#gothicRock2

2025-12-02

DiscogsDienstag: Bauhaus – Ziggy Stardust

Bauhaus sind eine der Bands in meiner Sammlung, die am häufigsten gecovert haben. Telegram Sam (T. Rex) habe ich schon vorgestellt und auch Songs von Brian Eno („Third Uncle“), John Cale („Rosegarden Funeral Of Sores“) , The Velvet Underground („I’m Waiting For The Man“ als Liveversion mit Nico), Dead Can Dance („Severance“) und Norman Greenbaum („Spirit In The Sky“) haben sie nachgespielt. Außerdem haben sie sich „Ziggy Stardust“ von David Bowie vorgenommen. Dazu habe ich auch eine schöne Geschichte im Netz gefunden, wie diese Coverversion entstanden ist.

Zu den vielen Einflüssen von Bauhaus gehörte auch David Bowie und häufig wurden sie in Reviews mit ihm verglichen. Kevin Haskins (Drums) und Daniel Ash (Gitarre) sollen im Studio aus Spaß „Ziggy Stardust“ gejamt haben, während ein Tonband mitlief. Die Idee fanden die Musiker so gut, dass sie beschlossen, das Lied bei einer BBC Radiosession von David „Kid“ Jensen zu spielen, die am 01.07.1982 erstmals gesendet wurde. Im Oktober 1982 wurde die Aufnahme als achte Single mit der B-Seite „Third Uncle“ veröffentlicht. Es wurde die einzige Bauhaus-Single, die es in England in die Top20 geschafft hat (Platz 15).

Wie schon bei „Telegram Sam“ haben Bauhaus auch „Ziggy Stardust“ ihren Post-Punk-Stempel aufgedrückt. Die Geschwindigkeit wurde etwas erhöht, die Gitarre ist härter und verzerrter und auch der Bass tritt deutlicher hervor als beim Original. Gesanglich ist Peter Murphy schon noch nah an Bowie, paßt sich aber der Härte seinen Mitmusikern an. Außerdem scheint er Ziggy Stardust mehr zu verkörpern als zu besingen, was sich auch im Musikvideo zeigt. Hier performt er teilweise in einem Käfig und wird am Ende vom Publikum vereinnahmt und in Stoff gewickelt weggetragen. Für mich eine ideale visuelle Umsetzung des Themas. Das Video wurde im August 1982 in den Katakomben unter Camden Town (London) gedreht, eine sehr passende Location.

DirektZiggy

Übrigens soll der bekannte BBC-DJ John Peel die Bauhaus-Version nicht gemocht haben. In seinen Jahrescharts 1982 belegte Ziggy den 14. Platz und er soll kommentiert haben, dass er die Attraktion davon nie voll verstanden habe. Für mich haben Bauhaus aus Ziggy Stardust einen perfekten Bauhaus-Song gemacht.

Perfekt finde ich auch das Cover der Single, auf dem dem Bauhaus-Logo, das ja ein Gesicht darstellt, das rot-blaue Blitz-Makeup verpaßt wurde, dass David Bowie in seiner Rolle als Aladdin Sane getragen hatte und das auch mit Ziggy Stardust in Verbindung gebracht wird.

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Bauhaus - Ziggy Stardust
2025-11-25

DiscogsDienstag: The Chameleons – Script Of The Bridge

Es ist noch nicht allzu lange her, dass ich über das zweite Album von The Chameleons schrieb. Dabei habe ich einen Vergleich zum Debütalbum der Band gezogen. Dieses Album hat mir die Zufallssuche von Discogs nun vorgeschlagen. „Script Of The Bridge“ wurde am 08.08.1983 veröffentlicht und ist meiner Meinung nach eines der besten Post-Punk-Alben der Achtziger. Es kombiniert die Dynamik des Punk mit melodischen zweistimmigen New-Wave-Gitarren. Vielleicht hätten auch Joy Division so geklungen, wenn es nicht zum tragischen Ende der Band gekommen wäre? Allerdings setzten The Chameleons auf ihrem Erstlingswerk Keyboards noch ganz sparsam ein.

Das Album beginnt sehr energisch mit dem Opener „Don’t Fall“, einem meiner Lieblingslieder. Ein toller Basslauf von Mark Burgess und das treibende Schlagzeug von John Lever treffen auf die Gitarren von Reg Smithies und Dave Fielding, die brilliant zusammenarbeiten, eine Art Markenzeichen der Chameleons. Und es folgen weitere wunderschöne Lieder, allen voran „Monkeyland“, „Second Skin“ (das sogar von Scooter gecovert wurde), „Up The Down Escalator“, „Less Than Human“, „Pleasure And Pain“ und „Paper Tigers“.

