftigen Abwertungen der künstlichen Intelligenz zumindest eine Spur der Hybris, dass der Mensch noch stets überlegen sei. Was mir angesichts der gegenwärtigen Entwicklung doch arg mutig erscheint. Übermutig beinahe.

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#chatbot #chatgpt #eigentlich #funktioniert #kolumne #wirklich

Dirk Bachhausendirk@www.bachhausen.de
2025-07-09

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Sascha Lobo, Jahrgang 1975, ist Autor und Strategieberater mit den Schwerpunkten Internet und digitale Technologien. Gemeinsam mit Jule Lobo beschäftigt er sich im Podcast »Feel the News – Was Deutschland bewegt« 

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Der Begriff allerdings stammt in seiner englischen Form (Artificial Intelligence) von einer Konferenz am 13. Juli 1956 mit dem Namen »Dartmouth Summer Research Project on Artificial Intelligence«. In der Beschreibung des Projekts erklärten die Wissenschaftler: »Die Studie soll von der Vermutung ausgehen, dass prinzipiell jeder Aspekt des Lernens – oder jede andere Eigenschaft der Intelligenz – so genau beschrieben werden kann, dass eine Maschine ihn simulieren kann.«

Die Wahrnehmung von Computern sind Daten

Darauf aufbauend analysierte die Handvoll Fachleute, die sich damit beschäftigten, zunächst das menschliche Denken und Lernen – aus Sicht von Computern, also mit dem Fokus auf Daten. Das war damals viel weniger nahe liegend, als es heute scheinen mag. Die etwas, vereinfachte, zentrale Erkenntnis: Denken besteht beim Menschen aus Wahrnehmung, Verarbeitung und Interpretation der Wahrnehmungsdaten und Mustererkennung. Daraus kann (manchmal) eine Erkenntnis gewonnen werden – und dann geht es von vorn los.

Übertragen auf Computer: Die Wahrnehmung sind die Daten, mit denen man den Computer füttert. Die Verarbeitung ist die Speicherung, Sortierung und Kategorisierung der Daten. Die Mustererkennung sucht nach Mustern in den Daten, deren Bedeutung bekannt ist. Manchmal folgt darauf eine maschinelle Schlussfolgerung oder eine festgelegte Aktion, zum Beispiel nach dem schlichten Algorithmus »wenn, dann«.


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Künstliche Intelligenz ist eine Art lernende Mustererkennung auf Speed. Dabei geht es vor allem um Wahrscheinlichkeiten: Mit welcher Wahrscheinlichkeit liegt welches Muster vor? Wie kann man die Wahrscheinlichkeit überprüfen oder erhöhen? Und wie kann man mit dieser Erkenntnis das Ergebnis verbessern?

In allen technischen Bereichen sind Computer in den vergangenen Jahrzehnten immer besser geworden: Sie können viel mehr Daten viel schneller auf viel mehr Arten verarbeiten, und sie finden deshalb immer schneller immer komplexere Muster.

Deshalb ist Nvidia übrigens eine so wichtige Firma für künstliche Intelligenz: Sie ist groß geworden mit Grafikchips, für die vergleichsweise viele Daten gleichzeitig verarbeitet werden müssen, damit man eine möglichst flüssige, farbenfrohe, lebensechte Bewegung auf dem Screen sieht. Genau das ist aber auch die Voraussetzung für künstliche Intelligenz.

Unter bestimmten Umständen ist künstliche Intelligenz immer besser

Seit Anfang der Sechzigerjahre setzt sich in der KI-Forschung langsam das Prinzip Machine Learning durch: Maschinen können aus Daten lernen, ohne dass man ihnen jeden einzelnen Schritt vorgibt – mit einem eigenen Lernkonzept. Zum Beispiel, indem man eine berechnete, mögliche Lösung für ein Problem versucht zu überprüfen. Wie gut ist diese mathematische Lösung, etwa ein Verfahren, wie man den schnellsten Weg von A nach B findet? Dann wird eine andere mögliche Lösung berechnet und der Computer prüft, ob sie besser oder schlechter ist. Im Machine Learning wird das so oft vollzogen, bis die Software ein Muster der Verbesserung erkennt. Deshalb wird unter bestimmten Umständen künstliche Intelligenz immer besser.

Für einen großen Durchbruch wie bei ChatGPT reichte das allerdings lange trotzdem nicht, der große Sieg der KI wurde zwar immer mahnend beschworen, der SPIEGEL schrieb 1989 warnend »Die Macht geht auf blöde Apparate über«. Aber kaum eine Technologiehoffnung wurde so oft und so nachhaltig enttäuscht wie der Glaube an eine tatsächlich halbwegs intelligente KI. Im Guten wie im Schlechten.

Anfang der Nullerjahre verändert sich genau das auf interessante Weise. Schon länger gab es eine Schule der KI, die überzeugt war, dass denkende Maschinen etwa so aufgebaut sein müssten wie Gehirne, also als neuronale Netze. Die dazugehörige Variante der Mustererkennung heißt Deep Learning. Dabei werden viele Prozessoren untereinander vernetzt und bilden eine sogenannte Schicht. Darauf wird eine weitere Schicht mit noch mehr vernetzten Prozessoren gelegt, etwa nach dem Muster, wie die Neuronen im Gehirn miteinander verschaltet sind. Darüber wieder eine Schicht und noch eine und noch eine.

Das Sprachmodell, mit dem ChatGPT gestartet ist, GPT-3.5, hat bis zu 96 Schichten. Leider waren die Ergebnisse von neuronalen Netzen trotz des Gehirnkonzepts »normalen« Computern lange unterlegen. Aber mit den immer stärkeren Prozessoren geschah 2012 etwas Überraschendes: Bei einer der wichtigsten Disziplinen, der Bilderkennung, waren neuronale Netze den klassischen Computern plötzlich deutlich überlegen.

Bilderkennung ist eine der klassischen Disziplinen der künstlichen Intelligenz. Sie wird zum Beispiel gebraucht, damit Computer ihre Umwelt besser erkennen können. Und gleichzeitig ist die Bilderkennung der erste Schritt zur Bildherstellung.

