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So bodigt die SRG die Halbierungsinitiative

Wie kann sich das öffentlich-rechtliche Medienangebot gegen die globale Konkurrenz wie Tiktok, Youtube und Netflix behaupten? In der Schweiz stellt sich diese Frage mit besonderer Dringlichkeit, weil am 8. März die sogenannte Halbierungsinitiative ansteht: Die will die Gebühreneinnahmen für die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) nicht halbieren, aber von jährlich 335 auf 200 Franken reduzieren. Wenn sie angenommen würde – und danach sieht es im Moment aus –, würde sich das Budget der SRG von 1,2 Milliarden auf 630 Millionen sinken. Das wäre ein radikaler Einschnitt in die hiesige Medienlandschaft.

Mir bereitet das Sorge. Und mich irritiert, wie diese Debatte geführt wird.

Die Befürworter stellen die Initiative als Beitrag zur Kostenreduktion dar, was in meinen Augen an Etikettenschwindel grenzt. Natürlich ist eine Einsparung von 135 Franken im Jahr nicht nichts. Aber gemessen an den Kostensteigerungen bei Mieten und Krankenkassen ist es offensichtlich, dass der positive Aspekt für die meisten Haushalte vernachlässigbar, der Schaden fürs Land aber riesig wäre. Das Argument, die SRG solle sich auf den «Kernauftrag» konzentrieren, sticht nicht, weil dieser «Kern» in einem vielfältigen, mehrsprachigen Land riesig ist. Natürlich fallen jedem von uns sogleich zehn Sendungen ein, die er niemals schaut oder hört, und die man sofort einstellen könnte. Nur sind die Vorlieben so unterschiedlich, dass unter dem Strich kaum etwas übrig bleibt, das niemand vermissen würde.

Das dritte Argument, dass die privaten Medienhäuser mehr Raum bekämen, stimmt zu einem gewissen Grad. Aber wir sollten uns nicht der Illusion hingeben, dass die dann in die Lücken springen würden, die durch Einsparungen bei der SRG entstünden. Nein, die privaten Medien liefern sich das Konkurrenzgefecht schon heute dort mit den sozialen Medien, wo sich die Aufmerksamkeit konzentriert.

Über alles wird geredet – bloss nicht über das, was wichtig wäre

Über einige Dinge wird hingegen überhaupt nicht gesprochen: Wie soll der öffentlich-rechtliche Rundfunk – oder Service Public, wie er hierzulande heisst – sich wandeln, um die Gebühreneinnahmen auch in Zukunft zu rechtfertigen?

Ich suchte und fand nur bloss vage Andeutungen. Bei der SRG lese ich dürre Worte über «Public Values», was immer das heissen mag. Das zuständige Departement (Uvek) veröffentlichte ein Interview aus dem Tagesanzeiger als Medienmitteilung, in dem Medienminister Albert Rösti zwar die Bubble-Bildung der sozialen Medien kritisiert und findet, die Medien sollen «dort sein, wo sich die Nutzer aufhalten». Banaler geht es nicht – aber Rösti war Mitinitiant der Halbierungsinitiative.

Hierzulande streitet man mit Leidenschaft über eine 1933 entwickelte Technologie: In der Schweizer Mediendatenbank fand ich für die letzten zwölf Monate 1824 Artikel über UKW und ungefähr 19 zu Play+¹. Letzteres ist die neue Plattform, die im Herbst 2026 das 2020 eingeführte Angebot Play Suisse ersetzen und die Angebote von RSI, RTR, RTS und SRF zusammenführen wird. Wurde die als Alternative zu Tiktok und Youtube gedacht, mit dem Anspruch, die «Nutzerinnen und Nutzer dort abzuholen, wo sie sich aufhalten»? Ich weiss es nicht, weil die nichtssagende Medienmitteilung die Frage offenlässt, ob es sich um eine simple Umbenennung oder eine Konsolidierung handelt. Oder ob man den Anspruch hat, die gravierenden Defizite auszubügeln und die vorhandenen Stärken zu fördern.

Das wäre zum Lachen, wenn es nicht zum Heulen wäre. Warum steht die SRG nicht hin und sagt, was sie alles tun wird, wenn im März die Gebühren nicht gesenkt werden?

Ein «digitaler Marktplatz der Ideen» – aber diesmal in Echt

An dieser Stelle kommt Leonard Dobusch ins Spiel. Er zeigt auf, wie gross der Spielraum wäre. Er hat Vorschläge, mit denen sich die Gebührengelder in unveränderter Höhe rechtfertigen liessen. Denn sie würden nicht bloss das Darben zum Endsieg der Tech-Konzerne verlängern, sondern aufzeigen, wie eine offene und gesellschaftsfreundliche Plattform entstehen könnte. Also jener «digitale Marktplatz der Ideen», den Elon Musk bei der Übernahme von Twitter versprach, bevor er X in ein rechtes Propaganda- und Manipulationsinstrument verwandelte.

