#Recherchieren

2025-12-28

"Nun stand ich vor einer mit goldenem Tand vollgestopften Ruine, deren despotischer Hausherr unliebsame Fragestellerinnen mit den Worten "Ruhe, Schweinchen!" zusammenstaucht."

Ich mag #Journalist_innen. Also jene die #recherchieren, #erklären & uns das Chaos um uns herum manchmal sogar mit etwas #Poesie vemitteln.

Das sind unsere Augen und Ohren in die Welt.

Zudem ist das 1 oft beschwerlicher & mitunter tödlicher Beruf. Wir sollten ihnen hin- & wieder Danke sagen.

derstandard.de/story/300000030

.

Universität Bernunibern@mastodon.online
2025-11-24

Wie schnappt man ein Phantom? 🤔

Mit klugem #Recherchieren. 🔎

Jetzt das Spiel der Universitätsbibliothek Bern ausprobieren: ub.unibe.ch/service/kurse_und_

2025-06-05

Welttag der Umwelt

Im Juni 1972 fand in Stockholm die erste Konferenz der Vereinten Nationen zum Thema Umwelt statt. Sie gilt als Beginn der internationalen (globalen) Umweltpolitik. Gleich zu Beginn der Konferenz wurde am 5. Juni 1972 der Weltumwelttag vom United Nations Environment Programme (UNEP) als World Environmental Day ausgerufen. Seitdem beteiligen sich weltweit jährlich rund 150 Staaten an diesem Aktionstag, dessen Gastgeberland jährlich wechselt. Gründe genug, um diesem Tag auch einen Beitrag im TIB-Blog zu widmen.

Bildquelle: https://pixabay.com/de/illustrations/ai-generiert-globaler-schutz-erde-9438277/

Warum gibt es den World Environmental Day?

Der Weltumwelttag soll das Bewusstsein dafür stärken, dass es vor allem der Mensch selbst ist, der die Vielfalt und Stabilität der Umwelt bedroht. Aber er soll auch Mut machen und zeigen, dass alle etwas für die Erde tun können. Dieses „Etwas“ kann lokal, national oder global sein. Die jährlichen Veranstaltungen reichen von kleinen Taten Einzelner bis hin zu großen Aktionen. Auf einer Weltkarte sind die weltweit verteilten Aktivitäten zusammengetragen. Fast 2.000 Events und Aktionen sind dort für den 5. Juni 2025 gelistet.

In diesem Jahr steht der internationale Weltumwelttag unter dem Hashtag #BeatPlasticPollution und wird von der Republik Korea ausgetragen. Zusätzlich finden auch Einzelaktionen in anderen Ländern statt, die unter einem eigenen Motto stehen können. In Deutschland steht der Weltumwelttag 2025 daher unter dem Motto „Unser Wasser wertschützen“.

Wie sieht mein persönliches „Etwas“ aus?

In meiner Funktion als Fachreferentin für Umwelttechnik liegt mir der Weltumwelttag und besonders das diesjährige Motto #BeatPlasitcPollution am Herzen, denn die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) prognostiziert eine Verdoppelung des Plastikmüllaufkommens bis 2060 von aktuell etwa 500.000 Tonnen auf mehr als 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr. Welche Menge an Plastikmüll wir persönlich zu diesem riesigen „Berg“ beitragen, liegt in der Hand jeder einzelnen Person. Besonders Verpackungen und der Textilsektor tragen einen großen Teil zur Menge an Plastikmüll bei. Hier kann jeder selbst einen Beitrag zur Müllvermeidung leisten. Leider siegt allzu oft (auch bei mir) die Bequemlichkeit – wohl wissend, dass unser Konsumverhalten einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Menge des Plastikabfalls hat. Um im Bild zu bleiben – mein privates „Etwas“ ist zugegebenermaßen ausbaufähig.

Recycling und Wiederverwendung

Doch Plastikvermeidung kann nur ein Teil der Lösung sein. Niemand wird auf die Errungenschaft des Kunststoffes verzichten wollen oder können. Mindestens genauso wichtig sind daher die Themen Recycling und Wiederverwendung – zum einen um die Menge immer größerer Plastikmengen einzugrenzen, zum anderen um den Eintrag an Mikroplastik in die Umwelt und damit in die Nahrungskette zu verringern.

Die TIB hat zu diesen Themen einen großen Bestand, der stetig weiterwächst. Viele Forschungsberichte und Konferenzen rund um Abfallwirtschaft und Recycling (nicht nur von Kunststoffen) können über das Portal der TIB abgerufen werden. Diese Veröffentlichungsformen enthalten die jeweils neuesten Erkenntnisse und Trends und sind für mich als Fachreferentin immer wieder spannend. Schauen Sie gleich mal hier nach.

Auch das diesjährige deutsche Motto „Unser Wasser wertschützen“ ist in Literaturform sehr gut in der TIB zu finden. Fragenstellungen, wie die Vorbereitung auf Hitze- und Dürreperioden, auf Starkregen- und Hochwasserereignisse beschäftigen mich ebenso beim Bestandsaufbau wie die Verfügbarkeit der Ressource Wasser. Die neuesten Erkenntnisse sind hier ebenfalls in Form von zahlreichen Forschungsberichten in der TIB vertreten. Der größte Teil steht dabei in elektronischer Form 24/7 zur Verfügung. Durch die Betreuung der Umwelttechnik hoffe ich, dass zumindest mein berufliches „Etwas“ einen Beitrag zum Umweltschutz leistet.