Wenn ich eine Katze auf einem Foto erkenne, dann beruht das auf meinem Wissen, welche visuellen Merkmale oder eben Muster auf eine Katze hindeuten und welche nicht: Spitze Ohren, Reißzähne, Fell – ja. Sonnenbrille, Daumen, Hosenanzug – tendenziell nein. Mit diesem Wissen kann man dann auch einfacher ein Katzenbild erschaffen. Deshalb ist die Entdeckung der Fähigkeiten von neuronalen Netzen ein Sprung für die generative künstliche Intelligenz. Dafür hat der KI-Forscher Geoffrey Hinton 2024 den Nobelpreis bekommen.

Das hat bis 2017 immerhin dazu geführt, dass KI Bilddaten so gut erkennen konnte, dass man damit zum Beispiel autonomes Fahren auf den Weg bringen konnte. Mit menschlicher Sprache aber waren neuronale Netze lange zu schnell überfordert. Bis 2017 ein wissenschaftliches Papier den Grundstein für den heutigen Erfolg von künstlicher Intelligenz wie ChatGPT legte: Die »Google Eight«, acht damals bei Google angestellte Wissenschaftler verfassten ein Papier namens »Attention is all you need« 

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Im Papier stellten die acht das Prinzip »Transformer« vor (das »T« von ChatGPT kommt daher). Dabei schaut die KI nach den Mustern und Zusammenhängen zwischen den mutmaßlich wichtigsten Worten und kleineren Wortteilen (die nennt man Token) eines Textes. Dann richtet der Computer die Aufmerksamkeit auf diese wichtigen Passagen und deren Zusammenhänge – daher der Titel des Papiers.

Man kann sich das ungefähr vorstellen wie eine Person, die die wichtigsten Begriffe in einem Text unterstreicht. Dann lässt sich auf den ersten Blick viel besser sehen, wovon der Text überhaupt handelt. Und auf diese Weise kann man das wichtigste Verständnismuster für Texte, die Beziehung der Worte untereinander, leichter erkennen.

Mit »Attention is all you need« war der Grundstein von ChatGPT gelegt

Ob direkt nach einem Wort wie »kalt« ein Wort wie »ein«, »die« oder »und« kommt, ist nicht besonders entscheidend. Ob zwei Sätze später aber »Wetter« steht oder »Persönlichkeit« zu lesen ist, prägt die Bedeutung des Textes maßgeblich. Mit »Attention is all you need« und dem Prinzip Transformer war der Grundstein von ChatGPT gelegt. Bis heute steckt der technologische Ansatz der Transformer hinter den bekannten großen Sprachmodellen, also der Software, die zum Beispiel hinter ChatGPT, Claude oder DeepSeek steckt, gewissermaßen der Motor dieser künstlichen Intelligenzen.

Trotzdem war die Entdeckung des Transformers noch immer nicht ausreichend, um eine künstliche Intelligenz zu erschaffen, die zum Beispiel so mühelos den Turing-Test besteht, wie man es heute gewohnt ist. Bis OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, durch langwierige und teure Versuche zu einer Entdeckung kommt und 2020 dazu ein wissenschaftliches Papier veröffentlicht: »Scaling Laws for Neural Language Models«  heißt es.

Die einfache, aber revolutionäre Erkenntnis dahinter: Viel hilft viel. Sehr viel hilft sehr viel. Mehr Rechenleistung – und auch mehr deshalb verarbeitbare Daten – verbessert die Qualität von künstlicher Intelligenz deutlich. Allerdings sind die Effekte erst dann wirklich spürbar, wenn nicht nur ein paar Hunderte, sondern Tausende oder sogar Zehntausende Prozessoren gleichzeitig arbeiten. Erst dann werden die vielen Schichten neuronaler Netze so gut in der Mustererkennung, dass es für menschliche Sprache ausreicht.

Aus diesem Grund ist die Entwicklung von großen Sprachmodellen, dem gegenwärtig besten Ansatz für menschenähnliche künstliche Intelligenz, so unfassbar teuer. Die erste, im November 2022 veröffentlichte Version von ChatGPT, wurde mit 10.000 Prozessoren des Modells A100 trainiert, der Stückpreis lag damals bei mehr als 30.000 US-Dollar.

Wie KI die Basics lernt

Die Art des Trainings für große Sprachmodelle, maßgeblich von OpenAI entwickelt, ist ein weiterer Grund für die Qualität heutiger, generativer künstlicher Intelligenz. ChatGPT hat vor allem zwei Arten des Machine Learnings kombiniert: einerseits das »Self-Supervised Learning«, also das selbstüberwachte Lernen. Dabei werden riesige Datenmengen, zum Beispiel Texte aus dem Internet, nach wiederkehrenden Mustern und Wahrscheinlichkeiten durchforstet. Dann werden die erkannten Muster überprüft, etwa, in dem die Maschine sich selbst fragt, wie ein Satz mit welcher Wahrscheinlichkeit zu beenden ist: »Die Katze sitzt auf der« … die größte Wahrscheinlichkeit hätte dann vielleicht »Fensterbank«, danach vielleicht »Mauer« und dann »Bettdecke«. So lernt die KI die Basics.

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Danach kommt die zweite, wichtige Art des Lernens, das »Reinforcement Learning«, also das bestärkende Lernen. Dabei wird oft menschliches Feedback eingebaut, also Leute, die die verschiedenen Lösungsvorschläge der Maschine bewerten – und dann die guten Lösungen belohnen und die schlechten bestrafen (reinforcement). Mit der richtigen Kombination dieser beiden Lernansätze schließlich kommt man so weit, dass es für die Veröffentlichung von ChatGPT am 30. November 2022 gereicht hat, also dem Produkt, das den heutigen Hype wie Siegeszug von KI angestoßen hat.

Bis heute hört man oft, dass generative KI einfach nur die Wahrscheinlichkeit berechnet, mit der auf ein Wort ein anderes folgt, wenn der Kontext dazu geliefert wird. Als »Stochastische Wahrheit« wird generative KI auch von Fachleuten oft verspottet, ein bekanntes Zitat der Linguistin und KI-Kritikerin Emily Bender lautet: »Large language models are stochastic parrots.« (Große Sprachmodelle sind stochastische Papageien).

In vielen Abwertungen der KI steckt eine Spur Hybris

Das soll an den Grundfesten des Prinzips künstliche Intelligenz rütteln, weil es unterstellt: Da ist nichts intelligent, der Sinn wird gar nicht ernsthaft maschinell verstanden, das Verständnis nur nachgeahmt. Das ist technisch betrachtet zwar wahrscheinlich weitgehend korrekt, obwohl man argumentieren könnte, dass der Mensch künstliche Intelligenz gar nicht so tiefgreifend versteht, um das wirklich beurteilen zu können.