Dobusch ist Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Uni Innsbruck und er kennt das ZDF von innen, wo er Mitglied im Fernseh- und Verwaltungsrat war. Heute sitzt er im Stiftungsrat des ORF. Seine Rezepte gelten für Deutschland und Österreich. Doch sie sind interessant für die Schweiz, weil offene Software und Protokolle ein zentraler Bestandteil sind. In der Tat hat er die tollkühn anmutende Vorstellung, ein Medienangebot aufzubauen, das Netflix in nichts nachsteht: Weder beim Umfang, noch bei der Benutzerfreundlichkeit und schon gar nicht bei der Qualität.

Leonhard Dobusch an der Re:publica 2022 (Rogi Lensing/Wikimedia, CC BY-SA 3.0).

Er sagt:

Wenn das funktioniert, wird es der grösste und wichtigste Open-Source-Medien-Stack der Welt sein. Medienhäuser in ganz Europa werden sich beteiligen. Nicht, weil sie müssen, sondern, weil sie wollen – weil es ein Angebot ist, das man kaum ablehnen kann. Und dann wird endlich dieser Skalennachteil [verschwinden], den die Öffentlich-Rechtlichen in Europa haben. Jedes kleine Land wie der ORF entwickelt alleine seine Mediathek. Daneben die Schweiz, die SRG, die auch alleine ihre Mediathek entwickelt. Daneben hat man Netflix, die skalieren global.

Die Software heisst Streaming OS. Sie wurde im Mai 2024 vorgestellt, und sie ist in der Tat spannend: Sie ermöglicht es, viele Portale auf einer Infrastruktur aufzusetzen. Die ARD führt zwölf Mediatheken der Landessender zusammen. Die Inhalte von ZDF und ARD sind interoperabel und über die jeweiligen Plattformen abrufbar, wobei es den Anbietern überlassen bleibt, sie unterschiedlich zu kuratieren. Das liesse sich weiter skalieren, sagt Dobusch:

Warum gibt es nicht ein Wissenschafts- und Bildungsportal, wo ich einerseits die Wissenschafts- und Bildungsinhalte von ARD und ZDF zugänglich mache, und das ich öffne für Universitäten und Hochschulen, die immer professioneller Bildungsinhalte produzieren?

Diese Inhalte könnten weiterhin auf Youtube und Tiktok zu sehen sein. Sie würden indes ebenso in einem attraktiven Umfeld stattfinden, in dem nicht als nächste Empfehlung ein Flat-Earther-Video auftaucht.

Es liegt (für mich) auf der Hand, dass sich dieses Modell hervorragend auf die Schweiz übertragen liesse. In der Streamingplattform der SRG hätten die Inhalte von 3Sat Platz, an dem die SRG beteiligt ist². Es gibt hierzulande Universitäten, die exzellente Inhalte produzieren, die in ein solches Umfeld passen würden (die Uni St. Gallen, die Hochschule Luzern oder die Uni Bern). Stiftungen haben Medienangebote, namentlich das Hörkombinat von Elvira Isenring und meinem Stadtfilter-Gspändli Dominik Dusek.

Masse mit Klasse

Und wo das Stichwort Stadtfilter gefallen ist: Die nicht gewinnorientierten Lokalradios der Schweiz (Unikom) tragen einen Teil zur medialen Grundversorgung des Landes bei – weswegen sie einen Teil der Gebühren erhalten (Gebührensplitting). Warum also nicht einen Podcast wie – Achtung, rein willkürliches Beispiel! – Nerdfunk über Play+ ausspielen? Er allein würde die Attraktivität nicht markant erhöhen. Aber mit Verbindungen zu öffentlich-rechtlichen Anbietern in Deutschland, Frankreich (France 2), Italien (Rai) oder zu Dutzenden anderen Programmen, die untertitelt angeboten werden, liesse sich das Angebot in der Summe so stark ausweiten, dass es ähnlich reichhaltig wäre wie die Startseiten von Netflix oder Youtube.

Wenn ich Leonard Dobusch richtig verstehe, basiert Play+ nicht auf Streaming OS. Warum? Weil man bei der SRG lieber eine eigene Software entwickelt, statt Open Source zu verwenden – und weil man nicht in Versuchung kommen möchte, das Angebot auf der eigenen Plattform mit Drittinhalten zu konkurrenzieren? Nun, trotz der polemischen Formulierung hier gehe ich davon aus, dass Play+ sorgfältig projektiert wurde. Diese Diskussion hier nicht zu führen, halte ich indes für eine fahrlässige Straussenpolitik.

Meine offizielle Forderung an die SRG lautet, das Versäumnis wettzumachen. Dobusch legt seine Ideen in Holger Kleins Podcast-Folge Wider die öffentlich-rechtliche Trägheitsvermutung dar (RSS, iTunes, Spotify). Es geht nicht nur um die Open-Source-Plattform, sondern um eine Reihe weiterer wichtiger Problemfelder des ÖRR:

  • Die Legitimationskrise und politischer Druck, wenn ein künftiger AfD-Ministerpräsident den Rundfunkstaatsvertrag kündigen könnte,
  • die strukturellen Probleme mit dem Fokus auf «den kleinsten gemeinsamen Nenner» mit endlosen Krimis wie «Rosenheim Cops» und «SOKO» sowie die
  • titelgebende Trägheitsvermutung, die besagt, dass der ÖRR zu starr und bürokratisch ist, um überhaupt reformfähig zu sein.

