#deutschlandstack

Open Source Business AllianceOSBA@social.osb-alliance.de
2026-03-05

Der Deutschland-Stack hat großes Potential – aber ohne verbindliche Open-Source-Strategie droht Souveränitätswashing.

Dann bietet der Deutschland-Stack riesige Schlupflöcher für außereuropäische Hyperscaler – und diese dominieren schon jetzt die digitale Infrastruktur der öffentlichen Verwaltung.

🚨 Das ist eine echte Gefahr: Denn wer den Deutschland-Stack abschalten kann, der kann Deutschland abschalten.

Mehr dazu im heise-Artikel ➡️ heise.de/news/Deutschland-Stac

#OpenSource #DeutschlandStack

@BMDS Es ist toll, dass ihr der Zivilgesellschaft den #Deutschlandstack zeigen wollt.
Aber dann über cisco und nicht über sowas wie #BigBlueBotton #opentalk, das schließt einige aus.
Und passt auch nicht grade zu dem Vorhaben, sich von #BigTech zu lösen.

Wer trotzdem teilnehmen möchte: heute 17:30
meet.bdbos.bund.de/invited.sf?

2026-03-03

Kickoff #SZDigitalgipfel #München: Digitalminister Wildberger setzt in Eröffnungsrede Akzente.

Die Verwaltung wird digitaler: #DeutschlandStack (Infrastruktur + KI-gestützter Application Stack) und digitale Identität (Wallet ab 2027) für Rechtssicherheit & Authentifizierung. #DigitaleSouveränität ist angesichts geopolitischer Lage Notwendigkeit. Unabhängigkeit, Wahlmöglichkeiten auch durch Partnerschaften in Europa, Kanada & Indien.

sz-gipfel.de/digitalgipfel
#Innovation #KI #DigitaleIdentität

Digitalminister Fabian Wildberger bei einer Rede auf dem SZ Digitalgipfel in München. Er sitzt hinter einem Tisch mit Mikrofon und Wasserglas, im Hintergrund eine Leinwand mit SZ-Logo.
Dirk Meyer-Claassen (privat)ClaassenMeyer@mastodontech.de
2026-02-26

📍 Feedback zum GovTech Gipfel des Handelsblatt

Meine These zum Deutschland-Stack:
🇩🇪 Er ist der Dreh- und Angelpunkt, um aus unserer technologischen Kleinstaaterei rauszukommen.

Kein Verwaltungsprojekt allein.
Sondern gemeinsame Basiskomponenten – offen für Wirtschaft und Alltag.
Erst wenn Bürgerinnen und Bürger ihn selbstverständlich nutzen, wirkt er wirklich.

Copyright: Marc-Steffen Unger/Handelsblatt GovTech-Gipfel

#HBGovTech #DeutschlandStack #GovTech #DigitaleSouveränität

Dirk Meyer-Claassen beim Panel zum Deutschland-Stack beim Handelsblatt GovTech-GipfelPanel zum Deutschland-Stack beim Handelsblatt GovTech-Gipfel
Dirk Meyer-Claassen (privat)ClaassenMeyer@mastodontech.de
2026-02-23

🗓️ 26.02.2026 · 12:10 Uhr
Panel beim GovTech-Gipfel:

👉 „Deutschland-Stack – schnelle Basiskomponenten für Bund, Länder & Kommunen?“

Wenn wir Staatsmodernisierung & digitale Souveränität ernst meinen, brauchen wir gemeinsame, skalierbare Basiskomponenten – keinen 16+1-Flickenteppich.

Was gehört rein?
Wie wird’s verbindlich?
Wie kommen wir in die Umsetzung – mit Kommunen?

Wer diskutiert mit? 👀

live.handelsblatt.com/event/ha

#DeutschlandStack #Staatsmodernisierung #DigitaleSouveränität #Berlin

Bild von Dirk Meyer-Claassen mit Aufruf Meet me at Handelsblatt Govtech Gipfel 2026
DigitalNaiv = Stefan PfeifferDigitalNaiv
2026-02-18

„Souveränitäts-Washing“ im 🇩🇪-Stack: Wer Unabhängigkeit predigt, aber weiter auf proprietäre Abhängigkeiten setzt, betreibt Etikettenschwindel. Digitale Selbstbestimmung ist mehr als PR. OSB Alliance laut @heiseonline heise.de/news/Deutschland-Stac

2026-02-16

#DeutschlandStack: #OpenSource Bündnis warnt vor „Souveränitäts-Washing“

Die Formulierung, dass „Lösungen europäisch souveräner Anbieter“ gleichberechtigt neben quelloffenen Angeboten stehen, öffnet laut dem Verband Einfallstore für proprietäre Software.