Aber eine andere Entgegnung erscheint mir zielführender, erst recht kurz vor einem mutmaßlichen Durchbruch mit GPT-5. Denn dass die Maschine auch im Jahr 2025 Verständnis und Intelligenz nur sehr geschickt nachahmt, mag sein. Aber das Denken des Menschen funktioniert verdammt ähnlich. Und so steckt in vielen allzu heftigen Abwertungen der künstlichen Intelligenz zumindest eine Spur der Hybris, dass der Mensch noch stets überlegen sei. Was mir angesichts der gegenwärtigen Entwicklung doch arg mutig erscheint. Übermutig beinahe.

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#chatgpt #eigentlich #funktioniert #kolumne #wirklich

2025-06-26

Politische Mordangebote sind so aus England ÖFFENTLICH nicht bekannt..
Trotz SPAREN
Sparzwang ?

In Deutschland trauen sich sogar irgendwelche Moderatoren Menschen oder auch Journalismus zu drohen - wenn man nicht die GLEICHE SICHT hat
(wie sie mit einer Nebentätigkeit bei irgendeinem NICHT-ZIVILEN Dienst)

Was heißt das denn ?

War die ALT-BRD jemals ZIVIL ?
Politische Gegner mit Ermordung bedrohen ist doch ?
Niveau Sadam H. und Co ?
Ist das GER ?

Dirk Bachhausendirk@www.bachhausen.de
2025-06-11

(Nau) Wie homophob sind diese Frauen wirklich?

Sind nur Männer schwulenfeindlich eingestellt? Weit gefehlt. Unsere Kolumnistin Verena Brunschweiger schreibt, wie es wirklich ist.

Direktlink

#diese #frauen #homophob #wirklich

Dirk Bachhausendirk@www.bachhausen.de
2025-06-06

Wo ist Wüst, wenn es wirklich wichtig wird für NRW

Auf Antrag der SPD-Fraktion hat der Landtag von Nordrhein-Westfalen heute in einer Aktuellen Stunde auch über die Krise bei Thyssenkrupp diskutiert. Ministerpräsident Wüst fehlte bei der Debatte entschuldigt und gab zeitgleich eine Pressekonferenz in Berlin mit Brad Smith. Hierzu erklären Jochen Ott, Vorsitzender der SPD-Fraktion, und Sarah Philipp, stellvertretende Fraktionsvorsitzende:

Jochen Ott:

„Wo ist Wüst, wenn es wirklich wichtig wird für NRW? Bei Thyssenkrupp stehen 11.000 Arbeitsplätze auf der Kippe. Aber seit Tagen und Wochen hören wir nichts vom Ministerpräsidenten dazu. Wo ist er, wenn ein Konzern die Sozialpartnerschaft in Frage stellt? Wo ist der Ministerpräsident, wenn es gilt, die zur Identität Nordrhein-Westfalens zählende Mitbestimmung zu verteidigen? Man sieht ihn nicht, er ist regelrecht abgetaucht. Scheinbar hat Hendrik Wüst Thyssenkrupp schon abgeschrieben und zu den Akten gelegt. Das ist ein Schlag ins Gesicht der tausend betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie deren Familien, die um ihre Jobs und ihre Zukunft bangen. Eins ist klar: Johannes Rau oder Hannelore Kraft wäre das nicht passiert! Sie hätten sich nicht aus der Verantwortung gestohlen und tatenlos dabei zugeschaut, wie ein Aushängeschild unseres Landes nach und nach seine Strahlkraft verliert.“

Sarah Philipp:

„Während in Duisburg tausende Menschen um ihre Jobs fürchten, während ein Traditionskonzern zerlegt wird, während ganze Stadtteile in Unsicherheit stürzen – schweigt der Ministerpräsident. Er hat geschwiegen zum Einstieg des Investors Kretinsky. Er hat geschwiegen zum geplanten Jobabbau. Und er schweigt auch jetzt, wenn es um die Zukunft von Thyssenkrupp und unseres Stahlstandorts geht. Immer wenn es konkret wird, duckt er sich weg. Das hat mit Regieren nichts zu tun. Das ist eine politische Kapitulation. In einer Lage wie dieser braucht NRW keinen Schönwetter-Ministerpräsidenten. Wir brauchen endlich einen Macher – der sich um einen Sitz im Aufsichtsrat für das Land kümmert, der sich mit dem Bund für eine staatliche Beteiligung stark macht und der ,Stopp‘ sagt zu den Plänen für den Stellenabbau. Wir brauchen einen Ministerpräsidenten, der sich vor die Beschäftigten stellt – und sich nicht hinter der Staatskanzlei versteckt. “

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#wichtig #wirklich

φօӀìէìҟచąէçհ🇩🇪🇪🇺PolitikWatch
2025-05-17

1933 to 2025 nach 92 Jahren wieder da 🤬 Sie waren ❗️🤬🧠💩

Dirk Bachhausendirk@www.bachhausen.de
2025-04-14

Strategie: Was hilft wirklich gegen AfD-Rekordergebnisse?

Belltower.News


Gerold Otten sollte für die AfD Bundestagsvizepräsident werden. Bei der Wahl fiel er jedoch durch.

(Quelle: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld)

Die Bundestagswahl 2025 hat eine politische Realität bestätigt, die sich seit Jahren abzeichnet: Die AfD ist keine Randpartei mehr – sie ist im Osten Deutschlands zur dominierenden Kraft geworden. In Thüringen erzielte sie 38,6 Prozent, in Sachsen 37,3, in Mecklenburg-Vorpommern lag sie bei 35. Insgesamt gewann die Partei 45 von 48 ostdeutschen Wahlkreisen. Für diese hohen Wahlergebnisse im Osten gibt es historische und politische Gründe, aber auch der Westen ist vor solchen Ergebnissen nicht sicher …

Dennoch werfen diese Zahlen die Frage auf, wie weit die AfD noch steigen kann. Liegt die Grenze um die 20 Prozent, wie lange angenommen? Oder ist, wie in anderen europäischen Ländern, auch in Deutschland ein stabiles rechtsautoritäres bis rechtsextremes Lager von 25 – 30 Prozent möglich?

Merz und die ausgebliebene „Politikwende“

Im Bundestagswahlkampf hatte Friedrich Merz eine politische Wende versprochen: Eine CDU, die konservative Wähler*innen zurückholen und sich deutlich von der AfD abgrenzen würde – ohne Themen und Sprache zu übernehmen.