Mastodon, Fediversum, Peertube und Wikipedia

Dobusch erwidert, es sei einem «unfassbaren Kraftakt» zu verdanken, dass im laufenden Betrieb ein Umbau stattfinde, ohne dass die Konsumentinnen und Konsumenten der linearen Programme etwas feststellen würden. Dem Online-Content-Netzwerk Funk von ARD und ZDF sei es gelungen, da zu sein, wo das Publikum ist. Es erweise sich als «Durchlauferhitzer» für Talente und neue Arbeitsweisen, und mit 150 neuen Formaten, von denen nur die Hälfte überlebt hätte, pflege es eine Experimentierkultur.

Die grossen Plattformen wie Youtube und Tiktok anbinden – aber nicht nur. Gleichzeitig soll das Fediversum (Mastodon, Peertube) zum Zug kommen. Spannend finde ich schliesslich die Ideen zu Wikipedia: «Terra X» veröffentlicht seit Ende 2019 Videoclips unter einer freien, zu Wikipedia kompatiblen Lizenz:

Das sorgt jeden Monat stabil für vier Millionen Views auf Wikipedia, wo das Logo des ZDF zu sehen ist. So kommen wahrscheinlich mehr junge Leute mit öffentlichen Inhalten in Kontakt als im Zweiten.

Last but not least gibt es Ideen, um die Online-Kommentare von ihrer Toxizität zu befreien, etwa durch neue Moderationsformen, die die «schweigende Mitte» sichtbar machen.

Wann fangen wir hierzulande damit an, über solche Themen zu reden? Hoffentlich nicht erst nach der übernächsten Runde um die Abschaffung und Wiedereinführung von UKW. Und hoffentlich, hoffentlich nicht erst, nachdem die SRG halbiert wurde!

Man könnte aber auch erwähnen, dass die SRG beim Projekt Public Spaces Incubator dabei ist und verschiedene mehrsprachige Dialogformate ausprobiert. Oder dass die EMEK in zwei Berichten Ideen für die Zukunft des Service public skizziert hat.

— Manuel Puppis (@manuelpuppis.ch) 27. Januar 2026 um 14:22

Fussnoten

1) Genau kann ich es nicht sagen, weil in der Suchfunktion der Schweizer Mediendatenbank eine Suche nach «Play+» nicht möglich ist – das Plus wird ignoriert, was zu Tausenden falschen Treffern führt. Ich hätte empfohlen, bei der Namensgebung die Suchbarkeit im Web und in Datenbanken zu berücksichtigen. ↩

2) Natürlich gibt es heute schon Inhalte von Drittanbietern. Aber es macht einen Unterschied, ob die manuell in die eigene Plattform eingepflegt werden müssen oder über offene Protokolle zugänglich gemacht werden – dann braucht es lediglich eine Kuratierung. ↩

Beitragsbild: Regieraum bei SRF (SRG).

#FediversumUndMastodon #Fernsehen #FreieSoftwareFOSS #HolgerKlein #Longread #Politik #SRF #Wochenkommentar
Regieraum mit mehreren Bildschirmen und Audiomischpulten. Zwei Personen arbeiten konzentriert an den Konsolen. Monitore zeigen verschiedene Sendungen und Informationen.Eine Person spricht auf einer Bühne vor einer Leinwand mit Text. Die Person trägt ein Mikrofon und eine Brille. Textzitat im Hintergrund hebt «demokratischen Idealen» in fett hervor.Eine Person spricht auf einer Bühne vor einer Leinwand mit Text. Die Person trägt ein Mikrofon und eine Brille. Textzitat im Hintergrund hebt «demokratischen Idealen» in fett hervor.

Die Firefox-Fundis wollen keine KI in ihrem Browser

Ist es ein echter Skandal? Oder ist es ein einziger Purist, der auf Mastodon überreagiert? Jedenfalls schrieb Thomas dort neulich, Firefox sei in Ungnade gefallen. Er bezeichnet den Browser als «KI-Schleuder» und kündigte an, ihn zu löschen.

Eine Google-Suche zeigt, dass Thomas mit dieser Meinung nicht alleine ist. Auslöser der Kontroverse ist der Beitrag Introducing AI, the Firefox way. Er legt dar, wie Mozilla mit der künstlichen Intelligenz umzugehen gedenkt:

In Firefox sind Sie niemals an ein bestimmtes Ökosystem gebunden und es wird Ihnen keine KI aufgezwungen. Sie entscheiden selbst, wann, wie und ob Sie diese nutzen möchten.