➡️ Gefahr von #SouveränitätsWashing

Digitale Souveränität entstehe primär durch die Gestaltungsfreiheit und Herstellerunabhängigkeit, die technisch nur durch offene Standards und Quellcodes garantiert werden könne.

🕸️ heise.de/news/Deutschland-Stac

Open Source Business AllianceOSBA@social.osb-alliance.de
2026-02-16

⏰ Der Deutschland-Stack biegt auf die Zielgerade ein.

Trotz einzelner Open-Source-Aspekte im Konzept fällt unsere Bewertung sehr kritisch aus:

💥 Immer noch zu viele Schlupflöcher für Hyperscaler

💥 Souveränitäts-Washing: „Vorrangig werden Open Source Lösungen oder Lösungen europäisch souveräner Anbieter eingesetzt“ (??)

💥 Rückschritt bei den Kriterien zur Bewertung von digitalen Lösungen

Hier findet Ihr unsere Stellungnahme ➡️ osb-alliance.de/pressemitteilu

#OpenSource #DeutschlandStack

Mehrere bunte Bauklötze stehen aufeinander.

Foto von Nigel Hoare via unsplash.com: https://unsplash.com/photos/a-pile-of-colorful-blocks-stacked-on-top-of-each-other-X21k93xEymA
Johannes Näderjohas
2026-02-13

RE: mastodon.social/@fsfe/11606364

Gerade haben wir das @fsfe Feedback zur zweiten Konsultation zum eingereicht. Klar ist: der Stack wird nur Souveränität ermöglichen, wenn er auf setzt.

+ = :ivory_boost:

Unserer Stellungnahme in voller Länge ist auf OpenCode zu finden.

Free Software Foundation Europefsfe
2026-02-13

Digital sovereignty requires .

What matters is not whether software is developed or sold by European vendors, but whether all users are allowed to use, study, share, and improve it. A stack is sovereign only if it is 100% , guaranteeing data sovereignty, the ability to adapt and switch providers, and full transparency.

Our feedback on the second consultation:
gitlab.opencode.de/dstack/d-st (German)

2026-02-12

Der Deutschland-Stack kann das Rückgrat einer modernen Verwaltung werden. Voraussetzung: Open Source als Standard, nicht als Option.

Andere Länder zeigen, wie offene Infrastruktur funktioniert. Deutschland hat mit „Public Money – Public Code" ein klares Prinzip, aber jetzt muss die Umsetzung folgen.

Was technisch nötig ist und politisch entschieden werden muss, analysieren wir im Blogpost: d-64.org/dstack/

#DeutschlandStack #PublicCode #Europa

2026-02-11

Noch vier Tage: Bis 15. Februar läuft die zweite Feedbackrunde zum Deutschland-Stack. Aus der ersten Phase kamen knapp 500 Beiträge, also viel zu viel, um alle manuell durchzuarbeiten.

Unsere Mitglieder haben eine Web-App gebaut, die das Feedback aus beiden Runden filtert, Stimmungen erfasst und Themen sichtbar macht. Kostenlos, transparent, für alle.

Nutzt die App – und gebt selbst Feedback ans BMDS.

🔗 Tool: dstackanalytics.streamlit.app/

#DeutschlandStack #Transparenz #CivicTech

2026-02-10

Der #DeutschlandStack ist ein Projekt der Bundesregierung mit einer Reihe von Standards, Basisdiensten und Anwendungen, die die digitale Souveränität Deutschlands gewährleisten sollen. Dafür läuft gerade ein Konsultationsprozess: Die Bundesregierung befragt Verwaltung und Expert*innen, was für die Ausgestaltung des Deutschland Stacks wichtig ist.

Dazu fanden auch eine Reihe von Workshops statt. Wie diese ausgestaltet wurde, haben wir in einer Anfrage gefragt.

2026-02-10

Der Deutschland-Stack soll Identitätsmanagement, Kommunikation und Zahlungen für Bund, Länder und Kommunen vereinheitlichen. Die Idee: Eine gemeinsame technische Basis statt teurer Insellösungen.

Die Umsetzung ist aber unklar. Governance-Strukturen fehlen und die föderale Abstimmung stockt.

Wie wird aus PowerPoint eine echte Plattform? Warum muss Open Source Standard sein?