Doch diese Linie ist spätestens kurz vor der Wahl diffus geworden. Statt einer echten strategischen Erneuerung erleben wir eine Taktik der Beliebigkeit: Mal Abgrenzung, mal Andeutungen zur strategischen Zusammenarbeit, häufig eine Migrationspolitik, die teilweise nicht von der AfD zu unterscheiden ist.

Wer der AfD ähnelt, stärkt sie

Wo sich demokratische Parteien im Ton und inhaltlich Rechtsextremen annähern, stärken sie nicht ihre eigene Position, sondern das Original. Die FPÖ in Österreich zeigt, wie dieses Spiel endet: als stärkste Partei, sogar mit der Regierungsbildung beauftragt – und die nur Dank kleinteiliger Streitigkeiten nicht den „Volkskanzler“ stellt. Die AfD hat längst verstanden, dass sie weniger durch Sacharbeit als durch eine Dauerprovokation in den Köpfen wirkt. Wenn die Union keine klare strategische Linie findet, könnte sie noch erheblich mehr Zustimmung in den Umfragen verlieren.

Ein Blick nach Europa – und nach Osten

In vielen europäischen Ländern haben sich rechtspopulistische oder rechtsextreme Parteien längst dauerhaft etabliert. Die FPÖ in Österreich liegt bei über 30 Prozent und ist auf dem Weg zurück in die Regierung. In Frankreich wurde der Rassemblement National bei der Europawahl stärkste Kraft. In Italien regiert Giorgia Meloni, in den Niederlanden liegt Geert Wilders’ PVV vorn. Auch in Schweden und Belgien sitzen Rechtspopulisten und Rechtsextreme in Regierungen oder üben starken Einfluss aus.

Auffällig ist: Die Erfolge der AfD in Ostdeutschland ähneln den Entwicklungen in anderen postsozialistischen Ländern wie Ungarn oder Polen. Auch dort haben sich autoritär-nationalistische Parteien wie Fidesz oder die – 2023 knapp abgewählte – PiS als dominante politische Kräfte etabliert.

Die gemeinsamen Themen reichen von strukturellen Problemen bis zu migrationsfeindlichen und nationalistischen Deutungskämpfen: wirtschaftliche Unsicherheit, ein Gefühl von Abgehängtsein, Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen, Enttäuschung über die Demokratieentwicklung nach der Wende – all das sind Nährböden für rechtspopulistische und rechtsextreme Erzählungen.

Während in Ostdeutschland die Transformation nach 1989 mit existenziellen Umbrüchen, Deindustrialisierung und Identitätsverlusten einherging, führte sie in Ländern wie Ungarn und Polen zu ähnlichen gesellschaftlichen Erfahrungen. Parteien wie Fidesz und PiS haben diese erfolgreich kanalisiert – mit nationalistischen, EU-kritischen und autoritären Botschaften wie die Einführung der Todesstrafe in Polen und die Erfindung der „illiberalen Demokratie“ in Ungarn. Die AfD setzt auf ein ähnliches Narrativ: Anti-Eliten-Rhetorik, völkische Identitätspolitik, autoritäre Ordnungsvorstellungen. Und sie trifft damit auf Resonanz – gerade dort, wo sich viele Menschen nicht repräsentiert fühlen.

Warum Deutschland (noch) anders ist

Doch warum ist die AfD bundesweit noch nicht auf dem Niveau der FPÖ in Österreich? Es gibt Unterschiede: Zum einen spielt die Erinnerung an den Nationalsozialismus in Deutschland noch eine größere Rolle – das politische Bewusstsein ist daher sensibler, der öffentliche Umgang mit Rechtsextremismus bewusster.

Zum anderen wird die AfD vom Verfassungsschutz als „rechtsextremer Verdachtsfall“ eingestuft – ein Faktor, der, trotz aller Skepsis gegenüber der Behörde, ihre Anschlussfähigkeit bremst. Während die FPÖ mit der ÖVP mehrfach regierte, lehnen CDU, SPD, FDP, Linke und Grüne in Deutschland bisher eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ab. Hinzu kommt: Die Zivilgesellschaft ist auch in Deutschland widerständig. Hunderttausende gingen gegen die Zusammenarbeit mit der AfD vor den Bundestagswahlen 2025 auf die Straße.

Eine Demokratie im Stresstest

Aber all diese Faktoren sind keine Garantie. Sie können bröckeln – vor allem, wenn konservative und liberale Parteien wie CDU/CSU und FDP keine klare Haltung einnehmen. Die Normalisierung der AfD und ihrer Positionen schreitet voran – in Talkshows, in Kommunalparlamenten, in weiten Teilen der Bevölkerung. Wenn Teile der Union beginnen, eine Zusammenarbeit einzufordern, wie gerade im Harz geschehen, oder migrationsfeindliche Narrative übernehmen, ohne klare rote Linie, dann verändert sich das demokratische Parteiensystem langfristig – zugunsten autoritärer Kräfte.

Deutschland steht an einem Kipppunkt. Die AfD ist längst mehr als ein Protestphänomen. Sie ist politisch erfolgreich, strategisch lernfähig und gesellschaftlich verankert – vor allem im Osten. Ob sich daraus österreichische oder gar ungarische Verhältnisse entwickeln, hängt nicht nur von der AfD selbst ab, sondern von der Antwort der demokratischen Kräfte.

Die kommenden Monate und Jahre werden zeigen, ob die demokratische Brandmauer hält – oder ob sie von innen aufgeweicht wird. Entscheidend wird sein, ob die demokratische Mitte aufhört, sich über steigende Umfragewerte der AfD zu empören – und beginnt, strategisch und geschlossen auf eine Realität zu reagieren, in der 25 bis 30 Prozent AfD zur Normalität gehören.

#gegen #hilft #rekordergebnisse #strategie #wirklich

Dirk Bachhausendirk@www.bachhausen.de
2025-04-04

Wirtschaft in Deutschland: Warum unser Wohlstand wirklich gefährdet ist – Kolumne

von 4 Artikeln verfügbar


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#deutschland #gefahrdet #unser #warum #wirklich #wirtschaft #wohlstand

Agathe Mulotagathemulot
2025-03-27

»Wir haben den Bahnhof mit einer Verspätung von 22min verlassen Grund dafür ist: das wir spät angekommen sind am Bahnhof. Hm Verspätet sich die Ankunft dann verspätet sich auch die Abfahrt. Über ihre Anschlüsse in Ulm werde ich sie noch vor Ulm informieren.