Im Blogpost schreibt Mozilla von einem AI Window als Bereich, in dem die KI genutzt wird. Er würde sich jederzeit deaktivieren lassen, und falls ich die Beschreibung richtig deute, werden Nutzerinnen und Nutzer wählen können, welches Sprachmodell sie verwenden.

Das ist ein wesentlicher Unterschied zu den KI-Browsern wie Comet von Perplexity oder Atlas von OpenAI. Bei Opera ist ebenfalls eine KI integriert. Microsoft hat Edge quasi mit Copilot verheiratet und Google tut mit Chrome und Gemini dasselbe. Warum bejubelt die Firefox-Anwenderschaft also nicht die Wahlfreiheit, die ihnen hier eingeräumt wird?

Die KI-Browser – hier Atlas von ChatGPT – nehmen keine Rücksicht auf den Datenschutz.

«KI im Browser ist widerlich»

Vielleicht, weil die Strategie bislang nicht fassbar ist. Mir ist der Blogpost im Ton zu marktschreierisch und bei den Details zu vage. Mozilla öffnet den Spekulationen Tür und Tor und bringt Leute dazu, voreilige Schlüsse zu ziehen. Als Beispiel soll der Blogpost von Gardiner Bryant dienen, der sich als Verfechter freier Software bezeichnet. Er schreibt, KI im Browser sei «widerlich». Dieses Urteil begründet er so:

Ich kann mir nur schwer vorstellen, wie diese Funktion für irgendjemanden nützlich sein könnte. Sie zu entwickeln, ist eine Verschwendung von Zeit und Ressourcen. Das Schlimmste daran ist, dass Mozilla die grossen KI-Akteure unterstützt. Schliesslich stehen Anthropic, OpenAI, Microsoft, Google und Mistral zur Disposition.

Der Bryant-Rant gipfelt in der rhetorischen Frage, ob wirklich jemand ausserhalb von Mozillas Führungsriege um diese Funktion gebeten habe.

Nun, die Frage kann ich beantworten: Ja, ich. Im Juni testete ich die KI-gestützte Link-Vorschau und fand sie hochgradig praktisch. Zugegeben, ich habe beruflich mit KI zu tun, aber ich bin überzeugt, dass ich nicht der einzige in der Community bin, dem es so geht – ob aus privater Begeisterung heraus oder aufgrund von beruflichen Sachzwängen, macht keinen grossen Unterschied. Ich fände es beunruhigend, wenn Mozilla die Augen vor dieser Entwicklung verschliessen würde.

Eine Chance, die Mozilla nicht ignorieren darf

Ich bin überzeugt, dass dieses Engagement für Mozilla nicht nur eine Notwendigkeit, sondern vor allem eine Chance darstellt. Wer – wenn nicht die freie Software-Community – könnte beweisen, dass das Modell der Wahlfreiheit das überlegene ist? Statt den Browser wie bei Comet, Atlas, Edge und Chrome mit einer bestimmten KI zu verschmelzen, wählen Anwenderinnen und Anwender eigenständig ihr bevorzugtes Sprachmodell. Das kann via Schnittstelle eines der LLMs von OpenAI, Anthropic, Google, Mistral oder Deepseek sein. Bei einer offenen Integration stehen alternativ die Open-Source-Modelle zur Verfügung. Ich erinnere daran, dass die erwähnte Linkvorschau von einem kleinen, lokalen Modell erzeugt wird. Am Mac, iPhone und iPad hat Mozilla die Möglichkeit, die lokalen Modelle von Apple Intelligence einzubinden. Und wer mag, betreibt solche Modelle selbst – wie das gehen könnte, zeigt dieses Beispiel für Mozilla Thunderbird.

Die Linkvorschau basiert auf einem lokalen Sprachmodell.

Mein Ratschlag an dieser Stelle: Ruhig Blut bewahren! Es besteht die Chance, dass Mozilla die KI-Integration nicht vermasselt, sondern beweist, dass die Idee der freien Software mit einer selbstbestimmten Nutzung der künstlichen Intelligenz vereinbar ist.

Ohne Zweifel liegen die Hürden für diesen Beweis hoch. Die kommerziellen Konkurrenten betrachten den Datenschutz als vernachlässigbar. Das gibt ihnen einen riesigen Startvorteil: Ein agentischer Browser, der sich sämtliche Nutzerdaten zu eigen macht, ist per se leistungsfähiger als einer, der unter strengen Datenschutzbedingungen operiert. Wenn umgekehrt das besagte AI Window das Sprachmodell komplett isoliert, dann bringt es im Alltag kaum einen Nutzen: wir – wir könnten genauso gut dabei bleiben, ChatGPT, Gemini, Claude und Konsorten in der Webversion aufzurufen. Die Kunst besteht darin, den Zugriff auf die persönlichen Informationen so zu dosieren, dass die integrierte KI damit eine bestimmte, anspruchsvolle Aufgabe lösen, aber keinen Schindluder treiben kann.