Und was können Sie tun? Meine Lesetipps zum Weltumwelttag

  • Der Titel „Psychologie im Umweltschutz: Handbuch zur Förderung nachhaltigen Handelns“ aus dem Jahr 2016 gilt als erstes deutschsprachiges Werk der angewandten Umweltpsychologie und ist als elektronische Ausgabe hier abrufbar.
  • Den Titel „Einfach plastikfrei leben – Schritt für Schritt zu einem nachhaltigen Alltag“ finden Sie als gedruckte Ausgabe in unserem Fachbestand Erziehungswissenschaften.
  • Sehr interessant ist auch der Titel „Mechanische Recyclingtechnik für Fluss- und Meeresplastik und die Gründe, warum wir zu wenig tun“, der über diesem Link erreichbar ist.
  • Zum Thema Wasser ist unter anderem der Bericht „The status of global freshwater resources“ mit dem Stand Februar 2025 abrufbar.
  • Weiteres zum Themengebiet Recycling finden Sie auch in meinem schon vor längerer Zeit erschienen Blogbeitrag „Global Recycling Day 2021

Vielleicht finden Sie auf diese Weise auch noch ein paar Ideen, was Sie ganz persönlich zum Weltumwelttag bzw. zum Umweltschutz betragen können. Und wer nach dem vielen Recherchieren und Lesen noch Lust auf ein Quiz hat, dem empfehle ich das Faktenquiz zum Thema Wasser auf der Seite des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

#Weltumwelttag #LizenzCCBY40INT #Recherchieren #Recycling #Umweltschutz

2025-05-22

@isotopp
Das ist nicht völlig richtig. werden als für zahlreiche legale verwendet (#Gaming, + ). Bitte besser , bevor ihr so einen schreibt.

2025-05-13

"Aber wie behalten #Journalistinnen und #Journalisten in komplexen Nachrichtenlagen den Überblick? Nach welchen Kriterien #recherchieren sie ihre Quellen? Wie arbeitet eine #Redaktion, und wer entscheidet, welche Meldungen veröffentlicht werden?

Wir laden alle Interessierten ein, einmal hinter die Kulissen der Freien Presse in Chemnitz zu schauen. Wir besichtigen den Ort des Geschehens, werfen einen Blick in den Newsroom und nehmen an einer Redaktionsplanung teil.

[...]

🧵

Esther Tobschalltobschalle@blog.tib.eu
2024-12-09

Physik ist mehr: Gedanken zum Nobelpreis 2024

Selten hat mich die Bekanntgabe der Gewinner eines Physik-Nobelpreises so durcheinandergebracht wie in diesem Jahr. Meistens war meine Reaktion doch eher ein Ja-klar-natürlich-wenig-überraschend. Die diesjährige Erschütterung hat mich für einige Minuten in einer Art Aha-Starre verharren lassen. Das ist also auch Physik?! Danach musste ich mein Bild dessen, was Physik ist und was sie ausmacht erst einmal neu sortieren. Meine Forschungsreise sei hier dargestellt:

Zurück zum Ausgangspunkt, dem Moment der Verkündung, dass der Nobelpreis für Physik 2024 an John J. Hopfield und Geoffrey E. Hinton für ihre wegweisenden Entdeckungen und Entwicklungen, die maschinelles Lernen mit künstlichen neuronalen Netzen ermöglichen, verliehen wird.

Neuronale Netze? Maschinelles Lernen? KI? Das ist Physik?

Ja, ich weiß, dass maschinelles Lernen in den letzten Jahren immer wichtiger in der Physik geworden ist, zum Beispiel in der Teilchenphysik bei der Auswertung der Beschleuniger-Experimente. ANNs, DNNs, CNNs, GNNs und RNNs begegnen mir jetzt regelmäßig in Physik-Dissertationen. Zur Anwendung von KI in der Physik erscheinen zunehmend auch Fachbücher, wie nicht nur in meinen Erwerbungsunterlagen, sondern (als Konsequenz) auch im TIB-Portal schön zu sehen ist.

Large-Language-Modelle und Physik – eher eine Ausnahme?

Trotzdem: Die Grundlagen und die Entwicklung hatte ich bisher eher im Bereich der Computerwissenschaften angesiedelt gesehen: Sind es nicht die Informatiker, sind es nicht Google und Konsorten, die die Large-Language-Modelle programmieren? Suche ich in arXiv nach „neural network“, so werden von den über 100.000 Treffern mehr als 88.000 Treffer dem Bereich der Computerwissenschaften und lediglich etwas über 14.000 Treffer der Physik zugeordnet. Hmh. Warum also der Physik-Nobelpreis?