Unser Blogpost analysiert die Lage: d-64.org/dstack/

#DeutschlandStack #Digitalisierung #OpenSource

yncyrydybyl Yan 't' Minagawat@toot.berlin
2026-02-09

Matrix als Kommunikationslayer für den Deutschlandstack. Es gibt da einen opencode issue der upvotes vertragen kann.

gitlab.opencode.de/dstack/d-st

#matrix #deutschlandstack

Daniel Leisegang, Chris Köver - netzpolitikgastautor.in@extradienst.net
2026-02-08

Degitalisierung: Großes Kino

Unsere Kolumnistin schaut sich nach Oscar-Vergleichen auf LinkedIn an, was Digitalisierung und Blockbuster-Filme gemeinsam haben – oder eben auch nicht. Denn den digitalen Verwaltungsleistungen haben die populären Filme einiges voraus. Vorhang auf!

Die heutige Degitalisierung könnte etwas feiern: den Launch des Deutschland-Stacks, KI-Agenten, eine deutsche Führungsrolle in der Verwaltungsdigitalisierung, Govtech, Innovation. Renommierte Preise, ach was sag‘ ich: Auszeichnungen vom Stellenwert eines Oscars. Das steht zumindest auf LinkedIn. Nur wird diese Kolumne das heute nicht tun, das wäre ja noch schöner.

Denn zum Feiern kann in der Realität der real angekommenen Digitalisierung von Verwaltung und Gesundheitswesen niemandem zu Mute sein. Dieses Problem ist systematisch und besonders in Deutschland ein wiederkehrendes. Denn eigentlich ist erfolgreiche Digitalisierung ein wenig wie die Schaffung cineastischer Meisterwerke, bei denen immer wieder ein paar entscheidende Teile vergessen worden zu sein scheinen: das Publikum und die Schaffung eines Rahmens für ein solches. Kunst der Kunst wegen; Kunst, für die das Erlangen eines Blickes noch schwerer zu bekommen ist als auf einen raren Kunstfilm im Arthaus-Kino.

Damit Digitalisierung zu einem Blockbuster werden könnte, fehlt nämlich oftmals das, was das Kino schon lange hat: etablierte Verbreitungswege. Digitalisierung in Deutschland scheitert allzu oft am Rollout.

Rollin‘

Anfang dieses Monats gab es in Berlin eine Pressekonferenz im Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung. Dabei ging es um einen „neuen Umset­zungs­ansatz für die Digi­tali­sierung der Verwal­tung“, im Speziellen um das Ausrollen von digitalen Verwaltungsleistungen. Spezielle Teams für den Roll-in sollen dabei in die Verwaltungen vor Ort gehen und dort bei der Einrichtung neuer Systeme helfen. Ziel ist dann letztlich das Ausrollen oder Einrollen von immerhin fünf Verwaltungsleistungen, die dann im jeweiligen Bundesland flächendeckend verfügbar sein sollen.

Geschehen soll das zuerst pilotiert, dann in ganz Bayern und Hessen. Und wer jetzt erwartet, dass es in Bayern und Hessen dann am Ende dieses Jahres dieselben fünf Verwaltungsleistungen flächendeckend verfügbar geben könnte, nein, das wäre zu einfach. In Bayern werden die Leis­tungen „Online-Ummeldung“, „Online-Bean­tragung des Führer­scheins“, „Online-Bean­tragung von Bauvor­bescheid und Baugenehmi­gung“, „Online-Bean­tragung einer Aufenthaltsgenehmigung“ und „Online-Waffenrecht­liche Erlaub­nisse“ eingeführt.

Hessen will die Leis­tungen „Online-Ummeldung“, „Online-Bean­tragung des Führer­scheins (Erst­antrag)“, „Online-Bean­tragung einer Aufent­halts­geneh­migung“, „Online-Unter­halts­vorschuss“ und „Online-Anlagenge­nehmi­gung und -zulas­sung“ flächen­deckend einführen.

Damit sind dann Ende 2026 vielleicht zwei Verwaltungsleistungen in der Schnittmenge flächendeckend verfügbar, also in Hessen und Bayern. Nicht in der ganzen Republik.

Aber gab es nicht einmal ein Vorhaben, das sogar ganze 575 Verwaltungsleistungen flächendeckend verfügbar machen wollte? Ja, das gab es und die Älteren hier kennen das als Onlinezugangsgesetz. Das trat 2017 in Kraft, der Prozess sollte 2022 abgeschlossen sein, und naja, 2026 stehen wir also an dem Punkt, dass Roll-in-Teams durch Hessen und Bayern tingeln und Verwaltungsleistungen in der Art wandernder Kaufleute von Kommune zu Kommune bringen. Dingdong, dürfen wir mit Ihnen über Einer-für-alle-Leistungen sprechen? Heute im Angebot: Online-Ummeldung, ganz fangfrisch aus Hamburg.

