Wer die Sünde tut, ist aus dem Teufel, denn der Teufel sündigt von Anfang. Hierzu ist der Sohn Gottes geoffenbart worden, auf daß er die Werke des Teufels vernichte.
Elberfelder 1871 – 1.Johannes 3,8
Wer sündigt, stammt von dem, der von allem Anfang an gesündigt hat – dem Teufel. Doch gerade deshalb ist der Sohn Gottes erschienen: ´Er ist gekommen,` um das, was der Teufel tut, zu zerstören.
Neue Genfer Übersetzung 2013 – 1.Johannes 3:8
Aber wenn Menschen sündigen, zeigt das, dass sie zum Machtbereich des Teufels gehören, der von Anfang an gesündigt hat. Doch der Sohn Gottes kam, um die Taten des Teufels zu vernichten.
Neues Leben Bibel 2014 – 1.Joh 3,8
Wer die Sünde tut, der stammt vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an – die Sünde (sowohl seine eigne wie die jedes Menschen) hat in dem Teufel ihren Anfang o. Ausgangspunkt. –. Dazu ist Gottes Sohn erschienen, daß er des Teufels Werke zerstöre.
Ludwig Albrecht – 1.Joh 3:8
Der, der dauernd die Verfehlung begeht, gehört zum Verleumder, da der Verleumder sich von Anfang immer wieder versündigt. Dafür ist der Sohn Gottes in Erscheinung getreten, um die Arbeiten des Verleumders zu zerstören.
Andreas Eichberger – Gottes Agenda – 1.Johannes 3,8
Doch wer bewusst Schuld auf sich lädt, der hat seinen Ursprung letztlich im Zerstörer. Denn dieser teuflische Zerstörer handelt von Anfang an gegen Gottes guten Willen. Genau dazu ist der Sohn Gottes in die Welt gekommen, damit er die Machenschaften des Zerstörers zunichtemacht.
Roland Werner – Das Buch – 2009 – 1.Johannes 3:8
Johannes nennt mehrere Gründe, warum Christus offenbar wurde: (1) um den Vater zu offenbaren und uns die Gemeinschaft mit ihm zu ermöglichen, 1,2-3; (2) um unsere Sünden wegzunehmen, 3,4-5; (3) um die Werke des Teufels zu zerstören (aufzuheben), 3,8; und (4) um Gottes Liebe zu offenbaren und Gottes Leben zu schenken, 4,9. Die Tatsache, dass die Sünde zum Leiden und Sterben Christi führte, sollte für den Christen Grund genug sein, die Sünde zu hassen und vor ihr zu fliehen. Johannes definiert Sünde als Übertretung des Gesetzes. Der Christ, der in Christus bleibt (das ist die Gemeinschaft der Kapitel 1-2), wird Gottes Gesetz nicht vorsätzlich brechen. Jeder Christ sündigt, vielleicht ohne es zu wissen (Ps. 19,12); aber kein wahrer Christ wird sich absichtlich und wiederholt über Gottes Wort hinwegsetzen und ihm ungehorsam sein. Vers 6 sollte lauten: „Wer in ihm bleibt, sündigt nicht gewohnheitsmäßig“. Epheser 2,1-3 macht deutlich, dass die Unerlösten ständig sündigen, weil sie im Fleisch und für den Teufel leben. Aber der Christ hat eine neue Natur in sich und ist nicht länger Satans Sklave.
Wiersbes Erläuterungen zum Neuen Testament
διά-βολος (< διαβάλλω verleumden) subst. Verleumder; Teufel; ἐκ τοῦ διαβόλου ἐστίν (er) gehört zum Teufel (vgl. B ἐκ 3b) od. (er) stammt vom Teufel (B ἐκ 3a), d. h. er ist auf dessen Seite, steht unter dessen Einfluss bzw. ist v. dessen Wesen geprägt. ἀπʼ ἀρχῆς von Anfang (seines teuflischen Wirkens, vgl. Jh 8,44) an. εἰς τοῦτο wird erklärt durch ἵνα (statt Inf., A279; App. dazu, A353); εἰς τοῦτο … ἵνα … dazu … (näml.) um zu … λύσῃ Aor. Konj. λύω.