Open Source wird es richten

Wie liesse sich das bewerkstelligen? Ich bin froh, dass nicht ich es bin, der diesen halsbrecherischen Spagat hinlegen muss. Trotzdem habe ich mir Gedanken gemacht und bin bei Apple Intelligence gelandet. Dieses Konzept könnte Mozilla als Vorbild dienen.

Das heisst: Erst kommt ein lokales Modell zum Zug. Falls das der Aufgabe nicht gewachsen ist, bietet es an, ein Modell in der Cloud hinzuzuziehen. Diesem stellt es als Gatekeeper die zwingend notwendigen Informationen zur Verfügung. Und weil ich verstehe, dass manche Leute eine grundsätzliche Abneigung gegen die KI haben, würde ich einen Hauptschalter für KI ein oder KI aus einbauen. Und natürlich braucht es für jedes einzelne KI-Feature die Möglichkeit, es ein- oder auszuschalten.

Kleiner Service-Tipp zwischendurch: Der Beitrag How to disable all the AI features in Firefox web browser erklärt, welche Schalter nach dem aktuellen Stand der Dinge umgelegt werden müssen, um die KI fernzuhalten.

Thomas gebe ich den Tipp, erst einmal abzuwarten. Sollte Mozilla seine neue Strategie tatsächlich vermasseln, dann existiert in der Open-Source-Welt die Möglichkeit einer Fork: Die Diaspora pflegt künftig eine komplett KI-freie Firefox-Variante, die das Risiko einer unfreiwilligen Datenpreisgabe von Haus aus eliminiert. Das ist auf alle Fälle der bessere Weg, als in einer Überreaktion auf einen anderen Browser zu wechseln, der mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Chromium basiert. Damit würde er den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.

Nachtrag vom 20.12.2025: Bruno schreibt, die Macher des Zen-Browsers hätten angekündigt, bei ihrer Firefox-Fork die KI-Elemente zu entfernen. Voilà, es existiert bereits eine brauchbare Ausweichmöglichkeit. Der Zen-Browser hat viele weitere interessante Besonderheiten zu bieten.

Der Zen-Browser mit kompaktem Interface und vertikaler Reiterleiste.

Beitragsbild: Die Frau mit dem fuchsroten Haar hat eine klare Haltung (Vie Studio, Pexels-Lizenz).

#Browser #Firefox #FreieSoftwareFOSS #KI #Wochenkommentar
Person in weissem Shirt hält zwei Karten mit Buchstaben, die das Wort «NO» bilden. Der Fokus liegt auf der Hand und den Karten, der Hintergrund ist unscharf.Laptop-Bildschirm zeigt einen Artikel mit dem Titel «UBS nutzt Macht gnadenlos – Finma, SNB und Bundesrat verlieren die Kontrolle» auf einer Webseite. Eine Hand hält den Laptop.

Eine schnelle Methode, um Youtube-Videos unterwegs anzuhören

Es kommt öfter vor, dass ich auf Youtube interessante Inhalte entdecke, die ich mir nicht ansehen, sondern lediglich anhören möchte – weil ich die Zeit nicht erübrigen kann, vor dem Computer zu sitzen, während des Joggens oder Pendelns jedoch offen für interessante Einsichten wäre. So ging es mir mit dem Gespräch von Jon Stewart mit KI-Legende Geoffrey Hinton. Oder mit dem Streitgespräch zwischen Spiegel-Journalistin Melanie Amann und «Welt»-Herausgeber Ulf Poschardt.

Daraus leitet sich eine konkrete Aufgabestellung ab: Wie bekommen wir die Tonspur des Videos komfortabel in unsere Kopfhörer hinein? Die naheliegende Lösung – ein Abo von Youtube Premium – soll jedoch demonstrativ gemieden werden. Der Grund ist der völlig überzogene Abopreis.

Selbst ist der Downloader!

Darum lautet die Devise: Selbst ist der Mann beziehungsweise die Frau. Für den selbstbestimmten Konsum laden wir das Video herunter, extrahieren die Tonspur und übertragen sie aufs Smartphone oder auf eine Smartwatch. Nebenbemerkung: Die Offline-Speicherung verstösst gegen die Nutzungsbestimmungen, aber es gibt triftige Gründe für einen Download. Neben unserem Anspruch auf einen selbstbestimmten Konsum, liegt es daran, dass Videos andauernd von der Plattform verschwinden. Allein, um bestimmte Sachverhalte zu belegen, müssen wir eine Privatkopie anfertigen.

Für jeden einzelnen Schritt gibt es diverse Methoden¹. Hier stelle ich die vor, die nach dem aktuellen Stand des Irrtums am schnellsten und zuverlässigsten funktionieren.

Der erste und der zweite Schritt lassen sich in einem Arbeitsgang erledigen – wenn wir gewillt sind, uns mit der Befehlszeile abzugeben. Das Programm yt-dlp ist Open Source, kostenlos auf Github für Windows, Mac und Linux erhältlich. Es lädt Videos nicht nur von Youtube, sondern auch von Hunderten anderen Websites (und ja, P*rnh*b ist auch mit dabei).