Vertriebswege

Nun wurden im Intro ja schon die schlechten Filmpreisvergleiche angestoßen. Im Gegensatz zu digitalen Verwaltungsleistungen haben Kinofilme – trotz stärker werdenden Streamings von Inhalten für Zuhause – immer noch besser funktionierende Verteilungswege für ihre Inhalte. In Deutschland gab es 2024 1.722 Kinos mit 4.842 Leinwänden, auf denen zumindest die großen Blockbuster im ganzen Land konsumierbar werden. Häufig auch die Filme, die einen oder mehrere Oscars gewinnen.

Digitale Verwaltungsleistungen sind von dieser Omnipräsenz leider oft noch weit entfernt. Die Online-Ummeldung, die in Hessen und Bayern ja von Kommune zu Kommune endlich vollends ausgerollt werden soll, ist aktuell erst von zwei Dritteln der Bevölkerung nutzbar. Zwar haben 15 von 16 Bundesländern schon die digitale Verwaltungsleistung ausgerollt und auch das Saarland, das hier ausnahmsweise mal nicht als universeller Messmaßstab dienen soll, plant eine Nutzung. Nur gibt es auf kommunaler Ebene eher noch viele Nutzbarkeitslücken, ähnlich wie beim nicht durchgehenden Mobilfunkempfang. Online ummelden in Regensburg? Fehlanzeige. Ummeldung vom Sofa aus in Brandenburg? Nur in drei Prozent des Landes verfügbar.

Verwaltungsarbeit in Deutschland wird vorwiegend von den Kommunen vor Ort umgesetzt. Bundesgesetze und Länderregelungen schön und gut, aber die „Musik“ spielt vor Ort in der Kommune. Und so kommen die ganzen neuen, verheißungsvollen digitalen Verwaltungsleistungen oftmals gar nicht so recht weiter. Die Gründe dafür ließen sich jetzt in typischer Verantwortungsdiffusion im Kreis der möglichen Verantwortlichen hin- und herschieben. Die Kommunen könnten schuld sein, weil sie die Leistungen nicht annehmen. Vielleicht noch einmal einen Brief schreiben, wie das der ehemalige Staatssekretär Johann Saathof tun wollte? Bitten allein werden nach fast zehn Jahren OZG nicht mehr helfen. Fingerzeige auch nicht.

Realistisch betrachtet sind die allermeisten Kommunen in Deutschland auf Roll-in-Teams angewiesen, die Kommunen dabei helfen, digitale Verwaltungsleistungen vor Ort zu implementieren. Kommunen mit manchmal nur halben IT-Stellen, die sich in Personalunion um das Schul-WLAN, die Drucker im Amt und irgendwelche Onlineleistungen kümmern sollen, werden nicht viele Kapazitäten haben, auch noch viele neue digitale Baustellen aufzumachen. „Sobald eine andere Aufgabe kommt, eine Pflichtaufgabe, die hat dann doch Priorität vor der Digitalisierung“, attestiert etwa ein Erfahrungsbericht der Hochschule Harz zum Rollout des OZG in kleinen Kommunen. Von den fehlenden finanziellen Mitteln in manchen Kommunen ganz zu schweigen.

Vollständig zentralisieren lassen sich Verwaltungsleistungen im Digitalen übrigens auch nicht, auch wenn das vielleicht gerade die Hoffnung ist. Spätestens bei der Durchsetzung von Verwaltungsvorgängen, sei es über Ordnungsämter, Standesämter oder ähnliche Behörden, braucht auch zentrale Infrastruktur wieder dezentrale Anknüpfungspunkte in der Kommune vor Ort. Damit bleiben Rollout-Herausforderungen in der Verwaltung immer vorhanden.

Ebenso kann es schwerlich ein vollständig zentralisiertes digitales Gesundheitswesen geben, weil dieses immer mit Menschen agieren muss, die vor Ort mit echten Patient*innen interagieren. Auch hier: Es gibt kein vollständig zentralisierbares digitales System, das nicht irgendwann auf Rollout-Probleme vor Ort stoßen würde.