Neuer Sprachlicher Schlüssel zum Griechischen Neuen Testament
Diese Verse deuten stark darauf hin, daß die Lehre der Antichristen unter anderem auch auf eine Verwirrung zwischen Sünde und Gerechtigkeit abzielte. Vielleicht glaubten sie, daß es ihnen frei stehe zu sündigen, und leugneten gleichzeitig ihre Schuld und gaben vor, richtig zu handeln. Vor solchen irrigen Ideen warnt Johannes eindringlich: Laßt euch von niemand verführen (das griechische Verb verführen, planaO, das auch in 1Joh 2,26 auftaucht, ist in 1Joh 1,8 mit „sich betrügen“ wiedergegeben). Wer recht tut, der ist gerecht, wie auch jener gerecht ist (vgl. 1Joh 1,9;2,1.29 ). Aus einer rechtschaffenen Natur kann nur ein rechtschaffener Wandel erwachsen. Aber wer Sünde tut, der ist vom Teufel. Es wäre falsch, diese Feststellung abzuschwächen. Jede Sünde, welcher Art und wie groß sie auch sein mag, ist letztlich satanischen Ursprungs, denn der Teufel sündigt von Anfang an (vgl. Joh 8,44). Die Sünde entstand mit dem Satan; sie ist seine Natur und natürliche Lebensäußerung. An der Sünde teilzuhaben heißt nichts anderes, als an den Aktivitäten Satans teilzuhaben. Dazu gehört auch der Widerstand gegen das Werk des Sohnes Gottes, der gekommen ist (erschienen; vgl. 1Joh 3,5; Hebräer 9,28 a), um dieser Aktivität, den Werken des Teufels, ein Ende zu setzen (lyse, zerstöre). Selbst die geringfügigste Sünde steht im Gegensatz zum Werk Christi. Deshalb sollen die Gläubigen „den Bösen“, der hier als der Teufel bezeichnet wird, überwinden ( 1Joh 2,13-14 ) und nicht an seinem Sein und Tun teilhaben.
Die Bibel erklärt und ausgelegt – Walvoord Bibelkommentar
Ganz hart gilt: Der Sünder »ist vom Teufel«. »Wer Sünde tut«, d. h. wer nicht von einer Sünde »übereilt wird« (Gal 6,1), sondern bewusst, willentlich und fortgesetzt die Sünde tut, hat nicht Jesus Christus zum Herrn, sondern den »Teufel«. Das griechisch Wort diabolos entstammt der Bedeutung des Verbs »verleumden«. Und das ist der »Teufel«: Er »verleumdet« Gott bei den Menschen (vgl. 1Mose 3,1.4) und die Menschen vor Gott (vgl. Hiob 1,9f.). Das ist die Ursünde des Teufels. Er ist »ein Mörder von Anfang an«, sagt schon Jesus über ihn (Joh 8,44); er will den Menschen, den Geschöpfen Gottes, den Tod bringen und damit Gott selbst treffen. Der Anfang seines satanischen Seins ist Sünde, Auflehnung, Kampf gegen Gott (vgl. Jes 14,12ff.; Hes 28,12ff.). Solchen Tod bringt er über die Menschen durch die Herrschaft der Sünde. Der Sünder ist »geritten vom Satan« (Luther), lebt unter seiner verderbenbringenden Herrschaft und tut des Teufels Werke.
Doch Jesus Christus ist dazu in die Welt gekommen, »dass er die Werke des Teufels zerstöre«. »Zerstören« kann auch mit »lösen, brechen« wiedergegeben werden. Das macht deutlich, was Jesus tut: Er »löst« die Bande des Todes und der Knechtschaft der Sünde auf; er »bricht« die Macht des Teufels, die er darin hat, dass jeder Sünder ihm verfallen ist. Damit greift Jesus den stärksten Gegner frontal an und besiegt ihn. Er entreißt ihm die Menschen, die er schon so sicher in seiner Macht geglaubt hat. So ist Christus unser Erlöser (vgl. auch Ps 146,7; Jes 1,27; 42,7; 61,1; Sach 9,11; Mt 11,5; Lk 4,18; 1Petr 3,19).