♥️ Sozial-Guerilla ☮sozialguerilla@social.tchncs.de
2024-11-27

Und weil sie es einfach so schön auf den Punkt bringen
¸¸.•*¨*•♫♪♩♪♫♬ ▁ ▂ ▃ ▄ ▅ ▆ █ 100 % Ⓐ
Wann gibt es endlich wieder Krieg ☮️

youtube.com/watch?v=1wtiWc0bfh

#krieg #frieden #geil #schuld #sind #hier #wirklich #auch# #die #grünen

Dirk Bachhausendirk@www.bachhausen.de
2024-09-25

Unter prominenten Trump-Unterstützern gibt es offenbar eine große Zahl an Personen, die Hunde getötet haben sollen, es kursieren sogar Gerüchte, dass Hunde gegessen wurden. Das betrifft Vize-Anwärterin Kristi Noem, Kevin Roberts, und JFK Jr., unter anderen. Wurden deshalb von der Trump Wahlkampf-Kampagne so viele Lügen verbreitet über erfundene Hunde-Mörder unter Ausländern, die es nicht gibt? Um davon abzulenken? Der Faktencheck. Achtung: Artikel enthält die Beschreibung von Gewalt gegen Tieren durch Trump-Unterstützer. 

Vize-Anwärterin von Trump stolz, Hund getötet zu haben.

Der Mann, der am Ende der Vizepräsidentschaftskandidat von Trump wurde, heißt J.D. Vance – und er ist nicht besonders beliebt.

Faktencheck: Hatte Trumps Vize J.D. Vance Sex mit einer Couch?

Dabei war nicht immer klar, dass Trump Vance auswählen würde. Zuvor war die Republikanerin Kristi Noem hoch im Kurs. Immerhin ist Trump bei weiblichen Wählern sehr unbeliebt (warum wohl). Um sich die Nominierung zu ergattern wollte Kristi Noem offenbar als „taffe Frau“ erscheinen, die auch „schwierige Entscheidungen“ treffen könne. Und prahlte in ihrem Buch damit, ihren Hund „Cricket“ getötet zu haben, anstatt ihn zu trainieren. Und auch eine Ziege.

Kristi Noem hatte außerdem gefordert, den Hund von Joe Biden zu töten. Trump hatte Noem nach den Vorwürfen – wie könnte es auch anders sein – in Schutz genommen. Dieser Vorwurf ist also echt.

Gründer von Project 2025 hat Hund getötet

Wie der Guardian berichtet, habe der Gründer des faschistischen „Project 2025“, Kevin Roberts, Kollegen gegenüber unabhängig voneinander zugegeben, den Pitbull seines Nachbarn im Jahr 2004 mit einer Schaufel getötet zu haben. Er hätte zu viel gebellt.

Roberts bestreitet die Vorwürfe. Allerdings ist der Hund seines Nachbarn tatsächlich in diesem Jahr „verschwunden“. Roberts hat die Geschichte wohl mehreren Kollegen bei verschiedenen Gelegenheiten erzählt. Offenbar war er recht stolz darauf.

Project 2025 ist ein Plan zur undemokratischen Umgestaltung der Exekutive der US-Bundesregierung im Fall eines Siegs der Republikanischen Partei bei den US-Präsidentschaftswahlen Anfang November 2024. Das Ziel ist, dem Präsidenten alleinige Macht über die Exekutive zu geben und demokratische Kontrollen auszuhebeln. Das Projekt wird von Trump-Supportern geführt.

JFK Jr. hat keinen Hund gegessen

Dass der Präsidentschaftskandidat, Impfgegner, Verschwörungslügner und jetzt Trump-Unterstützer JFK Jr. einen Hund gegessen hat, kann allerdings als widerlegt gelten. Es gibt ein Foto, auf dem er beherzt in den gebratenen Körper eines Tieres beißt, das durchaus aussieht, als könnte es ein Hund sein. Das Bild zeigen wir aus Sensitivitätsgründen hier nicht. Ihr könnt es hier sehen. Laut gleich zwei US-Faktencheckern handelt es sich bei dem Foto vermutlich um ein Lamm.

Die Geschichte ging viral, da das Foto aus demselben Jahr stammt, in dem bei JFK Jr. ein Gehirn-Parasit diagnostiziert wurde. JFK Jr. hatte einem Freund gegenüber gescherzt, dass es sich auf dem Foto um einen Hund handelte. Ein ganz normaler Trump-Unterstützer also.

Vorgebliche Tierschützer

Die Familie des Faschisten Trump möchte sich gern als Tierschützer inszenieren. So eröffnete die Schwiegertochter von Trump zum Beispiel, Lara Trump, eine NGO für das angebliche Retten von Hunden. Nur: Diese NGO gab Millionen dieser Spendengelder für merkwürdige Zwecke aus, zum Beispiel fast 2 Millionen Euro für Events auf Trump-eigenen Räumlichkeiten. Also auch mal wieder eine von vielen Betrügereien des Kriminellen Trumps.

Währenddessen startet eine Gruppe von Haitianern aktuell einen Gerichtsprozess gegen Trump, da dessen Lügen über getötete Haustiere durch Einwanderer in Springfield sehr viel Hass gegen Einwanderer geschürt haben. Durch die Falschbehauptungen durch Trump hatte es Bombendrohungen gegeben und mehrere Veranstaltungen mussten abgesagt werden. Dabei gibt es nachweislich mehr prominente Trump-Unterstützer, die Hunde getötet haben, als Haitianer, dort waren es nämlich: Null.

Artikelbild: Bryan Regan

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https://www.bachhausen.de/sind-wirklich-so-viele-trump-unterstuetzer-hunde-moerder/

#hunde #morder #trump #unterstutzer #viele #wirklich

φօӀìէìҟచąէçհ🇩🇪🇪🇺PolitikWatch
2024-08-30
Harald 哈拉德Harald@mastodontech.de
2024-07-18

.

Das gefällt mir.
War aber auch #WIRKLICH schwach von Böhmermann, deswegen vor Gericht zu ziehen ...

zeit.de/kultur/2024-07/zdf-mag

Marcel Waldvogelmarcel@waldvogel.family
2024-07-14

Hat es im Trinkwasser der Universität Luzern etwas, was es woanders nicht gibt? Oder wie kommt die #UniLU *jetzt* auf diese Ideen? Und gleich 6x? [Korrektur: 7 bzw. 9x!]