Märkte

In der Digitalisierung der Verwaltung, aber auch des Gesundheitswesens, ist eines in Deutschland immer gewiss: Dass aus großen Digitalprojekten immer ein für die Wirtschaft durchaus erträglicher Markt wird, ganz egal, ob digitale Leistungen bei Bürger*innen auch wirklich ankommen.

Das OZG ist und war ein riesiger Markt. Versenktes Budget für die OZG EfA-Leistungen? Über eine Milliarde Euro ohne nennenswerte Fortschritte. Folglich sprach der Bundesrechnungshof zur Verwendung der Mittel für das Onlinezugangsgesetz 2024 zu vom Bund finanzierten Leistungen teilweise sogar von Investitionsruinen.

Ähnlich verhält es sich mit der verschleppten Nutzung bei anderen Digitalgroßprojekten in Deutschland. Der „neue“ Personalausweis etwa, der bei seiner Einführung 2010 einen für die damalige Zeit unglaublichen Funktionsumfang mitbrachte. eID-Funktion zum Ausweisen im Internet, qualifizierte elektronische Signaturen, Pseudonym-Funktionen sowie eine Alters- oder Wohnortbestätigung, ohne Geburtsdatum oder genaue Adresse preiszugeben.

Funktionen, die heute eigentlich jede Bundesbürger*in in der digitalen Welt brauchen könnte. Funktionen, die aber nach wie vor schlecht ausgerollt werden. PIN für die ganzen schönen digitalen Ausweisfunktionen nicht zur Hand? Tja, es gab mal einen PIN-Rücksetzdienst, der war aber dann zu teuer. Digitales, rechtssicheres Signieren mit jedem Personalausweis, offline und immer verfügbar? Wäre technisch gegangen. Wurde 2010 aber dem Markt überlassen (€). Signaturzertifikate für den Personalausweis bot dann in einem marktoffenen Modell mit genau noch einem Marktteilnehmer dann nur ein staatsnaher Marktteilnehmer an.

Nicht nur in der Verwaltung, sondern auch im Gesundheitswesen wird in der Digitalisierung in Deutschland immer im Markt die Lösung für das Problem der Skalierung gesehen. Das ist aber nicht ohne große Komplexität und erzeugt teils erhebliche Probleme, ein großes, stimmig zusammenpassendes Ganzes zu schaffen. Oder wie die für die Spezifikationen der Digitalisierung des Gesundheitswesens zuständige gematik schreibt:

Denn im Marktmodell gibt es für TI-Anwendungen wie die ePA zahlreiche Softwarelösungen der verschiedenen Systemhersteller. Diese müssen alle mit der TI kompatibel sein und teils auch untereinander funktionieren. Das erhöht die Komplexität des „Ökosystems“ Telematikinfrastruktur zusätzlich.

Auch wenn das „teils“ funktionieren eher noch mehr Fragen aufwirft, ist die Beschreibung des Marktmodells und der Gründe des Scheiterns geradezu universell anwendbar auf typisch deutsche Digitalgroßprojekte: marktorientiert, komplex, zersplittert und kaum bis wenig von der Bevölkerung nutzbar und damit auch wirklich genutzt. Egal ob in der Versorgung im Gesundheitswesen oder von Bürger*innen in der Verwaltung.

Academy-Standard

Ein letztes Mal ist es dabei sinnvoll, den Filmvergleich zu bemühen. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die alljährlich in glamourösen Veranstaltungen die Oscars für die Filme des Jahres vergibt, ist nicht nur eine Organisation für Jubelereignisse. Die Academy hat in der Zeit ihres Bestehens auch wesentlich zur Standardisierung des Films und seiner Vertriebswege beigetragen. Das Academy-Format stellte 1929 einen wesentlichen Meilenstein für die Standardisierung von Filmformaten dar. Filme waren so von ihren Aufnahmen bis zu ihrer Verbreitung in unzähligen Kinos endlich entsprechend interoperabel einsetzbar. Vor und nach der Festsetzung des Academy-Standards gab es immer wieder durchaus viele unterschiedliche andere Filmformate, mit ganz sonderlichen Entwicklungen in größeren und breiten Formaten oder sogar mit mehreren Kameras auf einmal.

Letztlich blieb der Academy-Standard aber lange Jahrzehnte ein geeigneter Rahmen, um unzählige, vielfältige und mannigfaltige filmische Werke zu produzieren und diese auch weltweit aufführen zu können.

