und vor ihm werden versammelt werden alle Nationen, und er wird sie voneinander scheiden, gleichwie der Hirt die Schafe von den Böcken (Eig Ziegenböcken) scheidet.
Elberfelder 1871 – Matthäus 25,32
Alle Völker der Erde werden vor ihm versammelt werden, und er wird die Menschen in zwei Gruppen teilen, so wie ein Hirt die Schafe von den Böcken trennt.
Gute Nachricht Bibel – Matthäus 25:32
und vor ihm werden alle Völker versammelt werden, und er wird sie voneinander sondern, wie der Hirt die Schafe von den Böcken sondert. (1) gemeint sind nicht Schafböcke, sondern Ziegenböcke, und gedacht ist an den Gegensatz zwischen Schafen und Ziegen, die in Erez Israel zusammen geweidet und dann durch den Hirten für die Nacht getrennt werden. (a) Rö 14:10
Zürcher 1931 – Matth 25,32
Alle Völker versammeln sich vor seinem Angesicht. Und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirt die Schafe von den Ziegenböcken scheidet – bei der Heimkehr von der Weide treibt der Hirt die dort nicht streng getrennten Schafe und Ziegen in ihre besonderen Lagerstätten. Die Schafe sind in Palästina meistens weiß, die Ziegen hingegen schwarz (vgl. auch Hes 34,17)
Ludwig Albrecht – Matth 25:32
Und es werden vor ihm versammelt werden alle Heiden (Luther übersetzt hier (gegen seine Gewohnheit) „Völker“, aber wenn irgendwo die Übersetzung „Heiden“ am Platze ist, so gewiß hier, wo das Gleichnis solche voraussetzt. Damit ist auch die Frage beantwortet, wie es, nach der Ansicht Jesu, den Heiden am großen Gerichtstage ergehen werde.) und er wird sie scheiden von einander, gleichwie der Hirte die Schafe von den Ziegen scheidet,
Die vier Evangelien des Reinhardt – Mt 25,32
Die schwarzhaarige Sinai-Ziege ist seit Jahrhunderten in der Region beheimatet. Diese Ziegen sind gut an die Wildnis angepasst, da sie sich von Gestrüpp und Wurzeln ernähren, steile Pfade bewältigen und bei hoher Luftfeuchtigkeit und wenig Wasser überleben können. Ziegen werden traditionell eher als Haus- denn als Nutztiere geschätzt und liefern neben Milch auch Fasern für Zelte und Decken. Sie vermehren sich zwar schneller (innerhalb des ersten Jahres) und geben mehr Milch als Schafe, doch werden Ziegenprodukte auf den Märkten weniger geschätzt und die Lebenserwartung der Tiere ist geringer. Das Wort für Ziege wird im Pentateuch sechsundfünfzig Mal verwendet (von insgesamt vierundsiebzig im Alten Testament), ein Beweis dafür, wie verbreitet und wichtig sie im Patriarchat und in der Wüste sowie in den Ritualen und der Architektur der Stiftshütte waren.
Schafe und Ziegen werden seit jeher wegen ihrer natürlichen, sich ergänzenden Eigenschaften zusammen gehalten. Schafe folgen einander in der Regel eng und „scharen“ sich zusammen, um sich vor Hitze oder Kälte zu schützen. Ziegen sind klüger und unabhängiger und dienen oft als Anführer kleiner Schafsgruppen (Jer. 50:8). Schafe sind wählerische Fresser, die ausgewählte Gräser gleichmäßig über dem Boden abschneiden, während Ziegen wahllos „grasen“. Bei intensiver30 Fütterung werden die Ziegen oft getrennt, damit die sanfteren Schafe sich satt fressen können. Wenn sich die Herden nachts in der Wildnis aufhalten, benötigen die Ziegen möglicherweise einen separaten Unterschlupf, da ihr dünneres Fell weniger Schutz bietet (Jeremias 1963: 206). Schafe, die ebenfalls nachts im Pferch gehalten werden, können sich in den Wintermonaten gegenseitig wärmen.