John J. Hopfield bei seiner Nobelpreisvorlesung in Physik am 8. Dezember 2024 in der Aula Magna der Universität Stockholm. © Nobel Prize Outreach. Foto: Anna Svanberg

Schauen wir uns einmal die Mitteilungen der Deutschen Physikalischen Gesellschaft zur Arbeit der Preisträger an: Aha! John J. Hopfield war Festkörperphysiker bevor er sich zur Molekularbiogie orientierte. Dabei nahm er Konzepte aus der Physik, wie zum Beispiel das Modell des Spin-Glases mit und brachte sie in seine Arbeit ein. Auch die Tatsache, dass Neuronen nur zwei Zustände einnehmen können, kommen uns aus der Physik bekannt vor (und natürlich auch aus der Informatik).

Daraus resultiert das inzwischen nach Hopfield benannte Modell des Hopfield-Netzwerkes, das er 1982 in einem Artikel mit dem – für meine Fragestellung erhellenden – Titel Neural networks and physical systems with emergent collective computational abilities veröffentlichte und der bis heute sage und schreibe mehr als 18.000-mal zitiert worden ist.

Geoffrey Hinton trägt sich in das Gästebuch des Nobelpreismuseums ein. © Nobel Prize Outreach. Photo: Nanaka Adachi

Geoffrey E. Hinton wiederum befasste sich zunächst als Psychologe (!) mit neuronalen Netzen und schrieb dann in der Informatik eine Dissertation zur Datenverarbeitung im Sehsystem.

Für seine weitere Arbeit stütze er sich auf das Hopfield-Netz, um mit Hilfe der (lernenden) Boltzmann-Maschine, für die er Konzepte aus der statistischen Physik nutzte, Charakteristika in Daten zu erkennen, was er 1985 in A Learning Algorithm for Boltzmann Machines publizierte.

Von den Artikeln Hintons gehört dieser mit über 3.000 Zitierungen zwar eher zu den weniger zitierten, spätere Paper erreichen über 50.000 Zitierungen – beeindruckend.

Sucht man im TIB-Portal nach den Autoren Hopfield und Geoffrey Hinton, so fällt vor allem auf, dass beide auch einige Patente verantworten (bei dem Thema eigentlich keine Überraschung). Im TIB AV-Portal gibt es neben einem Interview mit Geoffrey Hinton auch Videos zu Hopfield-Netzen.

Es steckt viel Physik im Nobelpreis 2024

Ja, jetzt bin ich überzeugt. Da steckt tatsächlich eine Menge Physik im diesjährigen Nobelpreis. Die Wahl der Preisträger zeigt aber auch, wie interdisziplinär die Physik bzw. Wissenschaft im allgemeinen inzwischen geworden ist. Physik ist eben mehr und reicht in viele Gebiete hinein.

Das wird in diesem Jahr trefflich dadurch bestätigt, dass auch der Friedensnobelpreis 2024 mit Physik zu tun hat, wenn auch leider mit ihren Schattenseiten, geht er doch an die japanische Organisation Nihon Hidankyo, in der sich die Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki für eine atomwaffenfreie Welt einsetzen.

Zum Abschluss eine kleine Anekdote aus dem Familienalltag im Zeichen neuronaler Netze: Als das jüngste der Kinder, die mein Leben bereichern, kürzlich seine Hausaufgaben in der Schule präsentierte, wurde von der Lehrkraft vermutet, dass es dafür eine KI genutzt hätte, da die gewählten Formulierungen zu gut und im Unterricht noch nicht dran gewesen seien. Tatsache war, dass es die Hausaufgaben mit der Hilfe seiner Eltern gemacht hatte, beides Physiko-Chemiker:innen: EI statt KI, letztlich ein valides Argument für den Lehrkörper …

#LizenzCCBY40INT #Physik #KünstlicheIntelligenz #Recherchieren #Nobelpreis

Geoffrey Hinton unterschreibt mit einen Füllfederhalter in einem Gästebuch.
Landesarchiv Baden-WürttembergLandesarchivBW@bawü.social
2024-11-19

#Forschen im #Archiv. Eine Einführung für #Studierende. Am 22.11. von 15-17 Uhr. Das #Online-Seminar richtet sich speziell an Geschichtsstudierende und möchte sie für das selbstständige #Recherchieren und Arbeiten in #Archiven befähigen ­und begeistern!

👉 landesarchiv-bw.de/de/aktuelle

Vermisstenliste mit Lupe. Signatur: Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Freiburg W 134 Nr. 025592a
2024-11-05

#Recherchieren mit #ChatGPT?
Künstliche Intelligenz in der Literaturrecherche
Von Friedrich Quaasdorf, Deutsche Nationalbibliothek, Leipzig: doi.org/10.5282/o-bib/6060 #KI #obib

2024-09-14

"Wir fragen explizit nicht nach speziellen Abschlüssen und Zertifikaten, denn wir wollen bürokratische, exkludierende Hürden möglichst niedrig halten.

Was wir uns stattdessen von Dir wünschen?