Dabei gab es doch erst letztes Jahr eine Publikation «Was Blockchain *wirklich* leistet» (Hervorhebung von mir), die auflistete, dass #Blockchain eben nichts #wirklich leistet.

dnip.ch/2023/03/06/gottlieb-du
h/t @nohillside

Screenshot aus der "offene Stellen"-Seite der Uni Luzern mit Ausschreibungen zu folgenden Professuren:

Kultur- und Sozialwissenschaftliche Fakultät

    Professur für Philosophie und Blockchain (100%, open rank)
    Professur für Politikwissenschaft und Blockchain (100%, open rank)
    Professur für Soziologie und Blockchain (100%, open rank)

Rechtswissenschaftliche Fakultät

    Professur für Energierecht und Blockchain (100%, open rank)
    Professur für Öffentliches Recht und Blockchain (100%, open rank)
    Professur für Privatrecht und Blockchain (100%, open rank)

Quelle: https://www.unilu.ch/universitaet/personal/personaldienst/offene-stellen/
Dirk Bachhausendirk@www.bachhausen.de
2024-06-03

Die folgenden drei Tage überstehe ich wieder dank Binge-Watching. Die Spritzen gebe ich mir mittlerweile selbst, ohne die Hilfe meines Partners. Würde ich nicht so neben mir stehen, wäre ich stolz auf mich. An einem dieser Abende macht mein Partner einen katastrophalen Fehler: Er ist nicht nett zu mir. Die Krise dauert 36 Stunden. In meinem Kopf packe ich Koffer, obwohl wir nicht einmal zusammenwohnen.

Tag 9: Ich spritze meine letzte Dosis Orgalutran. Tag 10: Letzte Dosis Menogon HP. Tag 11: Heute kommt eine Dosis Triptofem hinzu. Dieses Medikament soll den Eisprung auslösen – genau 36 Stunden später, wenn die OP stattfindet. Ich habe kleine blaue Flecken von den Nadelstichen. Mein unterer Bauch ist angeschwollen, hart und prall. Die Ärztin hat gesagt, ich soll in diesen Tagen nicht rennen oder springen. Das kommt für mich eh nicht infrage. Ich kann gerade mal – leicht breitbeinig – langsam gehen. Treppenstufen gehe ich einzeln hoch. Vor dieser Erfahrung habe ich meine Eierstöcke noch nie wirklich gefühlt. Jetzt habe ich das Gefühl, sie platzen.

An Tag 13 wird unter Vollnarkose eine feine Nadel durch meine Vaginalwand in die Eierstöcke eingeführt. So wird die Flüssigkeit in den 19 Follikeln, inklusive Eizellen, abgesaugt. Im Aufwachraum brabbel ich noch etwas high vor mich hin und bin dankbar, dass mein Partner da ist. Gerade als ich wieder zu mir komme, kommt die Ärztin zu uns: „Die Biolog:innen rufen Sie nachher an, um Ihnen die Anzahl der reifen Eizellen mitzuteilen. Je nachdem, wie Ihre Familienplanung aussieht, könnte ein zweite Stimulation sinnvoll sein.“ Wie bitte, eine zweite? Überforderung. Einige Stunden später erfahre ich, dass elf Eizellen gewonnen und mit flüssigem Stickstoff schockgefroren wurden. Damit liege ich über dem Durchschnitt: Üblich sind sechs bis neun Eizellen pro Stimulation. Meine Chancen, damit später schwanger zu werden, liegen trotzdem „nur“ bei etwa 44 Prozent. Würde ich eine zweite Stimulation durchführen und so auf insgesamt zwanzig eingefrorene Eizellen kommen, könnte ich auf 80 Prozent klettern.

Teures Privileg

Eine Garantie für eine Schwangerschaft – geschweige denn für ein gesundes Kind – gibt Social Freezing also bei Weitem nicht. Trotz hoher Kosten. Rund 3.800 Euro habe ich für eine Runde Social Freezing (inklusive sechs Monate Lagerung) gezahlt. Nach den ersten sechs Monaten kommen jährlich 400 Euro für die Lagerung der Zellen hinzu. Das kann sich nicht jede:r leisten. Ich sehe diesen kapitalistischen Aspekt von Social Freezing – und die soziale Ungleichheit dahinter – kritisch. Eine weitere Frage, die ich mir stelle: Überplane ich? Vielleicht. Dann wäre Social Freezing eine Art Versicherung. Vor allem aber sehe ich es als technische Möglichkeit. Dass ich sie nutzen kann, zeigt, wie privilegiert ich bin.

Warum wir keine Paywall haben

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Vor zehn Jahren haben in Deutschland etwa 1.000 Menschen pro Jahr ihre Eizellen einfrieren lassen. Der Reproduktionsmediziner Jörg Puchta schätzt, dass sich diese Zahl verzehnfacht hat. Belastbare Daten zu Social Freezing gibt es kaum. Fest steht aber: Mit dem Thema Kinderwunsch wird richtig Kohle gemacht. „Es werden viele Kinderwunschkliniken aus dem Boden gestampft und die machen nicht alle einen guten Job“, sagt Julia Neuen.

Aus diesem Grund hat sie eine Vergleichsplattform KiwuKlinik24 ins Leben gerufen, auf der Kinderwunschpraxen von Patient:innen bewertet werden. Auch Arbeitgeber:innen haben Social Freezing als Chance erkannt, um für Fachkräfte attraktiver zu werden. Unter dem Begriff Fertility Benefits bieten einige Unternehmen an, Fruchtbarkeitsuntersuchungen und -behandlungen ganz oder teilweise zu zahlen. „Aus einer sozialwissenschaftlichen Perspektive sehe ich das kritisch“, sagt die Sozialforscherin Julia Feiler von der Technischen Universität München. „Wenn jemand die Karriere durch Social Freezing absichern möchte, ist das zu kurz gedacht. Die Probleme sind strukturell bedingt und werden spürbar, nachdem ein Kind geboren wurde.“ Laut Gender-Care-Gap verbringen Frauen pro Tag immer noch 43,8 Prozent mehr Zeit mit Care-Arbeit als Männer. Unternehmen können effektiver am Wandel mitwirken, indem sie etwa Teilzeitmodelle für Mütter und Väter fördern.