Gerade „Second Skin“, „Less Than Human“ und „Pleasure And Pain“ sind mir in meinen späten Teenagerjahren sehr ans Herz gegangen. Die Songs sind zum Teil ruhig, einige steigern sich im Laufe und bieten einen schönen Kontrast von Strophe und Refrain, wie besispielsweise „Monkeyland“, das erst vorsichtig „Is there anyone there who understands me“ fragt und dann im Refrain förmlich explodiert.

Musikalisch ist das Album generell fast wegweisend und steht alleine in der Geschichte des Post-Punk. Solch ein Zusammenspiel der beiden Gitarristen gab es bei anderen Vertretern des Genres wie Joy Division, The Cure, Echo And The Bunnymen, The Sound und The Smiths so nicht. Das ist wirklich wie schon erwähnt ein Alleinstellungsmerkmal der Chameleons. Der Bass von Mark Burgess ist nicht so hervorstechend wie z. B. bei Peter Hook und Simon Gallup, er treibt trotzdem die Songs gemeinsam mit dem Schlagzeug an und bildet die Basis für die melodischen Gitarren.

Seine Texte stehen auch irgendwie zwischen den anderen Songwritern. Nicht so aussichtslos wie Ian Curtis, nicht so poetisch wie Robert Smith, nicht so mystisch wie Ian MacCulloch, nicht so verzweifelt wie Adrian Borland und nicht so ironisch wie Morrissey. Und doch zeichnet er emotionale und manchmal schmerzvolle Bilder, wie in „Less Than Human“ („I must have cried a thousand times feeling less than human“) , „Pleasure And Pain“ („There’s pleasure and pain, no loss, no gain“) und „Thursday’s Child“ („Please let my mind intact as I slowly crow older“). Das waren Passagen, die mich damals abgeholt haben und es heute noch tun.

Als Fazit kann ich nur mitgeben, ganz gleich, ob ihr die Chameleons schon kennt oder noch nicht, hört euch die Alben unbedingt (wieder) an. Sie sind zeitlos und haben ihren Charme nicht verloren. So sehe ich das zumindest. „What kind of times are these as they drive you to your knees“ („A Person Isn’t Save Anywhere These Days“).

#discogs #discogsdienstag #gothicRock2 #postpunk #theChameleons

The Chameleons - Script Of The Bridge
2025-11-22

GothDiscoInferno #95

Das #GothDiscoInferno vom 21.11.2025 zum Nachhören:

Mixcloud

Spotify

Webseite

Trackliste:

[01] Megan McDuffee – Love You To Death (Type O Negative)
[02] Blood Handsome – Atmosphere (Joy Division)
[03] The Mission – All Along the Watchtower (Bob Dylan)
[04] Spine Of God – Stripped (Depeche Mode)
[05] Bella Lune – Dead Souls (Joy Division)
[06] Nite – Burn (The Cure)
[07] Leæther Strip – Lie to Me (Depeche Mode)
[08] Sun’s Spectrum – Fade To Grey (Visage)
[09] Hallowed Hearts – Somebody (Escape With Romeo)
[10] Then Comes Silence – Shake the Disease (Depeche Mode)
[11] Neila Invo – Paper Tigers (The Chameleons)
[12] Noise Abatements – She’s Lost Control (Joy Division)
[13] Evergreen Terrace – Mad World (Tears For Fears)
[14] She Pleasures Herself – Pain (Boy Harsher)
[15] Fotocrime – Head On (The Jesus And Mary Chain)
[16] Sex Code – Love will tear us apart – Versión (Joy Division)
[17] Sonsombre – Slow Kill (Fields of the Nephilim)
[18] The Discussion – A Forest (The Cure)
[19] BetaBlueX – Behind The Wheel (Darkwave) (Depeche Mode)
[20] Die Robo Sapiens – FanFanFanatisch (Rheingold)
[21] Ash Code – Down In The Park (Gary Numan)
[22] Siouxsie and the Banshees – Helter Skelter (The Beatles)
[23] Reflection Black – I Ran (So Far Away) (A Flock Of Seagulls)
[24] Paradox Obscur – No Tears (Tuxedomoon)
[25] Emily Kinski’s Dead – Emily (Single Version) (Clan Of Xymox)
[26] Technophobia – One Hundred Years (The Cure)
[27] Psyche – Just One Kiss (The Cure)
[28] The Foreign Resort – Send Me an Angel / Sunglasses at Night (Real Life / Cory Hart)
[29] SJÖBLOM – A Victory Of Love (Alphaville)
[30] The Psychic Force – Blasphemous Rumors (Depeche Mode)
[31] Glass Apple Bonzai – Assimilate (Skinny Puppy)
[32] Love Like Blood – A Strange Day (The Cure)
[33] The KVB – Lullaby (The Cure)
[34] Type O Negative – Cinnamon Girl (Neil Young)
[35] Twilight-Images – Fly on the Windscreen (Depeche Mode)
[36] Tenderlash – Zombie (The Cranberries)
[37] Confrontational – Giving Ground (The Sisterhood)
[38] Torul – Disintegration (The Cure)
[39] Seekers are Lovers – Smalltown Boy (Bronski Beat)