Freude und Talent am #Schreiben und #Recherchieren."

taz.de/Ausschreibung-taz-Pante @tazgetroete #Journalismus #Volontariat #Medien

2024-08-31

...#recherchieren. Wie genau, habe ich in den vergangenen Wochen in #newsgierig erläutert. Du kannst noch einsteigen, aber die kommenden Folgen gibt es nur noch sporadisch und nur noch in Dein Postfach.
steadyhq.com/en/medien/newslet #Journalismus

UB der LMU Münchenublmu@openbiblio.social
2024-07-23

Wissenschaftliches Arbeiten – effiziente Recherche und strukturiertes Datenmanagement

Inhalte
Informationsrecherche im Internet, Bibliothekskatalogen und Datenbanken
Effizientes Recherchieren
Datenablage und Datenmanagement
Dateibenennung
Backup-Regeln

Mittwoch, 24.07.2024, 16:15 Uhr (Zoom)

Registrierung
Bitte melde dich vor der Online-Veranstaltung mit deinem Zoom-Account an.

ub.uni-muenchen.de/kurse/studi

#recherchieren #research #ub_lmu #universitätsbibliothek #ubmünchen

Public History BremenPubHistBrem@bildung.social
2024-06-14

#Heute ist der letzte Tag der #SummerSchool der #PublicHistory #Bremen an der @unibremen Die Teilnehmenden präsentieren ihre Ergebnisse in den Kategorien #Recherchieren #Transkribieren #Edieren und #Codieren. Wir sind gespannt, welche Einblicke ihnen die Briefe von Doris Focke und Caroline Rudolphi auch über Frauenbilder um 1800 vermittelt haben!

@histodons @historikerinnen

2024-03-26

Sicher nicht allein für #Krimi-Autorinnen & -Autoren interessant:

Recherche-Retreat „Kriminelles Internet“: #Internetkriminalitat verstehen und darüber schreiben können. Von und mit @viennawriter zotzmann-koch.com/event/intern

#Workshop #schreiben #recherchieren #hacking #MörderischeSchwestern #Kriminalroman

Jeanine B. aus H. 🖖Piratin_JB
2024-02-17

Yeah, it's ok!^^ You can call me dein Schaufelbagger in the Evening. 'Cause I love to buddeln und graben in den tiefen des WWW xD

2024-02-05

@sebiturbo @tagesschau

Die berichtet nur, und das so wie möglich. Das ist kein . Das kann man ja dann anderweitig selber .

2023-12-26

: Der Agent, der Dir beim hilft und die richtigen Inhalte anzeigt, die Du brauchst - Steffi's Cloud steffiscloud.de/article/196-de

Dirk Bachhausendirk@www.bachhausen.de
2023-10-31

Gastbeitrag Gunnar Hamann

Nicht alle Menschen haben aktuell die Kraft dazu, sich zum Nahostkonflikt zu positionieren. Verständlicherweise, schließlich ist es nicht immer einfach, sich dazu zu äußern. Doch die WELT machte daraus einen Vorwurf gegen 21 Promis und stellte diese an den Pranger. Besonders peinlich: Nicht wenige der Promis hatten sich tatsächlich schon geäußert – WELT hatte schlicht nicht gut genug recherchiert und musste ihren Artikel mehrfach überarbeiten.

6 Tipps, wie ich mich zum Nahost-Konflikt äußern kann

Hamas-Terror bedroht Juden – auch in Deutschland

Mit dem brutalen Angriff der Terrororganisation Hamas auf Israel am 7. Oktober, ist ein jahrzehntealtes dynamisches Konfliktgeschehen an einem vorläufig schrecklichen Tiefpunkt angekommen. Die Verantwortung für die Gräuel der Hamas trägt selbstverständlich diese allein. Den Nachhall spüren wir auch in Deutschland.

Die jüdische Gemeinde in Deutschland lebt nach dem Gewaltaufruf der Hamas in Angst“, heißt es am 13. Oktober in einem Beitrag von Jan Sternberg in der Neuen Westfälischen. In weiten Teilen Deutschlands finden seitdem pro-palästinensische Demonstrationen statt. Darunter mischen sich auch immer wieder antisemitische Teilnehmer:innen. Dabei wurde auch Kritik laut an pauschalen Verboten solcher Demonstrationen, da diese auch Proteste von gemäßigten Demonstrant:innen betreffen sollen.

In der Nacht zum 18. Oktober kam es in Berlin zu einem versuchten Brandanschlag auf ein Gebäude, an das eine Kindertagesstätte, Räume einer Thalmud-Thora-Schule sowie eine Synagoge angeschlossen sind. Die Täter sind flüchtig. Der Staatsschutz ermittelt. Die Einrichtungen stehen weiterhin unter Polizeischutz. Die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) registrierte laut Tagesspiegel vom 18. Oktober einen Anstieg antisemitischer Vorfälle in Deutschland um 240 Prozent – seit dem 7. Oktober – verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.

Am 22. Oktober fand in Berlin eine Großkundgebung als Zeichen gegen Antisemitismus und Solidarität mit Israel statt. Je nach Angaben nahmen daran zwischen 10.000 bis 25.000 Menschen teil.

Selbst demokratische Parteien springen auf Abschiebe-Diskurs auf

Derweil nutzen demokratische Parteien das Gelegenheitsfenster, um die bereits seit einiger Zeit laufende Debatte über härtere Abschieberegeln voranzutreiben. Es folgten Diskussionen über SPIEGEL-Cover mit dem Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sowie über CDU-Parteivorstand Friedrich Merz, der sich in der ZDF-Sendung Berlin Direkt schützend vor Thilo Sarrazin stellt. Der Sarrazin, der im August 2010 über ein angebliches „Juden-Gen“ spricht und dafür vom damaligen Generalsekretär des Zentralrates der Juden in Deutschland mit den Worten gemaßregelt wird: „Wer die Juden über ihr Erbgut zu definieren versucht, auch wenn das vermeintlich positiv gemeint ist, erliegt einem Rassenwahn, den das Judentum nicht teilt.“ Dabei ist die Anzahl der Asylanträge in Deutschland gegenwärtig im Vergleich zu den Jahren 2015/2016 weiterhin gering.

