Rechte Konstruktion
Wie fast alle in die Falle der Rechten laufen
mit Update am Morgen
Einige kluge Köpfe haben schon hinreichend erklärt, dass die Medienoligarchen unserer Zeit sich nicht mehr für Fakten interessieren, weil sie sie sich selbst machen. Logisch: wer die Medien beherrscht, beherrscht auch die herrschenden Wahrheiten. Die flutende Scheisse wird zum Fakt. Weil ihre Verbreiter es können. In unserem Zwergstaat haben das die meisten wichtigen Stellen und Leute immer noch nicht begriffen. Sie dackeln der Propaganda hinterher. Erst sind sie Wochen in Rückstand, dann Monate, dann Jahre, um zu begreifen, was da vor sich geht.
Ein Stück “shit”, das die Rechten in die Diskursarena geworfen haben, und an dem fast alle Medien, auch viele, die sich für links halten, raufend zu nagen versuchen, ist dieses:
René Rusch/uebermedien (seit gestern paywallfrei): “Jagd auf ein Phantom: Autor enthüllt Anti-Woke-Wahnsinn in deutschen Medien – Kennt man einen, kennt man alle. Texte über die angeblichen Gefahren von ‘Political Correctness’ oder ‘Wokeness’ klingen seit über 30 Jahren gleich: maximal alarmierende Thesen, kaum Belege. Und jetzt sollen die ‘Woken’ auch noch am Rechtsruck schuld sein. Höchste Zeit also für eine grundsätzliche Kritik an einem ewig jungen Trendgenre.”
Zweifellos ist es legitim, sich darüber zu streiten, wie viel Kraft in Klassen- und andere soziale Emanzipationskämpfe zu investieren ist. Mann und Frau darf auch jederzeit hierzu zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen. Sich aber von Rechts in dieser Frage spaltend und blindwütig gegenneinander hetzen zu lassen – das ist vor allem ein desaströser Mangel an strategischer Intelligenz. Das gilt für alle Demokrat*inn*en und Medien diverser politischer Spektren. Es ist sonnenklar, und da stimme ich dem uebermedien-Autor vollständig zu, wen das amüsiert.
Doch damit sind der Fallen, in die vorzugsweise demokratische Medien tappen, nicht genug. Sie fallen sogar auf die Wahrheitskonstruktion von Rechts rudelweise herein.
René Martens/MDR-Altpapier: “Lügen haben lange Beine – Die Obsession deutscher Journalisten für die Wirklichkeitsverdrehungen der US-Regierung hat in der Berichterstattung über den Mord an der US-Amerikanerin Renee Nicole Good ein nicht für möglich gehaltenes Ausmaß erreicht.”
“Nicht für möglich gehalten”? Zzz, da tut der Autor wohl naiver, als er ist. Aber das Entsetzen ist berechtigt. Und ein Richtungswechsel zur Vernunft ist in den herrschenden deutschen Medien nicht wahrnehmbar.
So lange höre ich hier nicht auf.
Update am Morgen
Gestern verfolgte ich mit BVB-Fan Klaus Kleinöder das erste Bundesligaspiel der Rückrunde zwischen der ambitionierten Eintracht aus Bankfurt (Deal mit der Deutschen Bank über 100 Mio.) und dem Fussballkonzern aus dem westfälischen Raum. Die erste Halbzeit (1:1) bestand in 50 Minuten aus ganzen zwei Torszenen (eine war das 0:1 für den BVB, ein schön gespielter Moment von One-Touch-Fussball). Das Kneipenpublikum war sich einig: keiner von beiden hatte bis dahin eine sportliche Qualifikation für die Champions League gezeigt. Erst in der zweiten Halbzeit wurde das Spiel ansehnlich. Das genügt den deutschen Medien, die einstmals Sportjournalismus betrieben, das Spiel (Endergebnis 3:3 nach zwei Toren in der Nachspielzeit) hochzujubeln, als sei Schland schon wieder Weltmeister.
Es ist die Ökonomie, die diese schlechte PR antreibt. (objektiv-kritischer Spielbericht hier) Ein Vorgeschmack auf das, was noch kommt: die Trump-WM.
Sollte Schland die Gruppenphase gegen Ecuador, Côte d’Ivoire und Curaçao sensationell sportlich überleben (nur ein Team muss dafür schlechter sein), stellt sich einer Einverleibung der BRD als dann mutmasslich 55. oder auch 60. Staat der USA sicher kein deutschen Leitmedium mehr entgegen.