Die Größe einer Herde schwankt beträchtlich und hängt von einer Reihe von Variablen ab, unter anderem vom Zweck der Herde (Cribb 1991: 34-37). Eine Familie mit einer Herde von fünfundzwanzig bis sechzig Tieren kann mit ihrer Arbeit ihren Lebensunterhalt bestreiten (Johnson 1969: 10), und mit Herden von mehr als sechzig Tieren ist ein Überschuss möglich. Diese und größere Herden von 200-500 Tieren werden in der Regel in den Wildnisgebieten geweidet, außer im Sommer, wenn sie sich von den Stoppeln der abgeernteten Getreidefelder ernähren. Während ein fähiger Hirte bis zu 500 Schafe und Ziegen allein auf den offenen Weideflächen hüten kann, erfordert die umfassende Arbeit der Tierhaltung im Laufe eines Jahres (einschließlich der Herstellung von Milch- und Faserprodukten) eine Reihe fähiger Arbeiter.
Ein typisches Verhältnis von einem Männchen zu zehn Weibchen kennzeichnet eine Herde, die Milch, Wolle und Fleisch liefern soll (Gen 32,14). Sowohl Schafe als auch Ziegen gebären auf der Weide. männlichen Tiere werden für den Markt oder zum Opfern gekeult. Seit der Antike konnten die Hirten in einem guten Jahr auf eine Geburtenrate von 80 % für ihre Herden hoffen (Postgate & Payne 1975: 5), wobei die Geburtenverluste durch gelegentliche Zwillinge ausgeglichen wurden. Jakob berichtet, dass er so erfolgreich war, dass Labans Herde jährlich um 100 % zunahm (Gen 31:38). Bildlich gesprochen war die Gesundheit und Vermehrung einer Gemeinschaft ein Zeichen für gute Führung (Jer. 23:3).
Timothy S. Laniak – Hirten nach meinem Herzen
συναχθήσονται Fut. Pass. -άγω. πάντα τὰ ἔθνη alle Völker (wahrscheinl. Juden u. Nichtjuden; vgl. 28,18–20 sowie 1,1; 2,1–12; 3,15–16; 8,11). ἀφ-ορίσει Fut. -ορίζω (vgl. A3391) absondern, trennen, ἀπό τινος von jmdm./etwas. αὐτούς Mask.: sinngemäße Konstruktion (Bezug auf die Menschen aller Völker [A96]). ὥσ-περ V. 14. ποιμήν4 ένος ὁ Hirte. πρό-βατον Schaf. ἔριφος (Ziegen-)Bock bzw. Pl. (neben πρόβατα) einfach Ziegen; Schafe u. Ziegen liefen auf der Weide durcheinander; abends wurden sie oft getrennt: die Schafe vertragen die Kälte, die Ziegen aber müssen zum Schutz davor zusammengetrieben werden (Carson, Mt, S. 521).
Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament
Die alte Synagoge hat einerseits gewisse Generationen, die ihre volle Strafe bereits empfangen haben, vom jüngsten Gericht ausgenommen;a andrerseits hat sie dieses aber auch wieder ausgedehnt selbst auf die Tiere u. die unfruchtbaren Bäume.