Wer in der Digitalisierung der Verwaltung Vergleiche mit dem Oscar anbringt, sollte sich darüber bewusst sein, dass hinter all diesen Preisen wesentlich mehr steckt als ein paar Showevents und Marketing. Die Digitalisierung der Verwaltung in Deutschland ist noch lange nicht an dem Punkt, sich über Oscars Gedanken machen zu können. Filme, die nur aus Spezialeffekten bestehen, sind ebenso sinnfrei wie Verwaltungspreise für „agentische KI“, die letztlich nur als Show-Anwendung dient.

Die Digitalisierung in Deutschland braucht einen Rahmen, in dem diese funktionieren und skalieren kann. Ob das der Deutschland-Stack – der auch mir immer noch sehr nebulös ist – sein kann, muss sich zeigen. Der Deutschland-Stack braucht aber sicherlich weit mehr als eine singuläre agentische KI-Anwendung. Es ist fraglich, ob der Weg zu einem tragfähigen Fundament das abermalige Rufen nach Startups, nach Govtech und der heilenden Hand des Marktes ist. Letztlich haben nahezu alle durch den Markt geprägten digitalen Großprojekte, angefangen vom nPA zur ePA bis hin zum OZG, zwar viele Gelder bewegt, aber das Publikum, uns als Bürger*innen, weit weniger erreicht als populäre Kinofilme. Egal, ob der Film oder die digitale Leistung jetzt einen Oscar bekommen hat oder nicht.

Wer sich mit großem Kino vergleicht, sollte auch verstehen, was hinter großem Kino steht: gute Rahmenwerke und Standards, gute Verteilwege, viel Kreativität im Inhalt, aber auch viel Klarheit in der Technik. Vielleicht klappt es dann auch wirklich mit einer internationalen Führungsrolle – nicht nur auf LinkedIn.

Bianca Kastl ist Entwicklerin und unterstützt seit Beginn der Corona-Pandemie Gesundheitsämter bei der Digitalisierung. Von dort aus schaut sie kritisch auf die digitale Infrastrukturen, die im öffentlichen Gesundheitswesen genutzt werden – vor allem auf deren Schwachstellen. Dieser Beitrag ist eine Übernahme von netzpolitik, gemäss Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

Kai Gärtnerkai_brb
2026-02-01

Zum heutigen Digitalen Unabhängigkeitstag wünsche ich mir, dass künftig beim Payment-Basisdienst im eingefügt und perspektivisch für alle Verwaltungsleistungen in Bund, Land und Kommunen angeboten wird, wo PayPal verfügbar ist.
@BMDS kriegen wir das hin?

Thomas Fricke (he/his)thomasfricke@23.social
2026-02-01

@tante

Wir nähern uns etwas, das wir wenigstens diskutieren können.

deutschland-stack.gov.de/gesam

Viel Pfeifen im Walde

"Wir haben angefangen den Tech-Stack mutig entlang der Ziele aus dem Koalitionsvertrag “Verantwortung für Deutschland” zu definieren"

Wenn Du sagen musst, dass Du mutig bist, hast Du Angst.

Brauchbares zu DevSecOps und zu Supply Chain.

Der KI Teil ist gefährlicher Quatsch.

#deutschlandstack #devsecops @BMDS #security

Daniel Leisegang, Chris Köver - netzpolitikgastautor.in@extradienst.net
2026-01-29

Gegen die Grundrechte

Sozialstaatsreform: Kommission empfiehlt Abbau von Grundrechten

Eine Fachkommission der Bundesregierung hat Empfehlungen vorgelegt, die den Sozialstaat bürgernäher und digitaler machen sollen. Dafür will sie den Datenschutz aufweichen und Verfahren mit Hilfe sogenannter Künstlicher Intelligenz automatisieren. Wohlfahrtsverbände warnen vor zusätzlicher Diskriminierung.

Der Sozialstaat stehe vor einem „digitalen Neustart“. Das verkündete Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD), als sie am Dienstag den Abschlussbericht der „Kommission zur Sozialstaatsreform“ entgegennahm.

Die Kommission empfiehlt insgesamt 26 Maßnahmen, um den Sozialstaat zu „modernisieren“. Sie sollen das Sozialleistungssystem vereinheitlichen, mehr „Erwerbsanreize“ für Leistungsbeziehende schaffen und rechtliche Vorgaben vereinfachen.

Das Schutzniveau des Sozialstaats werde dadurch nicht gesenkt, betonte Bas. Stattdessen zielten die Empfehlungen darauf ab, den Leistungsvollzug effizienter zu machen. Vor allem die Empfehlungen zur Verwaltungsdigitalisierung wertet die Ministerin dahingehend als „Quantensprung“.