Gerhard Maier – Edition C
Johannes wendet sich dabei gegen eine rein individualistische Auffassung der „Sünde“ wie der „Gerechtigkeit“. Wir stehen nicht einsam für uns selbst da. Immer sind wir eingegliedert in große Zusammenhänge und werden von einer Macht bestimmt, die uns regiert. Der Ursprung der Sünde, der Auflehnung gegen Gottes Willen, liegt im Teufel. „Wer die Sünde tut, ist aus dem Teufel, denn von Anfang sündigt der Teufel.“ Mit jeder Sünde, schon mit einem unreinen Gedanken oder einem unwahren Wort, unterliegen wir dem Einfluß des Teufels und nehmen an seiner Auflehnung gegen Gott teil. Und wenn wir nicht nur „sündigen“, sondern „die Sünde tun118“, nicht nur von ihr „übereilt werden“, sondern sie bewußt ausüben und in ihr bleiben, dann unterliegen wir nicht nur einer augenblicklichen Versuchung, sondern „sind aus dem Teufel“ und wesenhaft in seine Auflehnung gegen Gott hineingezogen. Das muß jeder wissen, der die Sünde leicht nehmen will. Und umgekehrt ist es so, daß, wer in Jesus bleibt und von ihm bestimmt und geleitet wird, nicht nur „nicht sündigt“. Bei dieser negativen Feststellung können wir nicht stehen bleiben, denn unser Leben ist fort und fort notwendig ein „Tun“. Was „tun“ wir als Eigentum Jesu? Wir „tun die Gerechtigkeit“. Nun gilt der Satz: „Wer die Gerechtigkeit tut, ist gerecht, gleichwie jener gerecht ist.“ Auch hier wieder drückt das grie „gleichwie“ nicht nur einen Vergleich aus, sondern hat einen Klang der Begründung in sich. Jesus ist „gerecht“; das hatte Johannes gerade bei der Frage der Vergebung und Erlösung in 2, 1 f hervorgehoben. Gehören wir ihm, dem Gerechten, dann wird von ihm her auch unser „Tun“ ein „Tun der Gerechtigkeit119“.
[8b] Aber hier bricht noch einmal die Frage auf: Ist das denn Wirklichkeit in unserm Leben? Bleibt nicht unser „Fleisch“, unser Ichwesen, in uns, solange wir leben, und steigt nicht „das Begehren des Fleisches“ immer neu in uns auf, wie es auch ein Paulus in Gal 5, 16 sehr wohl weiß? Geschehen nicht bei uns immer wieder schmerzliche Sünden, die als solche ebenso „Werke des Fleisches” (Gal 5, 19) wie „Werke des Teufels“ sind? Ja. Aber Johannes zeigt uns sofort aufs neue die mächtige Hilfe: „Dazu wurde offenbart der Sohn Gottes, damit er auflöse die Werke des Teufels.“ Wie wunderbar ist es, daß es das gibt: „ein „Auflösen“ der Werke des Teufels mit ihrer bindenden und knechtenden Macht.
Wir stützen uns auf dieses Wort besonders, wenn es gilt, Menschen aus dunklen Bindungen des Aberglaubens zu lösen. Und wir tun recht daran. Wir dürfen es immer aufs neue in ganzer Wirklichkeit erleben, wie Jesus in der Kraft seines Kreuzessieges diese besonderen Werke des Teufels „auflöst“ und die Gebundenen befreit und erneuert. Aber wir werden dem Satz unseres Textes nicht gerecht, wenn wir ihn auf dieses Gebiet einschränken. Dieser Satz ist, Gott sei Dank, ganz umfassend. So wie jede Sünde ein „Werk des Teufels“ ist, so ist Jesus, der Sohn Gottes, dazu offenbart, damit er jede Sünde „auflöse“ und dadurch unwirksam mache und beseitige. In dem „Auflösen“ liegt jenes „Freimachen“ der Knechte der Sünde, von dem Jesus selbst nach Jo 8, 34–36 gesprochen hat. Auf allen Lebensgebieten merken wir das „Gesetz der Sünde“ (Rö 8, 2), jenes „andere Gesetz in meinen Gliedern, das mich gefangen nimmt in der Sünde Gesetz“ (Rö 7, 23). Darum brauchen wir nicht nur bei Belastungen durch Aberglaubenssünden eine „Lösung“. Echte „Vergebung“ ist nicht nur ein tröstliches Wort, sondern ein tatsächliches Geschehen, eine Befreiung aus Fesseln der Sünde. Unsere Sünden werden „aufgelöst“, wir sind frei.
de Boor – Wuppertaler Studienbibel
Aus dem Teufel
Aber jetzt kommt der große, fatale (verhängnisvolle) Gegensatz vor uns:
„Wer die Sünde tut, ist aus dem Teufel, denn der Teufel sündigt von Anfang an“ (1. Joh 3, 8 a).