a. Sanh 10, 3: Das Geschlecht der Flut hat keinen Anteil an der zukünftigen Welt u. sie stehen nicht im (End-)Gericht; s. Gn 6, 3: Nicht wird richten mein Geist über den Menschen ewiglich (d. h. in der Ewigkeit beim jüngsten Gericht, s. bei Mt 24, 38 S. 964). — Die Leute von Sodom haben keinen Anteil an der zuk. Welt; aber sie stehen im Gericht. R. Nechemja (um 150) sagte: Weder jene noch diese stehen im Gericht; denn es heißt Ps 1, 5: „Darum werden die Gottlosen nicht stehen im Gericht, noch die Sünder in der Gemeinde der Gerechten.“ „Die Gottlosen“, das ist das Geschlecht der Flut; „die Sünder“, das sind die Leute von Sodom. Da sagte man zu ihm: In der Gemeinde der Gerechten werden sie nicht stehn, aber sie werden in der Gemeinde der Gottlosen stehn. — Das Geschlecht der Wüste hat keinen Anteil an der zuk. Welt, u. sie stehen nicht im Gericht; denn es heißt Nu 14, 35: In dieser Wüste sollen sie aufgerieben werden (in dieser Welt), u. da sollen sie sterben (für die zuk. Welt). So R. ʿAqiba († um 135). R. Eliʿezer (um 90) sagte: Vielmehr heißt es von ihnen Ps 50, 5: Versammelt mir meine Frommen, die den Bund mit mir (in der Wüste Sinai) beim Opfer schlossen. — Die Rotte Qorach wird nicht wieder heraufkommen; denn es heißt Nu 16, 33: Da bedeckte sie die Erde (in dieser Welt), u. sie verschwanden mitten aus der Versammlung (für die zuk. Welt). So R. ʿAqiba. R. Eliʿezer sagte: Über sie heißt es 1 Sm 2, 6: Jahve tötet u. macht lebendig, läßt in die Scheol hinabfahren u. führt herauf. ‖ TSanh 13, 2 (434): Die (unmündigen) Kinder der Gottlosen unter den Nichtisraeliten werden weder auferweckt noch gerichtet. Parallelstellen: TSanh 13, 6–12; pSanh 10, 29b, 48–29c, 24; Sanh 108a–110b; Aboth RN 36; pSchebiʿith 4, 35c, 29. ‖ Aus vorchristlicher Zeit s. Hen. 22, 13: (Die 4. Abteilung in der Scheol) ist so geschaffen für die Geister der Menschen, die nicht gerecht, sondern Sünder, ganz u. gar gottlos u. Genossen der Bösen waren; ihre Geister werden am Tage des Gerichts nicht bestraft werden, aber sie werden auch nicht von hier mit auferweckt werden. — Siehe Exk.: „Scheol“ usw. I, 2, e.
b. GnR 26 (17a): R. Elʿazar (um 270) hat gesagt: Es gibt niemand, der sich an einem Menschen verschuldet, es sei denn ein Mensch, gleich wie jener. R. Nathan (gegen 350?) sagte: Auch ein Wolf u. Hund. R. Huna b. Gorjon (wann?) sagte: Auch ein Stock u. ein Riemen, s. Jes 9, 3: Das Joch seiner Bürde u. den Stecken seines Nackens, die Rute seines Treibers hast du zerbrochen wie am Tage Midians מדין, d. h. wie am Tage des Gerichts כיום הדין. R. Acha (um 320) hat gesagt: Auch die unfruchtbaren Bäume werden dereinst Rede u. Rechenschaft geben müssen. Die Rabbinen sagten es auf Grund dieser Schriftstelle: Wie der Mensch, so der Baum des Feldes (so deutet der Midr Dt 20, 19). Wie der Mensch Rede u. Rechenschaft geben wird (im göttlichen Gericht), so werden auch die Bäume Rede u. Rechenschaft geben. — Parallelstelle mit zum Teil andren Autorenamen Midr Qoh 8, 9 (40a).
