Charisma entwickeln: So wirst du ein Super-Kommunikator
Um Superkommunikator zu werden, muss man nach Charles Duhigg zunächst aus drei Gesprächstypen die richtige auswählen. Richtig bezieht sich dabei auf die Art von Gespräch, das der/die/das Gegenüber gerade bevorzugt. Wird dies nicht berücksichtigt, reden die Partner aneinander vorbei.
Soweit die Einleitung. Das Problem, mit dem sich der Rest des 400 Seiten Bestsellers befasst, liegt allerdings genau im Erkennen und dann im eigenen anwenden, auch wenn man selber gerade lieber auf einer anderen Welle schwelgt.
Wer Superkommunikator werden will – früher bezeichnet man das als Mensch mit Charisma – der muss wohl oder übel das ganze Buch lesen. Sofern er/sie nicht zu den wenigen gehört, denen diese Gabe bereits in die Wiege gelegt worden ist.
Allerdings haben die charismatischen Menschen, die mich in meinem Leben bisher begeistert haben – und auf dasselbe Ergebnis kommt auch Duhigg – sich ihre Fähigkeiten, meist durch herausfordernde Lebensumstände, selber angeeignet.
Charisma für jedermann/frau
Wer also (dieses Buch) lesen kann, Mühen nicht scheut und lernwillig ist, der kann – so Duhigg – zum Supercommunikator werden. Zum charismatischen Menschen, mit dem jeder gerne zusammen sein möchte.
Worum geht es?
Mit einer gekonnten Mischung aus Geschichten und Wissenschaft bietet Supercommunicators (so auch der deutsche Titel) von Charles Duhigg einen Leitfaden für bessere Gespräche und tiefere zwischenmenschliche Beziehungen.
Supercommunicators erforscht die Kunst der effektiven Kommunikation und konzentriert sich dabei auf die drei Arten von Gesprächen: praktische, emotionale und soziale. Duhigg zeigt dass das Verständnis und die Ausrichtung auf diese Gesprächstypen der Schlüssel zur Verbindung mit anderen ist.
Was sind nun die drei Gesprächstypen?
Worum geht es hier wirklich?
Die entscheidungsorientierte Denkweise. (Ich hätte das besser statt Denkweise mit (Gesprächs-)Ebene übersetzt)
Was will ich? Was will mein Gegenüber?
Wie treffen wir gemeinsame Entscheidungen?
Wie fühlen wir uns?
Die emotionale Denkweise.
Diese Gespräche sind von Emotionen geprägt. Sie helfen uns Beziehungen herzustellen.
Wer sind wir?
Die soziale Denkweise.
Wir alle haben soziale Identitäten, die beeinflussen, wie wir sprechen und zuhören.
Die Forschung ergab, dass sich das menschliche Gehirn während eines Gesprächs mit dem des Partners abstimmen kann, wodurch sich Gedanken und physiologischen Reaktionen – wie Herzschlag und Atmung – synchronisieren. Diese Art der neurologischen Synchronisation beweist die Macht der Kommunikation und zeigt, wie gemeinsames Einfühlungsvermögen und Verständnis die Hirnaktivität physisch harmonisieren können, wodurch Gespräche fesselnder und tiefgründiger werden.
Die perfekte Verbindung zu anstrengenden Menschen
Spannend und gut anwendbar sind auch seine Anleitungen für Konfliktgespräche. Denn wenn alle Partner auf einer Wellenlänge sind, ist der gegenseitige Austausch vermutlich sowieso ein Vergnügen und fällt leicht. Auch ohne Studium, wie man die Situation vorher analysiert.
Aktives Zuhören ist eine weitere Schlüsselkomponente zur Förderung einer tieferen Verbindung. Also zeigen, dass man sich wirklich engagiert – etwa durch Nicken, den Blickkontakt aufrechterhalten oder das Gesagte paraphrasieren. Dies bestätigt, dass man verstanden hat, und zeigt dem Gesprächspartner, dass seine Gedanken und Gefühle geschätzt werden. Dieses Maß an Aufmerksamkeit schafft Vertrauen und signalisiert dem anderen, dass er gehört wird.
Offene Fragen bereichern das Gespräch zusätzlich. Das sind Fragen, die mehr als einfache Ja- oder Nein-Antworten verlangen. Dieser Ansatz signalisiert nicht nur echtes Interesse, sondern ermutigt auch den Gesprächspartner, sich umfassender zu äußern, was den Weg für einen differenzierteren Dialog ebnet.
Das Einflechten von eigenen Erfahrungen und Emotionen vertieft die Verbindung zum Gegenüber weiter. Gegenseitiges Teilen schafft eine stärkere Bindung zwischen Gesprächspartnern und fördert ein Umfeld, in dem sich alle Beteiligten wohl fühlen.
Charismatische Menschen – oder Superkommunikatoren nach Duhigg – beziehen alle genannten Strategien in ihre Interaktionen mit ein.
Supercommunicators ist bereits der dritte Bestseller des mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichneten Reporters. Das Buch wurde im Februar 2024 veröffentlicht. Duhiggs erstes, The Power of Habit (Die Macht der Gewohnheit) stand über drei Jahre lang auf den Bestsellerlisten der New York Times.
Für wen ist das Buch?
Für alle, die ihre Kommunikationsfähigkeiten bei der Arbeit und im Leben verbessern wollen.
©Buchcover: Berlin Verlag
Beiträge der Weihnachtsempfehlungen 2024:
- Charisma entwickeln: Der Super-Kommunikator
- Die kulinarische Achterbahn (ab 2.12.)
- Lust auf Mord… (ab 3.12.)
- Vorbild Jetpilotin (ab 4.12.)
- Die Suche nach außerirdischem Leben (ab 5.12.)
- Erfolgreich Verhandeln (ab 6.12.)
- Schöner Fallen (ab 9.12)
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