Link zum Original, Quelle BAMF

Auch die Anzahl der Ausreisepflichtigen bleibt seit Jahren relativ konstant.

Währenddessen macht sich in Deutschland erneut parallel zum grassierenden Antisemitismus eine Stimmung in Teilen der Gesellschaft breit, in der vielen der hier lebenden Muslim:innen Islamismus unterstellt wird. Dabei ist Rassismus und Muslimfeindlichkeit in Deutschland ohnehin bereits eine große Herausforderung. Jede:r Zweite in Deutschland „stimme muslimfeindlichen Aussagen zu“, resümiert die Tagesschau den Abschlussbericht des Unabhängigen Expertenkreises Muslimfeindlichkeit (UEM) aus dem Juni diesen Jahres.

Eine weitere aktuelle Studie kommt zu dem Ergebnis: Unter 13 EU-Ländern ist Deutschland Schlusslicht, wenn es um Rassismus gegen Schwarze geht.

Auch der Antisemitismus in Deutschland nimmt immer bedrohlichere Ausmaße an. Die Mitte-Studie der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung stellte für Deutschland im Zeitraum 2022/2023 einen Anstieg um vier Prozentpunkte in der Zustimmung für Antisemitismus in der Mitte der Gesellschaft fest sowie eine Zunahme des Graubereichs von Antisemitismus um fünf Prozentpunkte.

„Sonst laut ‚gegen rechts‘ – beim Judenhass ganz leise“?

So lautet in dieser ohnehin bereits aufgeheizten gesellschaftlichen Stimmung der Titel eines Beitrags von Frédéric Schwilden für die WELT vom 20. Oktober. Schwilden wollte ursprünglich „Stimmen gegen Judenhass“ für einen Beitrag in der WELT am Sonntag sammeln. Daran kann ja nichts verkehrt sein, müsste man meinen. Angefragt waren sieben Bands, ein Solo-Musiker, die Fußballnationalmannschaft der Männer sowie fünfzehn Prominente aus verschiedensten Bereichen. Auf die Idee, mal nachzuschauen, ob diese Promis sich bereits vorher schon geäußert hatten, kam Schwilden offenbar nicht.

Die Klimaschutz-Aktivistin und Publizistin Luisa Neubauer von Fridays for Future Deutschland sowie die Unternehmerin, Webvideoproduzentin und Influencerin Diana zur Löwen waren, so Schwilden, demnach die einzigen Personen, die ihm ein Statement gaben. Die restlichen Angefragten, also 21 Promis, sagten ab. Noch am Tag der Veröffentlichung musste die Redaktion jedoch bereits stolze vier Änderungen vornehmen.

Das WELT-Bild hängt schief

Klaas Heufer-Umlauf hatte sich in einem Podcast vom Vortag klar positioniert. Er war in der ersten Version noch prominent abgebildet. Das Management von Nora Tschirner äußerte sich nach Erscheinen des Artikels und gab an, dass man durch einen Fehler von Mitarbeiterinnen die Anfrage abgesagt habe, ohne zuvor mit Tschirner gesprochen zu haben. Die Band Feine Sahne Fischfilet, so findet man am Ende des Beitrags heraus, hatte sich bereits am 8. Oktober auf Instagram positioniert.

Wie diese Korrekturen und die Anmerkung zu Nora Tschirner im Artikel eingebettet sind und diese im Text kommuniziert werden, wäre eine eigene Betrachtung wert. Zu den Problemen des Beitrags hat der Medienjournalist Boris Rosenkranz für Übermedien am 23. Oktober einen sehr lesenswerten Artikel verfasst.

Rosenkranz bemerkt, dass Nora Tschirner weiterhin abgebildet wird, obwohl ZDF-Journalistin Nicole Diekmann auf X – ehemals Twitter – am 21. Oktober darauf hinwies, dass Nora Tschirner sich vor Erscheinen mehrfach zum Thema positionierte.

Nora Tschirner hat grandios auf diesen Artikel reagiert. Ein Thread – inklusive sehr klarer Ansage gegenüber dem Autor.
Ich werde jetzt nicht recherchieren, wer sich von den Aufgeführten wann, wo, ob und warum geäußert hat. Hat die Welt ja anscheinend auch nicht. Tja. pic.twitter.com/BTlIKI0JZJ

— Nicole Diekmann (@nicolediekmann) October 21, 2023

Rosenkranz weiter: „Das kann man übersehen, gerade bei einem so flüchtigen Medium. Aber das sieht dann eben nicht gut aus, wenn man der Person andererseits markig vorhält, gar nichts gesagt zu haben. (Und dabei auch noch so viel gute Laune übrig hat, auf die Absage des Managements ‚aus zeitlichen Gründen‘ die ‚nicht ganz ernst gemeinte Nachfrage‘ nachzusenden, ob sie es ‚denn bis zum 9. November schaffen‘ würde – dem Tag der Reichspogromnacht 1938.)