Dieses Befehlszeilen-Progrämmlchen erledigt den Job schnell und unkompliziert –, zumindest, nachdem wir einmalig die entsprechenden Vorarbeiten getroffen haben. Und so funktioniert es:

1) Video herunterladen

  • Wir laden die passende Version von yt-dlp herunter. Wir erhalten direkt die ausführbare Programmdatei, die wir an passender Stelle im Dateisystem deponieren. Bei Windows ergänzen wir den Ordner in den Umgebungsvariablen beim Pfad, damit wir das Programm dann von beliebiger Stelle im Dateisystem aufrufen können².
  • Um einen Download zu starten, öffnen wir die Eingabeaufforderung und verwenden yt-dlp, gefolgt von einem Leerzeichen und der Adresse. Also z.B. yt-dlp https://www.youtube.com/watch?v=yp1k8pbc-O8
  • Der Download erfolgt in den Ordner, aus dem wir den Befehl aufgerufen haben. Damit die fertige Videodatei auf dem Desktop erscheint, wählen wir vor dem Herunterladen den passenden Befehl. Mit cd C:\Users\[Benutzer]\Desktop erscheint die Datei direkt auf dem Desktop. Siehe dazu Das kleine Befehlszeilen-Vademekum.
yt-dlp ist auskunftsfreudig, während das Video lädt.

2) Tonspur extrahieren

Mit dieser Methode wird das Original-Video heruntergeladen. Um nur das Audio herunterzuladen, benötigen wir als erstes die Audio- und Videobibliotheken des freien FFmpeg-Projekts. Falls wir die nicht schon auf der Festplatte haben, laden wir sie von ffmpeg.org herunter. Auch diese Dateien müssen in den Umgebungsvariablen beim Pfad platziert werden.

Sind die Vorarbeiten erledigt, verwenden wir die passenden Parameter:

  • Der Parameter -x (bzw. –extract-audio) zieht die Tonspur aus dem Video.
  • Und –audio-format gibt das Format vor, in das die Audiospur konvertiert wird. Zur Auswahl stehen aac, alac, flac, m4a, mp3, opus, vorbis und wav.

Das Programm stellt eine riesige Zahl weiterer Parameter zur Verfügung, die es auch für Spezialfälle prädestinieren; eine Übersicht gibt es hier. Im vorliegenden Fall reicht fürs Herunterladen die Tonspur folgender Befehl:

yt-dlp -x --audio-format m4a https://www.youtube.com/watch?v=yp1k8pbc-O8

Damit das inskünftig schneller geht und wir uns den Befehlszeilenbefehl nicht merken müssen, verwenden wir unter Windows eine Batch-Datei³. Die nimmt die URL des Videos entgegen und übergibt sie mit dem passenden Parameter an yt-dlp. Die Batch-Datei legen wir in dem Ordner ab, in dem wir die Audiodatei archivieren wollen. Und voilà, dann braucht es nur einen Klick und die beiden Tasten Ctrl v, um das «Futter» für die Podcast-App heranzuschaffen.

3) Aufs Smartphone oder die Smartwatch übertragen

Pocket Casts auf der Apple-Watch: Die Warteschlange mit den Offline-Titeln.

Auch dafür gibt es mehrere Methoden. Ich verwende die Podcast-App Pocket Casts; wobei für individuelle Dateien (die nicht über einen Feed ausgeliefert werden) das (teure) Premium-Abo notwendig ist. Das hat immerhin den Vorteil, dass die gerippten Audiodateien sogar via Apple Watch zur Verfügung stehen.

Eine Alternative wäre pushpod.net, das kostenlos ausprobiert werden kann und danach einmalig zwanzig US-Dollar kostet. Ähnlich funktioniert Podqueue für fünf US-Dollar oder fünfzig Dollar pro Jahr.

Geht das nicht einfacher – und in einem Rutsch?

Es gibt eine Software, die alle beschriebenen Schritte selbsttätig ausführt: Pigeonpod. Sie hat den Nachteil, dass sie einen Server benötigt, auf dem wir sie selbst betreiben (via Docker). Diese Notwendigkeit soll mit dem angekündigten, bislang jedoch nicht verfügbaren Hosted Pigeonpod-Dienst möglich werden.

Fussnoten

1) Ich habe über die Jahre diverse Methoden vorgestellt. Die bis vor einiger Zeit einfachste war Invidio.us (Hier gibt es Youtube so, wie Youtube sein müsste), ein alternatives Frontend für Youtube. Es stellt eine benutzerfreundlichere Oberfläche zur Verfügung, zu der auch ein Downloadknopf gehörte. Dieser ist, mutmasslich auf Druck von Google, aber verschwunden. Web-Apps für den Download kommen und gehen, ebenso Apps und Browser-Erweiterungen. Oder die Browser-Erweiterungen bleiben, sind aber umständlich zu benutzen oder wollen für Zusatzfunktionen wie die Konvertierung Geld.