https://www.bachhausen.de/eier-auf-eis-was-social-freezing-wirklich-bedeutet/

#bedeutet #freezing #social #wirklich

φօӀìէìҟచąէçհ🇩🇪🇪🇺PolitikWatch
2024-05-31
φօӀìէìҟచąէçհ🇩🇪🇪🇺PolitikWatch
2024-04-22

Scheisse ist das 🤦‍♂️🧠 Wir wollen jetzt aber wirklich 🤔🤦‍♂️ Mit anderen Worten: 2017 habt ihr den Wählern versprochen und 🤔❓️ Nichts! Aber jetzt wollt ihr wirklich 🤦‍♂️🤬
Blablabla

Dirk Bachhausendirk@www.bachhausen.de
2024-04-09

Ein „Manifest für neuen ÖRR“ wirft Fragen auf: zu den Unterzeichnern gehören prominente Querdenker und selbsternannte Russland-Versteher. ÖRR-Mitarbeiter sind kaum darunter. Von radikalen Verschwörungsideologen und „alternativen Medien“ wird es gefeiert.

Da ist er wieder, Bastian Barucker, Wildnispädagoge aus Lassan vor der Insel Usedom im Nordosten des Landes. Im ersten Corona-Jahr vor vier Jahren hatte er eine Petition gestartet, mit der eine „extrem einseitige Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien“ zur Pandemie angeprangert wurde. Jetzt zählt er zu den 130 Erstunterzeichner:innen des „Manifests für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland“. Deren Behauptung: Beim ÖRR würden Meinungsmache und Berichterstattung würden verschwimmen, in einer Form, „die den Prinzipien eines seriösen Journalismus widerspricht“. Die Schlagworte: „Klima der Angst“, „politische Filter“, „Missachtung des Programmauftrags“.

ARD lässt sich von neuem „Manifest“ einschüchtern

Seine Mission setzt Barucker als einer der Unterzeichner des Manifests also mit anderen Mitteln fort. 2020 vernetzte sich der Aktivist unter anderem mit dem Verschwörungstheoretiker Ken Jebsen, empfahl als „Experten“ für die öffentlich-rechtlichen Programme die Corona-Verharmloser Stefan Homburg und Wolfgang Wodarg und nannte die kruden Thesen von Sucharit Bhakdi „sachlich und informativ“.

Mit diesen vielen Faktenchecks widerlegt ihr alle Bhakdi-Anhänger

Die Petition mit ihren mehr als 60.000 Unterschriften hatte auf die Programmverantwortlichen der ARD trotz der gewagten Thesen durchaus eine einschüchternde Wirkung. „Übermedien“ zitierte WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn mit den Worten, der Text der Petition sei „offen und einnehmend, die Form ist ausgesprochen freundlich und konziliant“. Spitzenvertreter:innen der ARD ließen sich im November 2020 auf eine Videokonferenz mit den von Barucker angeführten Coronarebellen ein.

Zahlreiche querdenker unter manifest-unterzeichner

Es war ein umstrittener Versuch des Dialogs. Im Medien-Blog „Altpapier“ sprach René Martens von einem Hintergrundgesprächmit einem kenjebsenoiden ,Wildnispädagogen‘ und einigen seiner Gesinnungsgenossen“. Er nannte die Videokonferenz der ARD-Spitzenleute mit Querdenkern damals „epochal fahrlässig“.

Nun stellt sich für die ARD erneut die Frage: Soll sie das Manifest ernst nehmen? Ein Blick auf die Liste der Unterzeichner:innen ist bei der Suche nach der Antwort womöglich hilfreich. Zahlreiche alte Bekannte aus der Querdenker-Szene sind darunter. Zum Beispiel Michael Meyen, Professor für Kommunikationswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Barucker hatte ihn schon 2020 zur Videokonferenz mit der ARD zum Thema Corona-Berichterstattung hinzugeholt. 2023 machte Meyen Schlagzeilen, weil er in der Zeitung „Demokratischer Widerstand“ publiziert hatte. Laut „taz“ „eine Art Zentralorgan der radikalen Szene aus Querdenkern und Coronaleugnern“. Meyen behauptete, die etablierten Medien hätten ein „Wahrheitsregime“ aufgebaut. Die bayerische Landesanwaltschaft leitete wegen der Nebentätigkeit des gut dotierten Uni-Professors für den „Demokratischen Widerstand“ ein Disziplinarverfahren ein. Doch vermutlich pflegen Akteure wie Meyen nach solchen Reaktionen erst recht ihr Märtyrer-Image.

Das jedenfalls beherrscht auch die Kabarettistin Lisa Fitz, die das Manifest ebenfalls unterschrieben hat. Fitz hatte sich nach einer Desinformation über 5000 Impftote – auf der Basis einer Anfrage einer rechtsextremistischen französischen Europaabgeordneten – im Januar 2022 nach Ärger mit dem Sender ihren Abschied aus der SWR-Satiresendung „Spätschicht“ bekannt gegeben. Sie hat nun ein Videoformat bei den verschwörungsideologischen „Nachdenkseiten“. Vor ein paar Monaten Fitz sie dem Youtube-Kanal „Punkt.Preradovic“ ein Interview. Sie nannte sich dort „lupenreine Demokratin“ und warb dafür, die AfD „einfach mal mitregieren“ zu lassen. Schließlich sei die Partei „demokratisch gewählt“. In dem Interview behauptete sie auch, die „Nachdenkseiten“ seien heute das, was früher das Magazin „Der Spiegel“ gewesen sei.

die parallelwelten der querdenker-unterzeichner

So schaffen sich eine ganze Reihe von Unterzeichner:innen des „Manifests für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland“ ihre Parallelwelten. Zu ihnen gehört auch die Bonner Politikwissenschaftlerin Ulrike Guérot, die von ihrem Trierer Kollegen Markus Linden in einem Beitrag für die „FAZ“ „Ikone der Querdenker-Szene“ genannt wurde. Oder die ehemalige Dresdner Stadtschreiberin Katrin Schmidt, die 2021 die Corona-Impfungen von Kindern mit den Medizinversuchen der Nazis im Dritten Reich verglich. Und die zwei Jahre später im „Open Source“-Format der „Berliner Zeitung“ resümierte, ihr Vergleich mache sie „durchaus stolz“, doch sei sie nun „raus aus dem Literaturbetrieb“, gecancelt.