Auf X wies ich Schwilden darauf hin, dass Nora Tschirner bereits am 9. Oktober in einem Beitrag der Berliner Zeitung mit der Überschrift „Hamas-Terror: Auch Berliner Prominente bekunden ihre Solidarität mit Israel“ genannt wird. Schwilden dazu:

Solidarität oder eine Positionierung gegen Judenhass konnte ich darin nicht erkennen.

Ich habe niemals gesagt, dass irgendeiner der von mir angesprochenen Menschen antisemitisch oder sonstwas ist. Sondern einfach nur, dass sie schweigen.

Eine Instastory, die sich selbst löscht

— Frédéric Schwilden (@totalreporter) October 22, 2023

Will Frédéric Schwilden hier also möglicherweise in der Tatsache das Nora Tschirner, die aufgrund der Situation in Israel offensichtlich emotional aufgerüttelt ist und sich um ihre Freunde sorgt, herauslesen können, dass ihre Emotionen nur vorgespielt sind?

Weitere Promis hatten sich bereits klar positioniert

Schwilden schilderte in seinem Beitrag dann noch eine weitere Absage mit folgenden Worten: „Das Management von Anti-Rassismus-Autorin Alice Hasters antwortete kurz und knackig: ,Leider nein.’“ Heike-Melba Fendel, die Managerin von Hasters, sagte dazu auf X folgendes:

Tatsächlich war meine Antwort auf die Anfrage für Alice Hasters länger als “leider nein” und enthielt eine Begründung. “Leider nein” war nur das Fazit.

— heike-melba fendel (@MelbaFendel) October 21, 2023

Über die Gründe für eine mögliche Auslassung durch Schwilden kann „nur spekuliert“ werden, um bei der Sprache des Autoren zu bleiben. Fakt ist jedoch, dass sich auch Alice Hasters noch vor Erscheinen des Artikels von Schwilden eindeutig auf Instagram in einem Beitrag positionierte.

Boris Rosenkranz schließt: „Die Debatte wäre im Übrigen auch nicht vorbei in dem Moment, in dem sich Prominente äußern. Dann beginnt eine andere. Dann beginnt eine Debatte darüber, was sie sagen und wie sie es tun.‘

Und dann wäre da noch der Entertainer Jan Böhmermann, der im Beitrag von Boris Rosenkranz nicht erwähnt wird. Hätte sich Schwilden minimale Mühe gegeben, hätte er auf dessen Account auf der Plattform X folgende Böhmermann-Retweets gesehen.

ich retweete, um immer wieder daran zu erinnern, dass antisemitismus tödlich ist und dass es (nicht nur) bei hamas um die auslöschung israels geht. sie sind nachfolger von hitler @EstherSchapira @nminkmar @janboehm @janfleischhauer https://t.co/eahvpSloUS

— Sonia Seymour Mikich (@SoniaMikich) October 19, 2023

Liebe Lehrerinnen, liebe Lehrer, wie wäre es, darüber morgen in der Schule diskutieren zu lassen? #twitterlehrerzimmer #twlz #Israel_under_attack #HamasTerrorist #Palestine https://t.co/TRAz78VVi0

— Cordt Schnibben (@schnibben) October 15, 2023

🇮🇱🇩🇪 Gemeinsame Erklärung der Parteivorsitzenden @_FriedrichMerz, @Markus_Soeder, @larsklingbeil, @EskenSaskia, Omid @Nouripour, @Ricarda_Lang und @c_lindner in voller Solidarität mit #Israel.⁰⁰Die gesamte Erklärung im Thread 👇 pic.twitter.com/aJmIdMjwz6

— CDU Deutschlands (@CDU) October 8, 2023

Der zivilisierte Diskurs bröckelt

Die Schwarze Schriftstellerin sowie TV- und Comedyautorin Jasmina Kuhnke hat sich ebenfalls deutlich vor der Veröffentlichung zu Wort gemeldet.

Ich werde mich auch dem deutschen Diskurs der Nichtbetroffenen um die Deutungshoheit nicht anschließen – es steht mir einfach nicht zu.

— Jasmina Kuhnke (@ebonyplusirony) October 14, 2023

Für manche war und ist das weiterhin zu deutlich. Warum eigentlich? Weil einige hier sofort aus der eigenen Perspektive zu dem Schluss gelangt sind, dass Kuhnke damit den Terror der Hamas relativiert, bzw. das Selbstverteidigungsrecht Israels in Frage stellt. Dass die Formulierung „unschuldige Menschen“ explizit nicht die Hamas einschließt, stellt Kuhnke allerdings klar.

Es verbietet sich in einem zivilisierten Diskurs Jasmina Kuhnke sofort zu unterstellen, dass diese grundlegend das völkerrechtlich verbriefte Recht Israels zur Selbstverteidigung aberkennt, nur weil sie dieses nicht direkt anspricht. Wie Kuhnke dazu steht, kann nur sie sagen. Ein „Schweigen zum Judenhass“ lässt sich hieraus jedenfalls – ohne sie dazu anzuhören – nur böswillig konstruieren.