„Wer die Sünde tut“ (wörtlich: Der die Sünde Tuende) beschreibt ebenfalls, wie auch schon in Vers 4, einen andauernden, charakteristischen Zustand des Menschen ohne Christus. Das ist typisch für ihn: Er sündigt – nicht als Einzeltat, sondern grundsätzlich, fortwährend. In sittlicher Hinsicht ist er damit „aus dem Teufel“; dass heißt, er teilt seinen Charakter mit dem Teufel. Er ist nicht nur sündig, sondern ist „aus dem Teufel“ und hat ihn zum Führer, zum Gott.
Nie wird der Mensch sich das eingestehen, und doch ist es so. Johannes sagt nicht: „… ist aus dem Teufel geboren“, denn das würde Leben in sich schließen. Alles aber, was vom Teufel kommt, ist nur Tod. Er ist der Vater (Joh 8, 44) all derer, die „die Sünde tun“, und so sind sie tatsächlich „die Kinder des Teufels“ (1. Joh 3, 10).
Denn das macht die Natur des Teufels aus: Er sündigt von Anfang an. Wir haben diese Wendung ›von Anfang an‹ schon öfter in diesem Brief vor uns gehabt, schon ganz zu Beginn (Kap. 1, 1). Diese Formulierung wird von Johannes konstant benutzt, um die Offenbarung einer Person oder Sache zu zeigen, von der gesprochen wird, sie sei gut oder böse. Im Fall des Teufels wird damit der Zeitpunkt beschrieben, von dem an er nicht mehr zufrieden war, ein Engel Gottes zu sein. Von dieser Zeit an offenbart er sich in seinem Charakter als Teufel – dadurch, dass er (beständig, fortwährend) sündigt.
Der Mensch ohne Gott empfängt seine Sinnesart (Neigung) von dem Bösen. Dieser Gedanke ist gewiss erschreckend. Dennoch wird, wie soeben angedeutet, nicht gesagt, dass der Teufel seine Natur dem Menschen mitteilt. Das kann nur Gott tun, so dass Menschen „Teilhaber der göttlichen Natur“ werden können (2. Pet 1, 4). Das ist der Grund, warum nicht gesagt wird: „… aus dem Teufel geboren.“ Der Teufel kann zwar einem Menschen eine Handlung aufdrängen, aber er kann nicht sich selbst mitteilen. Er ist nicht in irgendeiner Weise der Ursprung von irgendjemandes Existenz. Schon Augustin hat gesagt: „Der Teufel machte keinen Menschen, er zeugte keinen Menschen, er schuf keinen Menschen.“ Aber da er die Quelle des Bösen ist, steht der Mensch, der in der Sünde lebt, in einer unheilvollen geistlichen Verbindung mit ihm: Die Gewohnheit seines Lebens ist dieselbe, wie sie für den Teufel typisch ist. So ist der Teufel geistlicherweise sein Vater, und er gehört dessen Familie an.
Diese „Vaterschaft“ ist total verschieden von der Vaterschaft Gottes, weil sie destruktiv (zerstörend) ist. Während Gott Neues – neues Leben, neue Menschen – schaffen kann, ist der Teufel nur die Quelle der Sünde. Und die, die ihm durch beständiges Sündigen folgen, sind „aus ihm“, sind in diesem Sinn seine „Kinder“. Erschreckender Gedanke!
Die Vernichtung der Werke des Teufels
Vor diesem dunklen Hintergrund erscheint uns die Fortsetzung unseres Verses in unserem Brief wie ein heller Lichtstrahl am Horizont:
„Hierzu ist der Sohn Gottes offenbart worden, damit er die Werke des Teufels vernichte“ (Vers 8 b).
Zum ersten Mal in diesem Brief wird hier der Herr Jesus mit Seinem vollen Titel als der ›Sohn Gottes‹ eingeführt. Bislang war von Ihm nur als dem ›Sohn‹ die Rede, wohl auch zur Abgrenzung von den Kindern Gottes. Aber um den Gegensatz zum Teufel umso deutlicher hervorzuheben, wird der volle Titel des Herrn gebraucht. Wenn der Teufel sich darin offenbart, dass er sündigt und andere zur Sünde verleitet, so ist der Sohn Gottes dazu offenbart worden, damit Er die Werke des Teufels vernichte. Er, der eine ewige Beziehung zu Gott hat und selbst ewig und Gott, der Sohn, ist, ging von dem Vater aus und kam in die Welt, um die Werke des Widersachers Gottes und der Menschen zu zerstören.