Strack & _Billerbeck – Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch
Dem Glanz der Erscheinung des Menschensohnes entspricht das nunmehr einsetzende Geschehen. Alle Völker werden vor ihm versammelt. Wer dies zuwege bringt, bleibt unausgesprochen. Daß dieses unermeßliche Ereignis so unauffällig und wie von selbst sich ergibt, soll den Leser beeindrucken. In vergleichbaren atl Stellen ist es Gott, der alle Völker zum Gericht versammelt (vgl. LXX Joel 4,2; Zach 14,2; Is 66,18). Bereits das verwendete griechische Wort συνάγω ist ein Term der Hirtensprache und bereitet das gleich folgende Bild vor. Doch zunächst ist zu klären, wer genau mit allen Völkern bezeichnet ist. Die Vielzahl der Interpretationsvorschläge zeigt die Unsicherheit der Exegese an: alle Heidenvölker ohne Israel; alle Heidenvölker mit Israel; alle Christen bzw. alle von Jesus berufenen Völker16; alle Völker einschließlich der Christen. Die letztgenannte Auffassung verdient entschieden den Vorzug. Eine Ableitung hat aus dem Mt-Evangelium und nicht aus vorgegebenen atl Gerichtsschilderungen zu erfolgen. Für Mt aber ist der Begriff durch die Mission geprägt, die auch die Juden nicht ausschließt. Ihre heilsgeschichtliche Rolle ist zum Ende gekommen. Eine Ausklammerung der Juden aus allen Völkern verbietet sich ebenso wie die Gegenüberstellung der Völker mit der Kirche. Vor dem Gericht des Menschensohnes hat sich gerade die Kirche zu verantworten. Nachdem Mt seine Redekompositionen beharrlich am Ende auf den eschatologischen Gerichtsprozeß ausgerichtet und damit insbesondere die Jüngerschaft angesprochen hat, ist für das Ende der letzten Redekomposition kaum etwas anderes zu erwarten. Freilich wird Mt nicht den naiven Gedanken geteilt haben, daß am Ende alle Völker christlich geworden sind, wohl aber geht er davon aus, daß alle Völker in der ganzen Ökumene mit dem Evangelium vom Reich bekanntzumachen sind (24,14). Das Verhältnis der Kirche zu den Völkern ist anläßlich der Versammlung aller vor dem Thron des Menschensohnes anders zu bestimmen. Erneut ist auf die mt Idee von der Basileia des Menschensohnes aufmerksam zu machen, die wir bereits als eine universale Größe kennengelernt haben, die nicht mit der universalen Kirche identisch ist, die darüber hinausgreift und die gesamte (Menschen-)Welt umfaßt (vgl. besonders 13,38.41). Wenn der Menschensohn alle Völker vor seinem Thron aufstellen läßt, tritt seine Basileia, die bislang nicht erkannte und in ihrer Universalität nicht erkennbare, in Erscheinung. Die Kirche ist aus diesem Raum seiner Herrschaft selbstverständlich nicht ausgeschlossen.
Gericht ist Scheidung. Veranschaulicht wird sie mit der Scheidung, die ein Hirt am Abend mit seiner Herde vornimmt. Seit J. Jeremias hat es sich durchgesetzt, die Herde in Schafen und Ziegen getrennt sein zu lassen. Die Begründung lautete, daß die Ziegen nachts wärmer stehen müssen. Auch würden sich die weißen Schafe von den dunklen Ziegen abheben. Dies erhält symbolische Bedeutung. Doch ist für galiläische Hirten fraglich, ob sie Hürden besitzen. Die Herden nächtigen auf freiem Feld oder werden in Höhlen getrieben. So liegt ein anderer Grund für die Scheidung der Herde näher. Die männlichen werden von den weiblichen Tieren getrennt, weil letztere gemolken werden. Darum möchten wir die alte Übersetzung bevorzugen, die von Schafen und Böcken sprach. Das griechische Wort (ἔριφος, ἐρίφιον) empfiehlt dies sogar. Die rechte Seite ist glückverheißend, die linke ist die Seite des Unglücks. Diese Vorstellung ist nahezu in der gesamten Kultur der Antike verbreitet: „Hier ist der Ort, da der Weg nach beiden Seiten sich spaltet: wo der rechte zur Burg hinstrebt des mächtigen Pluto, führt zum Elysium uns die Bahn. Der linke dort aber straft die Bösen und schickt sie hinab zum Pfuhl der Verruchten“ (Vergil, Aen. 6,540–544)
Herders Theologischer Kommentar zum Neuen Testament
Also hier ist die Rede vom Richterthron Christi als dem Thron der Herrlichkeit. Es wird Gericht gehalten über alle lebenden Völker, und er wird sie voneinander scheiden, wie ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet.