Fazit: Mindestens fünf Prominente und die Band Feine Sahne Fischfilet haben sich ziemlich eindeutig für den Schutz von jüdischem Leben ausgesprochen, bevor der Beitrag veröffentlicht wurde. Zwei Statements erhielt Schwilden vorab. Bis heute werden nicht alle der hier genannten Probleme im Beitrag der WELT richtiggestellt, trotz Hinweisen. Positiv rezipiert wurde der Beitrag Schwildens unter anderem in der Berliner Zeitung sowie bei Ruhrbarone.de. Kritik am Beitrag findet sich neben dem Artikel für Übermedien auch bei der Rheinischen Post.

Warum Nichts sagen?

Grundsätzlich ist nichts daran verkehrt eine Zurückhaltung in verschiedenen Schattierungen zu beobachten und diese auch zu kritisieren. So geschehen etwa am 18. Oktober durch den Präsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland – Josef Schuster – in einem Gastbeitrag für die Jüdische Allgemeine. Auf den Umgang innerhalb der deutschen Kulturszene blickte auch Deutschlandfunk Kultur mit einem differenzierten und kritischen Blick.

Was können aber Gründe dafür sein, dass sich Menschen nicht zum Konflikt äußern, oder dies mit großer Zurückhaltung tun? Konfliktforscher Janis Grimm sprach dazu am 24. Oktober mit rbb24. Zur Teilnahme an Demonstrationen sagte er:

Es stellt den Konflikt vereinfacht dar als einen zwischen lediglich zwei Seiten. Dabei ist der Schluss natürlich zu kurz, dass die Nichtteilnahme an einer uneingeschränkten Solidarisierung mit Israel automatisch im Umkehrschluss bedeutet, man würde die Gräueltaten der Hamas unterstützen oder ignorieren. In der Realität ist die Position vieler Menschen oft einfach sehr viel differenzierter und entzieht sich dichotomen Konfliktlogiken.

In ähnlicher Weise äußerte sich auch der frühere Vorsitzende des Zentralrats der Juden Michel Friedman, der sich gegen einfache Antworten auf komplexe Herausforderungen aussprach.

Aus Hintergrundgesprächen habe ich mehrere weiter Gründe gehört, die diese Zurückhaltung erklären könnten, ohne automatisch von einem „Judenhass“ auszugehen:

  • Integrierende Rolle Prominenter in der Öffentlichkeit, um auch die Ränder mitzunehmen
  • Pietät gegenüber den Opfern
  • Ein Freundeskreis aus muslimischen sowie jüdischen Personen
  • Angst vor Angriffen aus dem Links-/Rechtsextremen Spektrum
  • Angst etwas Falsches zu sagen
  • Die Aufarbeitung der eigenen Trauer
  • Komplexität und Dynamik des Konflikts

WELT“ zerstört viel Vertrauen

Ein weiterer Grund könnte auch die WELT selbst sein. Natürlich kann man zunächst davon ausgehen, dass eine Sammlung von Stimmen gegen den Judenhass ein universalistisch teilbares Anliegen ist. Zugleich hat die WELT in der Vergangenheit auch einiges an Vertrauen zerstört und macht es gegenwärtig – nicht allein aufgrund des Beitrags von Schwilden – auch nicht besser. Aus Hintergrundgesprächen sowie Reaktionen einzelner Personen, die abgesagt haben, lässt sich dies auch teilweise ablesen.

P.S.: Meine Antwort an meine Agentin zur Anfrage. pic.twitter.com/6xyX5vg3E9

— Jasmina Kuhnke (@ebonyplusirony) October 23, 2023

WELT-Chefredakteur Ulf Poschardt sieht die Schuld an den antisemitischen Ausschreitungen in der westlichen Welt dabei unter anderem völlig undifferenziert im Postkolonialismus, dem deutschen Ableger von Fridays For Future, Flüchtlingen und der Critical Whiteness.

Differenziert wäre es anzuerkennen, dass es im Postkolonialismus Probleme mit antisemitischen Strömungen gibt, gleichzeitig aber auch Vertreter:innen, die die Singularität des Holocaust nicht in Frage stellen. Differenziert wäre es auch zwischen dem teils offenen Antisemitismus bei Fridays For Future International und der Abgrenzung der Leitung des deutschen Ablegers zu unterscheiden. Antisemitismus unter Menschen mit Migrationshintergrund kann man ebenfalls differenziert betrachten, ohne weitere rassistische Ressentiments zu befeuern, die letztlich nur einer Partei nutzen.

Nach WELT-Logik: Antisemitismus bei der WELT?

Aber stellen wir uns einfach mal vor, wir würden auch so undifferenziert argumentieren und der WELT Kontaktschuld und „Nicht-Distanzierung“ vorwerfen. In diesem Zusammenhang wäre es auch interessant, worüber die WELT selbst aktiv schweigt. Etwa über ihren aktiven Kolumnisten Henryk M. Broder, der zugleich Autor und Mitbegründer des rechtsaußen-Blogs Achse des Guten ist. Fernsehmoderator Markus Lanz bezog sich kürzlich auf Broder, um sich für die Verwendung antisemitischer Sprache in einer Sendung von Lanz und Precht zu rechtfertigen. Die Achse des Guten wiederum veröffentlicht bis heute Beiträge des ehemaligen Finanzwissenschaftlers Stefan Homburg.