Diese Feststellung knüpft an das in Vers 5 Gesagte an, geht jedoch darüber hinaus. Er ist nicht nur offenbart worden, um unsere Sünden wegzunehmen, sondern auch um all das zu beseitigen, was der Feind an Bösem hervorgebracht hat. Dass diese Offenbarung nicht nur Sein Kommen in diese Welt, sondern auch Seinen Sühnungstod am Kreuz von Golgatha mit einschließt, hatten wir schon in Verbindung mit Vers 5 gesehen. Sein Tod ist die Grundlage dafür, dass Er die Werke des Teufels vernichtet. Diese „Vernichtung“ erstreckt sich durchaus auf die jetzige Zeit, auf die Gläubigen heute (Vers 5). Er befreit Sein Volk von der Macht der Sünde und des Satans, damit sie in dieser Welt zum Preis Seiner Herrlichkeit leben können.
Doch ist das alles? Sicherlich nicht. Es ist mit dieser Vernichtung der Werke des Teufels so ähnlich wie mit dem Vergehen der Finsternis in Kapitel 2, Vers 8. Im Blick auf den Gläubigen sind die Werke des Teufels bereits zunichte gemacht. Wunderbare Gnade! Aber die Welt ist noch voll der Folgen des teuflischen Wirkens. Es wird eines neuen Himmels und einer neuen Erde bedürfen, um sie gänzlich zu beseitigen.
Indes spricht unser Vers nicht davon, dass einmal alle Menschen von den Folgen der Sünde befreit werden. Weder hier noch an anderen Stellen der Heiligen Schrift wird solch einem Gedanken Raum gegeben. Vielmehr unterstreicht hier der textliche Zusammenhang die Tatsache, dass der Mensch durch sein Verharren in der Sünde es ablehnen kann, aus den Ergebnissen des Werkes Christi für sich selbst Nutzen zu ziehen. Gerade die Hervorhebung dessen, dass es vor Gott zwei Familien gibt, ist ein Appell an das Gewissen jedes Einzelnen: Zu welcher Familie gehörst du? Das wird über dein ewiges Los entscheiden.
Lassen wir uns also auf keine Weise verführen! Zwischen den beiden Familien liegt eine Kluft – so weit wie die zwischen Himmel und Hölle. Es gibt zwar Betrüger, die behaupten, sie hätten sie überbrückt. Aber dies bleibt bestehen: Entweder gehören wir zur Familie der Kinder Gottes oder zur Familie des Teufels. Etwas dazwischen gibt es nicht.
Christian Briem – Dies ist das ewige Leben: Eine Auslegung zum 1. Johannesbrief
Johannes entfaltet den Gedanken der beiden Familien mit einander völlig entgegengesetzten Kennzeichen – die Kinder Gottes und die Kinder des Teufels. Wenn man den Vater kennt, wird man die Kinder erkennen können: „Wer die Sünde tut, ist aus dem Teufel“. „Johannes sagt nicht: ‚ist oder wurde aus dem Teufel geboren‘; ein solches Verb würde nicht zutreffen, weil ‚geboren werden‘ Leben bedeutet, vom Teufel kommt aber nur Tod. Trotzdem ist der Teufel der Vater all derer, die sündigen (Joh 8,44), sie sind ‚die Kinder des Teufels‘ (V.10)“ (Lenski). Derjenige, der gewohnheitsmäßig und fortwährend Sünde praktiziert, ist aus dem Teufel. Er besitzt die Merkmale und Kennzeichen seines Vaters. Welches Merkmal kennzeichnet seinen Vater? „…der Teufel sündigt von Anfang“.
Wir sind schon zuvor auf das Wort „Anfang“ gestoßen. Welcher Anfang steht hier vor uns? Auf keinen Fall der Anfang ohne Anfang in der Ewigkeit, denn der Teufel ist nicht ewig, wurde erschaffen und hatte einen Anfang. Es ist damit auch nicht der Beginn des Menschengeschlechts gemeint, obwohl es ja stimmt, daß er seit diesem Zeitpunkt immer gesündigt hat. Doch er wurde lange zuvor erschaffen. Über die als „König von Tyrus“ bekannte Gestalt lesen wir in Hes 28,15: „Vollkommen warst du in deinen Wegen von dem Tage an, da du geschaffen wurdest.“ Somit wurde er erschaffen und war kein Sünder seit dem Tag seiner Erschaffung. Von ihm heißt vielmehr: „voll von Weisheit und vollkommen an Schönheit … vollkommen … in deinen Wegen“ (V.12.15). Aber er fiel in Sünde und hat seitdem gesündigt. Darum geht es in unserem Vers: „… bis Unrecht an dir gefunden wurde“ (Hes 28,15). Dies geschah, als sein Herz sich im Hochmut erhob, so daß er sagte: „Ich will … mich gleichmachen dem Höchsten“ (Jes 14,12-15). Dann sündigte er. „Der Teufel sündigt“ – dies ist seitdem sein gewohnter Lebenswandel gewesen. Seine Kinder weisen daher die gleichen Kennzeichen und die gleiche Geschichte auf: sie sündigen aus Gewohnheit von Anfang an. „Hier besteht der Gegensatz zwischen der Familie Gottes und der Familie des Teufels; in jeder Familie können die Kinder an ihrer sittlichen Ähnlichkeit mit dem Familienoberhaupt erkannt werden“ (Bruce).