#darkWave #gothdiscoinferno #gothicRock2 #postpunk #secondhandsongs2 #synthwave

GothDiscoInferno
2025-11-18

DiscogsDienstag: The Cult – The Love Mixes

Ich war nie ein großer Fan von The Cult, was wohl vor allem daran lag, dass sie im Verlauf ihrer Karriere recht schnell ihre musikalischen Gothic-Kleider abgestreift hatten und als beliebige Hard-Rock-Band da standen. Wobei „beliebig“ vielleicht etwas hart formuliert ist, schließlich ist die Stimme von Ian Astbury schon ein Alleinstellungsmerkmal. Und auch die Arbeit vom Gitarristen Billy Duffy ist durchaus bemerkenswert. Immerhin brachte der auch Johnny Marr von The Smiths das Gitarre spielen bei. Doch zurück zu den Gothic-Kleidern, die haben The Cult in ihrer Anfangszeit von The Southern Death Cult und Death Cult auftragen müssen, das waren die ersten Bands von Ian Astbury, der daran jedoch wenig Gefallen fand. Er hatte den Traum, in Amerika groß herauszukommen und dabei erschien ihm dieses „Gothic-Image“ hinderlich. Aus diesem Grund erfolgte auch die Umbenennung von „Death Cult“ in „The Cult“.

In ihren Anfängen waren sie tatsächlich noch stark von Post-Punk und Gothic-Rock geprägt, als The Southern Death Cult traten sie u. a. im Vorprogramm von Bauhaus auf und als Death Cult führten sie den musikalischen Weg zunächst fort. Nach den Veröffentlichungen einer Single und einer EP 1983 machten sie ihr Debutalbum „Dreamtime“ 1984 unter dem Namen „The Cult“. Im Jahr darauf folgte „Love“. Aus diesem Album kamen drei Singles, die 1989 als Compilation unter dem Namen „The Love Mixes“ veröffentlicht wurden und um die geht es hier.

Eines der vielleicht bekanntesten Lieder von The Cult ist „She Sells Sanctuary“ mit seinem fantastischen Gitarrenriff und einem treibenden Rhythmus. Neben der Album- und der regulären Single-Version gab es auch eine „Long Version“, die als 12″-Maxi erschien und den noch längeren „Howling Mix“. Beide eröffnen die „Love Mixes“ und sorgen so schon für einen guten Auftakt. Als nächstes kommt „(Here Comes The) Rain“, ebenfalls mit großartigen Gitarrenparts und einem schönen Bass im Intro. Den Abschluss bilden die ruhigeren Songs „Revolution (Full Length Re-mix)“ und „Resurrection Joe (Long Version)“. Letzterer war übrigens gar nicht auf dem Album „Love“ enthalten, sondern wurde als „Stand-Alone-Single“ zwischen „Dreamtime“ und „Love“ veröffentlicht. Später wurde es der ersten CD-Ausgabe von „Dreamtime“ als Bonus-Track hinzugefügt.

Trotz meiner nicht völligen Begeisterung für The Cult gibt es einige Songs von Astbury, Duffy und Co., die mich erreichen, „She Sells Sanctuary“ und „Rain“ gehören auf jeden Fall dazu. Ansonsten mag ich noch „Spiritwalker“ vom Debütalbum „Dreamtime“ und von den späteren Werken „Painted on My Heart“, was eventuell damit zu tun hat, dass ich mal einen Crush auf Angelina Jolie hatte und das Lied in ihrem Film „Nur noch 60 Sekunden (Gone in 60 Seconds)“ vorkommt.

#alternativeRock #discogs #discogsdienstag #gothicRock2 #theCult

The Cult - The Love Mixes

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