Mit dem Ausdruck »alle Völker« werden wohl all die zur Zeit lebenden Heidenvölker gemeint sein. Von den Toten wird nicht gesprochen. Auch wird nicht erwähnt, daß die Liebeswerke irgendwie »im Namen Jesu« getan worden sind. Und weil die »Gerechten«, von denen Jesus hier redet, ihre Liebeswerke, die sie getan haben, in keinerlei Beziehung zu dem Herrn Christus gesetzt haben, so könnte man auch von dorther meinen, daß es sich um Heidenvölker handelt. Und weil den »Gerechten« vom Richter dennoch das »Königreich« zugesprochen wird, so könnte man die Frage aufwerfen: Können Menschen selig werden allein durch Werke? Können Menschen selig werden ohne Glauben an den Herrn Jesus Christus, ohne von Ihm je gehört zu haben? Ja, könnte man nicht sogar die Frage so formulieren, daß soziale Tätigkeit, natürliche allgemeine Menschenliebe, Nächstenliebe zur Seligkeit genüge?
Es sind wahrhaftig allerschwierigste Fragen, die hier gestellt werden. Und wir werden den Sinn des Wortes vom Völkergericht nicht bis ins letzte lösen können.
Rienecker – Wuppertaler Studienbibel
Das Erscheinen aller Menschen vor ihm: „Und vor ihm werden alle Heidenvölker versammelt werden“ (Vers 32). Das Gericht des großen Tages wird umfassend sein. Jeder muss vorgeladen werden, dass er vor Christi Tribunal erscheint: alle Menschen, alle Völker, all die Völker, die aus einem Blut gemacht sind, „dass sie auf dem ganzen Erdboden wohnen sollen“ (Apg 17,26).
Die Trennung, die dann gemacht werden wird: „Und er wird sie voneinander scheiden“, wie bei der Ernte Weizen und Unkraut voneinander getrennt werden (s. Mt 13,25–30), guter Fisch und schlechter Fisch am Ufer, das Korn und die Spreu auf der Tenne. Übeltäter und Fromme leben hier zusammen und sind nicht eindeutig voneinander zu unterscheiden, doch an jenem Tag werden sie für immer getrennt werden. Sie können sich nicht selbst in dieser Welt voneinander trennen (s. 1.Kor 5,10), noch kann sie jemand anderes trennen (s. Mt 13,29), doch der Herr kennt die Seinen (s. 2.Tim 2,19) und er kann sie trennen. Dies wird damit verglichen, wie ein Hirte die Schafe von den Böcken scheidet.
Jesus Christus ist der große Hirte der Schafe (s. Hebr 13,20); er weidet jetzt seine Herde wie ein Hirte (s. Jes 40,11) und er wird bald zwischen denen unterscheiden, die ihm gehören und die ihm nicht gehören.
Die Frommen sind wie Schafe – unschuldig, sanft, geduldig, nützlich; Übeltäter sind wie Böcke, eine mehr verdorbene Art von Tier, unangenehm und ungebärdig. Die Schafe und die Böcke weiden hier den ganzen Tag lang auf der gleichen Weide, doch in der Nacht werden sie in verschiedene Pferche kommen. Nachdem er sie auf diese Weise geschieden hat, wird der Hirte „die Schafe zu seiner Rechten stellen, die Böcke aber zu seiner Linken“ (Vers 33). Christus ehrt die Frommen, wie wir denen gegenüber Respekt erweisen, die wir zu unserer Rechten stellen. Alle Teilungen und Unterteilungen werden dann abgeschafft bis auf die große Unterscheidung der Menschen in Heilige und Sünder, geheiligte und nicht geheiligte, die für immer bleiben wird.