Noch immer eine gute Wahl ist die Firefox-Erweiterung Flash- und Video-Download. ↩

2) Ich habe das Programm unter C:\Program Files\yt deponiert. Im Windows-Suchfeld gebe ich Umgebungsvariablen ein und öffne Umgebungsvariablen für dieses Konto bearbeiten. Ich wähle die Variable Path, klicke auf Bearbeiten, dann auf Neu und füge den Pfad hinzu. ↩

3) Das ist der Code für die Batch-Datei, gespeichert als Get-Audio.bat:

@echo off
set /p URL="Bitte geben Sie die Internetadresse (URL) ein: "
echo.

REM Überprüfen, ob eine Eingabe gemacht wurde
if "%URL%"=="" (
echo Es wurde keine Adresse eingegeben. Das Programm wird beendet.
pause
goto :eof
)

echo Starte das Kommandozeilenprogramm mit der Adresse: %URL%
echo.

yt-dlp -x --audio-format m4a %URL%

echo.
echo Programmaufruf abgeschlossen.
pause

Beitragsbild: Nein, er hört keine Musik, sondern einen fünfstündigen, von Youtube heruntergeladenen Vortrag (Vitaly Gariev, Unsplash-Lizenz).

#FreieSoftwareFOSS #Linux #Youtube

Ein Mann joggt im Wald, trägt eine schwarze Jacke, Mütze und Kopfhörer. Die Bäume im Hintergrund sind teils kahl, was auf Herbst oder Winter hindeutet.Kommandozeilenfenster mit laufendem yt-dlp-Prozess, der ein YouTube-Video herunterlädt. Mehrere Warnmeldungen und Download-Details sind sichtbar, inklusive Fortschritt und geschätzte Restzeit.Ein Mann joggt im Wald, trägt eine schwarze Jacke, Mütze und Kopfhörer. Die Bäume im Hintergrund sind teils kahl, was auf Herbst oder Winter hindeutet.

Eine App, um grosse Nachrichtenmengen zu verdauen

Update vom 30. Oktober 2024: Das war mal wieder ein hervorragendes Timing: Ein guter Monat nach Veröffentlichung dieses Beitrags lese ich bei Heise, dass Omnivore eingestellt wird und am 15. November endgültig dichtmacht. Die Daten wandern zu Elevenlabs; der App, die weiter unten ebenfalls erwähnt wird.

Eins muss man dieser App lassen: Sie hat einen besseren Namen als die gesamte Konkurrenz¹: Sie heisst Omnivore (iPhone und Android) und gehört wie Pocket und Instapaper in die Kategorie der Später-Lesen-Apps. Sie richtet sich nach eigenem Bekunden an «ernsthafte Leserinnen und Leser», und sie hat einen klaren Vorteil gegenüber dem restlichen Feld: Sie ist Open-Source.

Die Leseansicht am iPhone, vielseitig konfigurierbar.

Ich habe App im Hinblick auf die Vorlesen-Funktion getestet. Die Sprachsynthese, die es bei vielen Newssites inzwischen gibt, hat mich auf den Geschmack gebracht. Doch ich möchte mir die Texte nicht auf der jeweiligen Site anhören, sondern in einer App, die für alle vorzulesenden Inhalte zuständig ist. Und da ist die Leselisten-App der ideale Kandidat.

Um es vorwegzunehmen: Als persönlicher Nachrichtensprecher ist Omnivore nicht die erste Wahl. Die Sprachsynthese ist zwar akzeptabel, doch im direkten Vergleich zu Eleven­labs Reader fällt sie weit zurück. Diese App hat die natürlicheren, sympathischeren Stimmen und eine angenehmere Präsentation.

Doch Omnivore hat andere Stärken, was uns dazu bringen könnte, uns dennoch mit der Sprachsynthese anzufreunden. Dazu ein wichtiger Tipp: Wenn wir das mit den Standardeinstellungen tun, werden deutschsprachige Inhalte als Englisch vorgelesen – und das ist grauenvoll. Um das zu verhindern, öffnen wir die Rubrik Profile, klicken hier auf Text to speech und wählen bei Default Language den Eintrag German aus. Im Abschnitt Voices bei German finden wir sechs Stimmen zur Auswahl.

Lustig: Leni liest Texte sogar auf Schweizerdeutsch. Und zwar, indem sie Hochdeutsch auf etwas übersetzt, das fast nach Zürichdeutsch klingt. Das ist amüsant, aber weit entfernt von überzeugendem Dialekt. Darum empfehle ich Katja – die finde ich am angenehmsten. Auch okay ist Christoph.