„Hierzu ist der Sohn Gottes geoffenbart worden, auf daß er die Werke des Teufels vernichte“: Er wird sie zunichte machen, niederreißen und auflösen, sagt Johannes. Das ist einer der Hauptgründe dafür, warum der Sohn Gottes in die Welt kam. Natürlich geschah dies, um mich vor der Hölle zu retten und zu gewährleisten, daß ich die Ewigkeit mit Christus in Herrlichkeit zubringen kann, doch der Zweck war weit umfassender: Er wurde geoffenbart, um die Werke des Teufels zu zerstören (vgl. Luther ’56). Gott war sechs Tage lang am Werk, wonach es in 1Mo 1,31 heißt: „Gott sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut“. „Und Gott ruhte am siebenten Tage von allen seinen Werken“ (Hebräer 4,4). Seine Schöpfungsruhe war dahin, Sein Werk wurde zunichte gemacht (durch den Teufel), so daß wir lesen: „Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke“ (Joh 5,17). Die Personen der Gottheit wirken in Harmonie miteinander auf den Tag hin, wenn jede Folge des Werkes Satans beseitigt sein wird. Sie sind am Werk, das ein ewiges Ziel hat – „neue Himmel und eine neue Erde, in welchen Gerechtigkeit wohnt“ (2 Petrus 3,13). „Wenn ihm aber alles unterworfen sein wird, dann wird auch der Sohn selbst dem unterworfen sein, der ihm alles unterworfen hat, auf daß Gott alles in allem sei“ (1Kor 15,28). „Und der auf dem Throne saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu“ (Offb 21,5). Dann wird jede Folge des Werkes Satans ausgerottet und Sünde sowie die ganze mit ihr verbundene Tragödie beseitigt sein. Das Himmlische und das Irdische werden völlig miteinander versöhnt sein. Im Leben Einzelner sehen wir, wie dies der Herr Jesus als vollkommener Diener auf Erden tut, z.B. in Mk 1,29-31 .Eine Frau sollte ihm dienen, doch ihr Fieber hindert sie daran: „Und er … richtete sie auf, indem er sie bei der Hand ergriff; und das Fieber verließ sie alsbald, und sie diente ihnen.“ Auch in Mk 3 hatte ein Mann eine Hand, die hätte für Gott wirken sollen, aber sie war verdorrt. Jesus sagte: „Strecke deine Hand aus!“ Danach konnte dieser Mann für Gott arbeiten. In Mk 7 bringen sie „einen Tauben zu ihm, der schwer redete“. Er hatte Ohren, aber konnte Gott nicht hören, eine Zunge, aber konnte Gott nicht loben. Jesus machte das Werk des Teufels zunichte. In Lk 13,16 war es „eine Tochter Abrahams … welche der Satan gebunden hat, siehe, achtzehn Jahre“; Er befreite sie. Und so könnte man fortfahren, denn die Machttaten des Herrn Jesus bedeuteten die Auslöschung der Werke des Teufels, einen Vorgeschmack der herrlichen Zeit, die noch kommen wird. Was sind die „Werke des Teufels“? „Moralisch besteht dieses Werk in der Verlockung zur Sünde, körperlich in der Auslösung von Krankheit, intellektuell in der Verführung zum Irrtum“ (Stott). „Wie kann einer, in dessen Leben Sünde offensichtlich nicht vernichtet oder weggenommen worden ist, behaupten, in Christus zu sein?“ (Bruce).
Benedikt Peters – Was die Bibel lehrt
https://blog.thomas-pape.de/2026/03/05/wer-aber-ohne-gott-lebt-und-dinge-tut-auf-die-er-ueberhaupt-keinen-bock-hat-beweist-damit-nur-dass-sein-leben-dem-teufel-gehoert/
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