Tatsächlich droht aber gerade hier ein Abbau elementarer Schutzvorkehrungen. Denn die Kommission will unter anderem den Datenschutz aufweichen und Verfahren weitgehend automatisiert „auch unter Nutzung von Künstlicher Intelligenz“ beschleunigen. Wohlfahrtsverbände befürchten, dass ohnehin benachteiligte Menschengruppen zusätzlich diskriminiert werden.

Plattformbasierte Modernisierung mit Sozialportal

Der Kommission gehörten Vertreter:innen des Bundes, der Länder und der Kommunen an. Vertreter:innen aus der Wissenschaft oder der Zivilgesellschaft waren in dem Gremium nicht vertreten. Es führte aber Gespräche mit insgesamt 90 Expert:innen und Interessenvertreter:innen unterschiedlicher Verbände und Sozialpartner.

Für eine „konsequente Ende-zu-Ende-Digitalisierung“ strebt die Kommission quasi im Backend eine „technisch sichere und souveräne Technologieplattform für Bund, Länder und Kommunen“ mit einheitlichen Standards und Schnittstellen an. Die Basiskomponenten dafür soll der Deutschland-Stack liefern, das Prestigeprojekt des Bundesdigitalministeriums.

Im Frontend sollen Bürger:innen alle Leistungen gebündelt über ein zentrales „Sozialportal“ einsehen sowie Anträge stellen und Bescheide abrufen können. Der Sozialstaat soll für sie so „transparenter und leichter zugänglich“ werden.

Behördenübergreifender Datenaustausch

Damit Verwaltungen leichter untereinander Daten austauschen können, sollen sie behördenübergreifend die steuerliche Identifikationsnummer nutzen. Diese lebenslang gültige Personenkennziffer erhalten alle Bürger:innen vom Bundeszentralamt für Steuern bei Geburt.

Schon die Ampel-Regierung hatte geplant, die Steuer-ID dazu zu nutzen, um Verwaltungsdaten zusammenzuführen. Jurist:innen und Datenschützer:innen kritisieren die Einführung einer solchen Personenkennzahl unter anderem mit Bezug auf das Volkszählungsurteils des Bundesverfassungsgerichts als verfassungswidrig.

Darüber hinaus spricht sich die Kommission dafür aus, das sogenannte Once-Only-Prinzip konsequent umzusetzen. Es sieht vor, dass Bürger:innen ihre Antragsdaten nur noch einer Behörde mitteilen, die diese dann an andere Behörden weitergeben kann.

Der „komplexe“ Sozialdatenschutz

Dafür müsse der Gesetzgeber aber zum einen den „komplexen Sozialdatenschutz“ aufweichen. Konkret empfiehlt die Kommission, entsprechende Regelungen im Ersten und im Zehnten Buch Sozialgesetzbuch zusammenzuführen. Zum anderen müsse dafür der Ersterhebungsgrundsatz reformiert oder gar gestrichen werden – sofern dies „mit dem verfassungsrechtlich verankerten Recht auf informationelle Selbstbestimmung vereinbar wäre“.

Der Ersterhebungsgrundsatz sieht vor, dass personenbezogene Sozialdaten grundsätzlich direkt bei der betroffenen Person selbst erhoben werden müssen und nicht etwa beim Arbeitgeber. Betroffene Person können so derzeit selbst darüber entscheiden, ob und wie ihre Daten preis- und weitergegeben werden.

Mehr KI, weniger Kontrolle

Darüber hinaus will die Kommission Verwaltungsverfahren mit dem Einsatz sogenannter Künstlicher Intelligenz beschleunigen. Auf diese Weise will sie auch den „sich verschärfenden Fachkräfteengpässen“ begegnen.

So sollen „rein regelgebundene Prozesse ohne Ermessens- und Beurteilungsspielraum“ künftig „weitgehend automatisiert ablaufen“. Damit sind Verwaltungsprozesse gemeint, bei denen ein Sachverhalt formal auf klare Voraussetzungen geprüft wird – also etwa ob eine Frist eingehalten wurde oder ein:e Antragssteller:in ein bestimmtes Alter erreicht hat.

Aber auch bei Ermessensentscheidungen soll KI verstärkt zum Einsatz kommen – allerdings nur „unterstützend“, wie der Bericht betont. Die Entscheidungen müssten „in menschlicher Hand“ verbleiben. Zugleich spricht sich die Kommission dafür aus, das sogenannte Vier-Augen-Prinzip einzuschränken. Es sieht vor, dass mindestens zwei Behördenmitarbeitende gemeinsam einen Sachverhalt prüfen.