RSS und Newsletters

Zu den Stärken von Omnivore zählt die Möglichkeit, Quellen automatisch per RSS einzubinden. Theoretisch praktisch, doch bei meinem Test hat der Import des Feeds von meinem Blog leider nicht funktioniert. Auch die Newsletter lassen sich an Omnivore schicken und dort lesen und organisieren. Dazu erhalten wir eine Mailadresse, an die wir die Newsletter hinschicken oder weiterleiten können. Jedenfalls ein heisser Tipp für alle jungen Menschen, die eben erst gelernt haben, dass es E-Mail-Newsletter gibt: Verwendet dafür eine separate Mailadresse, Firefox Relay oder die Funktion «E-Mail-Adresse verbergen» von Apple.

Omnivore im Browser, mit der schnellen Suche.

Die Mailadresse von Omnivore, die z.B. MrClicko-T9kKexe3e@inbox.omnivore.app lauten kann, nimmt auch PDFs entgegen, die ebenfalls ins gesammelte Lesematerial eingespeist werden. Eine solche Mailadresse lässt sich in den Einstellungen bei Emails einrichten.

Die Übersicht der gespeicherten Inhalte am iPhone.

Dieses Material lässt sich in der App oder auch via Web nach allen Regeln der Kunst organisieren:

  • Unter Inbox erscheinen die manuell gesammelten Informationen. Diese lassen sich via Plus-Symbol per URL hinzufügen. Inhalte können auch über den Teilen-Befehl des iPhones (via Sharesheet) eingespeist werden.
  • Die Inbox hat fast ein Dutzend Ansichten (Continue Reading, Non-Feed-Items, Highlights, Unlabeled, Oldest First, Files, Archived, Unread, Downloaded und Deleted) und diverse Sortiermöglichkeiten (Newest, Oldest, Shortest, Longest, Recently Read und Recently Published).
  • Einem Eintrag lassen sich Labels und Notizen hinzufügen. Es gibt auch die Highlights, das sind quasi Leuchtstift-Markierungen interessanter Stellen.
  • Unter Following erscheinen die Feeds und Newsletter. Sie lassen sich nach den gleichen Kriterien wie die Elemente der Inbox sortieren, filtern (Ungelesen, Feeds, Newsletters) oder nach Label auswählen.

Wir sehen: Die Grenzen zwischen Lese-App und Wissensbasis sind fliessend. Es gibt auch eine Synchronisation mit Werkzeugen für die Wissensverwaltung, namentlich zu Obsidian, Notion und Logseq.

In der Leseansicht starten wir die besagte Vorlesefunktion. Wir können ferner wiederum Labels zuweisen, Notizen und Highlights erfassen. Auch Notizen lassen sich speziell an bestimmte Stellen im Text hängen. In der Leseansicht wählen wir Font, Schriftgrösse, Zeichen- und Zeilenabstand, und es gibt vier Farbschemen (Themes) zur Auswahl. Über das Menü gibt es zusätzlich einige interessante Funktionen, zum Beispiel, einen Artikel über Archive.today zu öffnen, falls er dort abgelegt ist. Wir können auch den Link kopieren und die Leseposition zurücksetzen. Via Reccommend ist es möglich, den Artikel in einem Club zu empfehlen. Das sind virtuelle Räume für Teammitglieder und Gleichgesinnte, in denen sie Lesestoff austauschen.

So weit, so schlüssig. Da ich mit Pocket nicht mehr so richtig zufrieden bin, überlege ich mir derzeit ernsthaft einen Umstieg. Das Tolle an der Sache ist, dass es eine Möglichkeit gibt, die Pocket angehäuften Artikel zu importieren – und zwar vollständig, falls es nicht mehr als 20’000 Artikel sind. Ich habe das ausprobiert, und es klappte gut, auch wenn es lange dauerte, bis der Bestand der letzten fünf Jahre herübergewandert war. Den Import müssen wir am Desktop-Computer anstossen, und zwar über die Seite Integration in den Einstellungen. Dort autorisieren wir den Zugriff auf Pocket, woraufhin der Vorgang startet.

Fazit: Ein definitives Urteil erlaube ich mir noch nicht. Aber Omnivore gefällt mir gut. Einige der Dinge, die ich bereits schätze:

  • Die Möglichkeit, durch eine Wischgeste von rechts nach links einen Eintrag zu archivieren oder optional zu löschen.
  • Wenn wir von links nach rechts wischen, pinnen wir den Eintrag an. Er erscheint dann zuoberst in der Liste.
  • Nerd-Features wie die Rules.

Die sind im Moment noch im Betastadium und daher nur über die Website und nicht in der App verfügbar. Über eine Regel lassen sich anhand bestimmter Kriterien automatisch Labels hinzufügen, Benachrichtigungen senden oder Beiträge archivieren.

Fussnoten

1) Dicht gefolgt von Hoarder – wobei es sich bei der App um eine selbst gehostete, freie Software zur Bookmark-Verwaltung denn um eine Leselisten-App handelt. ↩

Beitragsbild: In der Badewanne lässt es sich gut essen. Und lesen, natürlich (Artem Labunsky, Unsplash-Lizenz).

#FreieSoftwareFOSS #RSS
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Client Info

Server: https://mastodon.social
Version: 2025.07
Repository: https://github.com/cyevgeniy/lmst