Laut dem Antisemitismusbeauftragten des Landes Baden-Württemberg verbreitete Homburg während der Pandemie antisemitische Verschwörungsmythen. Am 26. Juni gefiel Stefan Homburg ein Tweet, der Impfungen mit dem Holocaust gleichsetzte. Weitere solcher Reaktionen von Homburg dokumentiert der AccountZucker“ auf X.

Stefan Homburg, aka @SHomburg, und der weltweite #Holocaust durch #Impfen, um das bestellte Leben #auszurotten. Ein #Like. pic.twitter.com/GLDE4kmxqt

— Zucker (@ZuckerZucker3) October 24, 2023

Homburg: Bigotter Verschwörungserzähler

Derzeit versucht Stefan Homburg sich mit seiner Kritik an Greta Thunberg als Gegner von Antisemitismus zu inszenieren, was gewissermaßen an das Verhalten der AfD erinnert. Diese gerierte sich nach dem Angriff als Freundin Israels, ist aber in Wahrheit tief gespalten in der Frage. In der Vergangenheit bescheinigten Studien der AfD Antisemitismus. Dass politische Beobachter:innen also hinter der Richtungsentscheidung politisches Kalkül vermuten, ist nicht völlig von der Hand zu weisen.

Homburg selbst verwendete in der Vergangenheit bereits das Bild eines den Globus umfassenden Kraken mehrfach selbst, was seine Kritik an Greta Thunberg umso unglaubwürdiger erscheinen lässt, ohne dass ich die gerechtfertigte Kritik an Thunberg oder Fridays For Future International hier in irgendeiner Form vernachlässigen oder relativieren möchte.

Natürlich ist das nicht das Argument, auf dem wir unsere Argumentation aufbauen. Wir sind ja hier nicht bei der WELT. Und selbstverständlich gilt hierbei auch für alle die Unschuldsvermutung, damit wir uns nicht falsch verstehen. Ich unterstelle weder der WELT noch den genannten Personen pauschal Antisemitismus. Die Ignoranz und der selektive Empörungsmechanismus dazu sind aber nicht zu übersehen und das dröhnende Schweigen nicht mehr zu überhören. Es sind auch nicht die einzigen Probleme in Hinblick auf die WELT, aber aus Respekt vor dem Thema möchte ich darauf an dieser Stelle nicht weiter eingehen.

Fazit: Empathie und Abgrenzung neu lernen

Der Motor des Nie Wieder ist das Mitgefühl“, schreibt der israelische Soziologe Natan Sznaider in einem lesenswerten Beitrag. Zugleich mahnte er am 24. Oktober in einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung an: „Aber die Hamas ist keine nach Demokratie strebende antikolonialistische Organisation, wie sie von Teilen des progressiven Milieus gesehen wird.“ Die Hamas ist, wie viele kommentieren, eine faschistische und nationalistische Bewegung unter dem Deckmantel der „Befreiung“.

Ich unterstelle Frédéric Schwilden keine bösen Absichten. Sein Beitrag entstand aus einem für mich zunächst nachvollziehbaren moralischen Bewusstsein aus der historischen Verantwortung Deutschlands. Zugleich – und das trifft nicht nur auf Schwilden, sondern auch auf die WELT zu – fehlt es an einem Bewusstsein für unterschiedliche Perspektiven auf den Konflikt und Motive von Menschen, denen man nicht ohne triftigen Grund unterstellen sollte, eine Vorliebe für die Hamas oder Antisemitismus zu hegen. Wenn wir in der Lage wären diese Perspektiven wieder fruchtbar in die Auseinandersetzung zu integrieren, wäre schon viel gewonnen.

Die traurige Gewissheit nach unter anderem NSU, NSU 2.0, Halle, Hanau, der unwürdigen Asyldebatte als auch den jüngsten antisemitischen Ausschreitungen auf einigen pro-palästinensischen Demonstrationen in Deutschland kann nur eine sein: Die deutsche Gesellschaft ist in den vergangenen Jahrzehnten am „Nie wieder!“ gescheitert.

Viele versuchen sich weiterhin an Schuldzuweisungen. Wer hat mehr Schuld? Dieser wenig zielführende Diskurs der Schuldzuweisungen – auch wenn er emotional nachvollziehbar erscheint – stärkt am Ende nur die antidemokratischen Parteien.

Ob ein demokratischer Diskurs der Empathie und gesunden Abgrenzung gelingen kann, hängt von uns allen ab. Für alle Scharfmacher:innen ende ich jedenfalls mit den mahnenden Worten von US-Präsident Joe Biden: „Don’t. Don’t.

Ich verstehe nicht, warum die Aussage “Ich fühle mit Eurer Trauer” im Bezug auf die Toten in Gaza & die Palästinenser in Deutschland kaum Politikern über die Lippen kommt. Empathie ist kein Abrücken von Israel, schon gar nicht von Juden, sondern Voraussetzung für Zusammenleben.

— Julius Betschka (@JuliusBetschka) October 25, 2023

Artikelbild: Screenshot welt.de

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WELT prangert Promis an – doch vergaß, davor zu recherchieren
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2023-01-31

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