Wohlfahrtsverbände warnen vor KI-Einsatz

Der Paritätische Wohlfahrtsverband sieht diese Empfehlungen „überaus kritisch“. „Auch ‚unterstützende‘ KI kann systematische Benachteiligung verstärken“, schreibt der Verband auf Anfrage von netzpolitik.org. „Besonders gravierend ist die fehlende Transparenz vieler KI‑Modelle und die Gefahr, soziale Feinheiten auszublenden.“ Das Vier-Augen-Prinzip sei „ein unverzichtbarer Schutzmechanismus im Sozialstaat“ und insbesondere bei KI-gestützten Verfahren wichtig. „Hier brauchen wir mehr Kontrolle, nicht weniger“, so der Verband.

„Nachvollziehbarkeit und Transparenz müssen zu jeder Zeit gewährleistet sein“, mahnt auch der Arbeiterwohlfahrt Bundesverband. Er verweist auf Forschungsergebnisse, wonach Algorithmen dazu neigen, ohnehin benachteiligte Menschengruppen weiter zu diskriminieren. „Sofern der Ermessensspielraum nicht zugunsten der Bürgerinnen und Bürger genutzt wird, muss deshalb immer durch eine qualifizierte Person entschieden werden“, schreibt die Arbeiterwohlfahrt.

Selbst dann seien die Risiken aber noch immer hoch, sagt die Bundestagsabgeordnete Sonja Lemke (Die Linke). Diverse Studien und Umfragen hätten gezeigt, dass Menschen KI-Ergebnissen recht blind vertrauten. „Daher besteht die Gefahr, dass Ermessensentscheidungen, die von der KI unterstützt werden, am Ende faktisch allein von der KI getroffen werden – mit allem Bias, rassistischen und sexistischen Vorurteilen, die in ihr stecken“, so Lemke gegenüber netzpolitik.org. „Das ist Politik auf Kosten derjenigen, die existenziell von Sozialleistungen abhängig sind.“

„Commitment“ oder Grundgesetzänderung

Die Kommission drängt auf eine rasche und einheitliche Umsetzung ihrer Empfehlungen. Bund, Länder und Kommunen müssten bundesweit geltende Vorgaben festlegen. Dazu zählen einheitliche Datenformate, Schnittstellen und IT-Dienste.

Dafür brauche es insbesondere ein „Commitment“ der Kommunen, betonte die Arbeitsministerin am Dienstag im ARD-Morgenmagazin. Nicht jede Kommune könne künftig ihre eigene Software behalten, so Bas.

Gelingt eine solche Einigung nicht, spricht sich die Kommission dafür aus, Artikel 91c des Grundgesetzes so anzupassen, dass „durch zustimmungspflichtige Bundesgesetze Standards, Sicherheitsanforderungen und Komponenten verbindlich festgelegt werden können“. Dafür braucht die schwarz-rote Koalition allerdings mindestens eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Bundestag – und damit die Unterstützung der Linkspartei oder der AfD.

Daniel Leisegang ist Politikwissenschaftler und Co-Chefredakteur bei netzpolitik.org. Zu seinen Schwerpunkten zählen die Gesundheitsdigitalisierung, Digital Public Infrastructure und die sogenannte Künstliche Intelligenz. Daniel war einst Redakteur bei den »Blättern für deutsche und internationale Politik«. 2014 erschien von ihm das Buch »Amazon – Das Buch als Beute«; 2016 erhielt er den Alternativen Medienpreis in der Rubrik »Medienkritik«. Er gehört dem Board of Trustees von Eurozine und dem Kuratorium der Stiftung Warentest an. Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Mastodon, Bluesky, Threema ENU3SC7K, Telefon: +49-‭30-5771482-28‬ (Montag bis Freitag, jeweils 8 bis 18 Uhr). Dieser Beitrag ist eine Übernahme von netzpolitik, gemäss Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

2026-01-28

Mit dem #DeutschlandStack will der Bund ein digitales Rückgrat für den Staat schaffen.

Doch wie offen und souverän wird dieses Fundament wirklich?

Wir haben uns den Prozess genau angeschaut und ein Tool entwickelt, um die Debatte transparent zu machen.

Im Blog erfahrt ihr, was nun wichtig wird und wie ihr zur 2. Konsultationsrunde aktiv werden könnt:

d-64.org/dstack/

Client Info

Server: https://mastodon.social
Version: 2025.07
Repository: https://github.com/cyevgeniy/lmst