Der Neue Matthew Henry Kommentar
»Vor ihm« deutet auf den Richterstuhl, vor dem die Menschen erscheinen werden (vgl. Jes 66,18; Röm 14,10; 2 Kor 5,10). Das »versammelt werden« geschieht durch die Gerichtsengel (vgl. Mt 13,39.41-48ff.). Entscheidend ist nun, dass es sich um »alle Völker« handelt. Es sind »alle« jemals existierenden »Völker« gemeint. D. h., es geht wirklich um das allgemeine Weltgericht wie in Off 20,11ff. Jeder ersteht auf, jeder wird gerichtet (vgl. Hebr 9,27). Das Gericht über die Christen fand allerdings schon vorher statt (Mt 25,14ff.).
Das Wesentliche an diesem Gerichtsvorgang ist das »Scheiden«. Während das Leiden in dieser Welt u. a. darin besteht, dass Böse und Gute gemischt sind – auch die Kirche ist nach Augustin ein corpus permixtum = eine vermischte Gesellschaft! -, treten jetzt beide auseinander. Das Verborgene wird offenbar. Natürlich ist die Scheidung zugleich Voraussetzung für das bevorstehende verschiedene Schicksal der Gruppen. Die Erläuterung »wie der Hirte die Schafe von den Böcken scheidet« greift auf Hes 34,17 zurück. Durch Hes 34,17 fällt der Einwand von Palästinakennern, der Hirte scheide nur »Schafe von den Ziegen«, weg. Denn »Schafe« und »Böcke« sind ein uraltes Bild für die Gerechten (4.Mose 27,17; 2.Sam 24,17; Ps 77,21; 80,2; 95,7; 100,3; Jes 53,7; Jer 11,19; Hes 34,5ff.; Mt 10,16; Joh 10,3ff.; Joh 21,16ff.) bzw. die Bösen (3.Mose 16,10.21ff.; Hes 34,17; Dan 8,4ff.). Darauf deutet auch die Fortsetzung hin. Die »rechte Seite« ist die Seite der Gnade (vgl. 1.Kö 2,19; Ps 16,11; 18,36; 73,23; 110,1; 118,15; Jes 45,1; Mt 22,44; 26,64; Mk 16,19; Apg 7,55; Röm 8,34; Eph 1,20; Kol 3,1; 1 Petrus 3,22; Hebr 1,3) , die »linke Seite« die der Ungnade.
Gerhard Maier – Edition C
Alle Nationen werden vor Ihm versammelt werden, das heißt jene, die nach den Gerichten Gottes gegen die Armeen der Schlacht von Harmagedon noch übrigbleiben. Der Herr beschreibt diesen Prozeß des Scheidens in Matthäus 24,38-41 mit anderen Worten: Dort sagt Er, daß einige zum Gericht weggenommen werden, während andere bleiben; und diese anderen sind nicht die gleichen wie die »Erwählten«, von denen es in V.31 heißt, daß sie versammelt werden. Es sind also drei verschiedene Gruppen da: Die Erwählten, die zum Gericht Hinweggerafften, und die Übriggebliebenen. (Im Gleichnis vom Unkraut und Weizen sind es nur zwei Gruppen). Diese drei Gruppen finden sich auch im vorliegenden Gleichnis: »Meine Brüder« (V.40) entspreichen »seinen Erwählten«; »die Schafe« entsprechen denen, die zurückbleiben; »die Böcke« entsprechen den Hinweggerafften.
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt
In Vers 31a gibt Jeschua den Zeitpunkt des Gerichts an: Wenn aber der Sohn des Menschen kommen wird in seiner Herrlichkeit und alle Engel mit ihm. Daniel weist darauf hin, dass es ein 75-tägiges Intervall zwischen dem Ende der Trübsal und dem Beginn des messianischen Reiches geben wird (Daniel 12:11-13). Während dieser Zeitspanne wird eine Reihe von Dingen geschehen, von denen eines das Gericht über die Heiden sein wird.