Guérot & Co: Pro-Russische Verschwörungsmythen im deutschen Buchmarkt

Besonders wählerisch waren die Initiator:innen des Manifests bei der Auswahl der Erst-Unterzeicher:innen nicht. Der Parapsychologe Harald Walach wurde gewonnen. Er ist ein Wissenschaftler, der schon 2012 von der Gesellschaft für kritisches Denken in Wien das „Goldene Brett“ verliehen bekam, für sein „einzigartiges Bemühen, wissenschaftsbefreite Theorien in die akademische Welt hineinzubringen“. Der Rechtsanwalt Jürgen Müller aus Wolfratshausen unterschrieb für den Verein „Kinderrechte Jetzt“, der in der Pandemie gegen Impfungen und Corona-Regeln Stimmung machte und dabei, wie die „Süddeutsche Zeitung“ kommentierte, in „besonders perfider“ Weise Kinderrechte vorschob.

Die Wahrheit hinter Walach-„Studie“: Querdenker erfinden Masken-Gefahr für Kinder

manifest-unterzeichner mit Renommee aus der Vergangenheit

Fairerweise muss man sagen, dass der eine oder andere Name auf der Unterschriftenliste durchaus auch Respekt einflößt. Beispielsweise der von Johannes Ludwig, der 2014 nach 14 Jahren als Professor für Medien und journalistische Fächer in Hamburg in den Ruhestand ging und der als Experte für investigativen Journalismus in Deutschland gilt. Doch es sind wenige. Und bei den meisten unter ihnen rührt das Renommee aus der Vergangenheit.

Der Schauspieler Henry Hübchen hatte einen guten Ruf als einer der profiliertesten deutschen Charakterdarsteller. Inzwischen zählt er zu den „TV-Granden im Herbst der Karriere“, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland im Kontext mit dem Manifest hervorhebt. Im Februar 2023 war Hübchen dann einer der Erstunterzeichner des von Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer initiierten „Manifests für den Frieden“, mit dem ein Stopp der Waffenlieferungen an die Ukraine gefordert wurde.

Ganz in Putins Sinne: Petition von Schwarzer & Wagenknecht widerlegt

Unterzeichner als „Putin-Sprechpuppe“

Corona-Krise, die „Kriegspolitik Deutschlands“, „erzieherischer Haltungsjournalismus“ – gepflegt wird in Statements von Mitarbeiter:innen auf der Homepage des Manifests und in Interviews von Unterzeichner:innen das Narrativ, dass man im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht mehr alles sagen darf.

Es hatte dann etwas Kurioses, als die ehemalige Chefredakteurin des HR-Fernsehens und früheren Linken-Bundestagsabgeordnete Luc Jochimsen vom öffentlich-rechtlichen Sender Deutschlandfunk zum Manifest und den Gründen für ihre Unterschrrift befragt wurde. Sie erklärte dort in einem Streitgespräch mit dem DJV-Bundesvorsitzenden, dass sie Meinungsvielfalt vermisse und dies eigentlich jede Zuschauerin und jeder Zuschauer genauso sehen müsse. Sie teilte ihre Beobachtung mit, dass einem „gestandenen Journalisten wie Stefan Aust“ kürzlich in einer Fernseh-Talkrunde stets das Wort abgeschnitten worden sei, nachdem er für eine Verhandlungslösung im Ukraine-Konflikt plädiert habe: „Die haben den im Grunde genommen fast gelyncht.“

Der Publizist und Politologe Andreas Püttmann kommentierte auf Twitter: „Märchenstunde mit Luc Jochimsen im @DLF.“ Die ihm bezeichneten Unterzeichner des Manifests „siedeln am rechten Rand bzw. betätigen sich gegenüber der ukrainischen Freiheit als Putin-Sprechpuppe, machen aber auf Meinungsvielfalts-Travestie. Kurzum: Böcke als ÖRR-Gärtner“.

Kaum ÖRR-Mitarbeiter unter den Unterzeichnern

Wirkung in der Bubble verfehlte nicht, dass die Namen von 33 Unterzeichner:innen nicht genannt wurden. Bei ihnen handelt es sich laut Homepage um Mitarbeiter:innen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Eine klitzekleine Gruppe also, gemessen an den etwa 20.000 Vollzeitstellen bei der ARD und den etwa 4000 festen ZDF-Mitarbeiter:innen. Die „Neue Zürcher Zeitung“ aber kommentierte, dass diese 33 „nur unter dem Schutzschild der Anonymität zum Bekenntnis bereit waren, deutet auf eine Unkultur des Verdachts in den Anstalten“. Bei den verschwörungsideologischen „Nachdenkseiten“ hieß es, die anonymen Äußerungen würden ein „internes Klima der Angst beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk“ belegen.

Hinterlegt worden sind die anonymen Unterschriften beim Rechtsanwalt Harald von Herget, der seine Kanzlei in Zürich hat. Herget war laut dem Portal „Der rechte Rand“ Bundesvorstandsmitglied der Querdenker-Partei „Die Basis“ und auch Beauftragter für Medien“.

Pure ironie: musk inszeniert sich als fachmann für meinungsfreiheit

Ein Blick in den Kanal von Herget im Elon-Musk-Netzwerk Twitter gibt eine Ahnung, wie sich der Advokat und seine Mitstreiter:innen einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk vorstellen. Dort teilt er regelmäßig – zum Teil mit wohlwollenden Kommentaren – Postings von Politikern wie Hubert Aiwanger, Jürgen Todenhöfer oder Sahra Wagenknechts Co-Chefin beim BSW, Amira Mohamed Ali. Regelmäßig von ihm weiterverbreitet werden auch die Äußerungen von Corona-Verharmlosern wie Stefan Homburg oder Markus Krall, von Väterrechtlern, des Verschwörungsideologen Daniele Ganser oder des rechtspopulistischen Publizisten Roland Tichy.

Die große Analyse: Warum Daniele Ganser nicht seriös ist

Erst dieser Tage verbreitete Herget auch ein Posting von Elon Musk: „For the people of Earth. Free Speech. X.” Musk als Fachmann für Meinungsfreiheit – darauf muss man erstmal kommen. Erst recht vor dem Hintergrund von solchen Schlagzeilen: Thüringens rechtsextremer AfD-Chef Björn Höcke ist angeklagt, weil er bei einem Wahlkampfauftritt eine verbotene Losung der SA verwendet hat. Auf Twitter sucht er Unterstützer – und Elon Musk fragt: „What did you say?“

Artikelbild: Soeren Stache/dpa

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