Während Jeschua den Ort des Gerichts ausließ, heißt es in Joel 3:1-3, dass es im Tal Joschafat stattfinden wird, dem Teil des Kidrontals, der die Altstadt und den Tempelberg vom Ölberg trennt.
Die Heiden, die die Trübsal überleben, werden gerichtet werden; dann wird er sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen, und vor ihm werden alle Nationen versammelt werden (Matthäus 25,31b-32). Der Begriff Nationen ist eine Übersetzung des griechischen Wortes für Heiden, ethnos, und so sollte es hier auch übersetzt werden. Letztlich geht es hier um das ewige Leben und die ewige Verdammnis für Einzelpersonen, die entweder gläubig oder ungläubig sind. Völker werden nicht in ihrer Gesamtheit danach beurteilt, ob sie gerettet sind oder nicht; deshalb sollte der Vers so lauten: „Dann wird er auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen, und vor ihm werden alle Heiden versammelt werden.“ Alle Heiden, die die Trübsal überleben, werden im Tal Josaphat zu diesem Gericht versammelt, das Jeschua als eine Trennung zwischen den Subjekten des Gerichts, den Schafen zu seiner Rechten und den Böcken zu seiner Linken, veranschaulichte (Matthäus 25:33).
Das Gericht wird sich auf die Behandlung der Juden durch die Heiden während der Trübsal stützen und entweder Antisemitismus oder Pro-Semitismus offenbaren (Matthäus 25,34-45). Die Joel-Passage identifiziert die gleiche Grundlage. Der Messias wird mit den Schafen und den Ziegenheiden getrennt umgehen, wobei er mit den Schafen beginnt: Dann wird der König zu denen zu seiner Rechten sagen: Kommt, ihr Gesegneten meines Vaters, ererbt das Reich, das euch bereitet ist von Grundlegung der Welt an (Matthäus 25,34). Er lädt sie ein, in das messianische Königreich einzutreten, weil sie Ihn mit Nahrung versorgt haben, Ihm Wasser gegeben haben, Ihm Kleidung und Unterkunft gegeben haben und Ihn besucht haben, als Er krank und im Gefängnis war. Die Schaf-Heiden, die Jeschua die Gerechten nannte (Matthäus 25,37), die Gläubigen, werden antworten, dass sie sich nicht daran erinnern, Ihn in irgendeinem dieser Zustände gesehen zu haben, noch erinnern sie sich daran, irgendetwas von diesen Dingen für Ihn getan zu haben. Jeschua wird antworten: Wahrlich, ich sage euch: Insofern ihr es einem dieser meiner Brüder, diesen Geringsten, getan habt, habt ihr es mir getan (Matthäus 25:40b). Meine Brüder sind zu unterscheiden von den Schafen und den Böcken. Zu den Schafen und Böcken gehören alle Heiden, Gläubige und Ungläubige. Daher können die Brüder nicht eine andere Kategorie von heidnischen Gläubigen sein, sondern sind Jeschuas Brüder nach dem Fleisch. Die Joel-Passage sagt deutlich, dass das Gericht über die Heiden auf ihrer Behandlung der Juden in der Trübsal basiert. Außerdem zeichnet nur Matthäus diesen Abschnitt der Ölbergrede auf, und er konzentrierte sich auf das, was für das jüdische Publikum, für das das Evangelium geschrieben wurde, besonders relevant war. Jeschua wird zu diesen Schafsheiden sagen, dass alles, was sie für das jüdische Volk während der Trübsal getan haben, ihm angerechnet werden wird, als sei es ihm getan worden. Aus diesem Grund werden sie das messianische Königreich betreten.
Arnold Fruchtenbaum – Jeschua – Das Leben des Messias aus einer messianisch-jüdischen Perspektive
https://blog.thomas-pape.de/2026/02/20/dann-werden-alle-menschen-aus-allen-nationalitaeten-auflaufen-und-er-wird-sie-in-zwei-abteilungen-aufteilen-fast-so-wie-zwei-fussballmannschaften/
#Bibel #Glaube #Glauben #Jesus