#FacebookMeta

Sebastian Meineck, Chris Köver, Laura Jaruszewski - netzpolitikgastautor.in@extradienst.net
2026-02-05

1500 Euro wegen illegaler Überwachung

Wer einen Instagram- oder Facebook-Account hat, kann Schadenersatz kassieren

Meta, der Anbieter von Instagram und Facebook, schneidet über „Business Tools“ mit, was Nutzer*innen auf Drittwebsites treiben. Jetzt hat ein Dresdener Gericht vier Betroffenen je 1.500 Euro Schadenersatz zugesprochen. Einer entsprechenden Sammelklage kann man sich weiterhin anschließen.

Wer einen Instagram- oder Facebook-Account besitzt und Nachrichten auf tagesschau.de liest, Unterkünfte über AirBnB bucht, Medikamente bei DocMorris.de bestellt, Partner über parship.de sucht oder Unterstützung auf krebshilfe.de oder nie-wieder-alkohol.de, der wird vermutlich von Meta dabei ausspioniert, sagt eine Liste des Mainzer Landgerichts. Der Konzern trackt nämlich das Verhalten seiner Nutzer*innen auch auf diesen und vielen weiteren Seiten. Wenn Websites „Business Tools“ von Meta einsetzen, fließen Daten an den Konzern ab – ohne Zustimmung der Website-Besucher*innen.

Das ist illegal. Vier Betroffene haben deswegen gerade je 1.500 Euro Entschädigung vom Oberlandesgericht (OLG) Dresden zugesprochen bekommen. Interessant an dem Urteil: Die Betroffenen müssen nicht nachweisen, dass sie auf bestimmten Seiten ausspioniert wurden. Es reicht, dass sie einen Facebook- oder Instagram-Account haben und dass Meta diese extreme Form der Datensammlung tatsächlich praktiziert.

Tausende solcher Klagen gegen Meta sind aktuell anhängig. Menschen, die keine Rechtsschutzversicherung besitzen und trotzdem kostenfrei an eine Entschädigung von Meta kommen wollen, können sich einer Sammelklage anschließen.

Ein Urteil mit Strahlkraft

Das OLG Dresden hat keine Revision zum Bundesgerichtshof (BGH) zugelassen. Das Urteil ist damit rechtskräftig. Es ist allerdings möglich, dass Meta eine Nichtzulassungsbeschwerde beim BGH einreicht. Wegen des geringen Streitwerts der vier Fälle wäre eine solche allerdings wohl relativ aussichtslos.

Das Urteil ist ein Leuchtturm, den andere Gerichte auf dem Schirm haben werden, wenn sie Entscheidungen zur Meta-Überwachung zu fällen haben. Demnächst werden zum Beispiel Urteile vom OLG Naumburg in Sachsen-Anhalt und einem Münchner OLG-Senat erwartet.

Das Landgericht Leipzig hatte Meta-Nutzer*innen zuvor sogar 5.000 Euro zugesprochen. Hingegen sah der 14. Senat des OLG München nur 750 Euro Entschädigung als angebracht.

Martin Schwarzbeck ist seit 2024 Redakteur bei netzpolitik.org. Er hat Soziologie studiert, als Journalist für zahlreiche Medien gearbeitet, von ARD bis taz, und war lange Redakteur bei Berliner Stadtmagazinen, wo er oft Digitalthemen aufgegriffen hat. Martin interessiert sich für Machtstrukturen und die Beziehungen zwischen Menschen und Staaten und Menschen und Konzernen. Ein Fokus dabei sind Techniken und Systeme der Überwachung. Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Mastodon, Signal: yoshi.42042. Dieser Beitrag ist eine Übernahme von netzpolitik, gemäss Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

Sebastian Meineck, Chris Köver, Laura Jaruszewski - netzpolitikgastautor.in@extradienst.net
2025-12-28

Netzpolitik ist Machtpolitik

Netzpolitik wird allzu oft als technische Detailfrage für Nerds verkannt. Doch dort verhandeln wir längst individuelle wie kollektive Freiheit, Hoheit und Macht.

Zwischen staatlichen Kontrollansprüchen und der Dominanz globaler Techkonzerne geraten die Interessen der Nutzer:innen ins Hintertreffen.

Netzpolitik ist längst keine Nischendisziplin mehr. Sie ist zu einem Feld geworden, in dem Macht ausgeübt, verschoben und abgesichert wird. Wer reguliert, überwacht oder moderiert, entscheidet nicht nur über technische Abläufe, sondern über die Bedingungen öffentlicher Kommunikation und die Hoheit über Technologien. Netzpolitik ist Machtpolitik: Das wurde im vergangenen Jahr besonders deutlich.

Ein Blick auf die großen netzpolitischen Debatten des Jahres zeigt, wie wenig es dabei um technische Fragen im engeren Sinne geht. Abgesehen von Spartenmedien, spezialisierten Interessenvertretungen und Thinktanks spricht öffentlich kaum jemand darüber, mit welchem Werkzeug was wie umgesetzt werden kann. Stattdessen wird darüber diskutiert, wer wessen Verhalten beeinflussen, Daten nutzen und Aktivitäten beobachten darf.

Bipolare digitale Welt

2025 haben Tech-Konzerne ihre faktische Rolle als Regulierungsakteure weiter ausgebaut. Plattformen wie Meta, Google oder ByteDance entscheiden täglich über Sichtbarkeit, Reichweite und Sanktionen. Und sie haben gezeigt, wie opportunistisch die Plattformbetreiber sind, wenn es darum geht, diese Gatekeeper-Stellung und die mit ihr verbundene Macht zu erhalten. Quasi im Gleichschritt gehen sie den von Trumps neofaschistischer Administration eingeschlagenen Weg mit. Stiefel schmecken im Silicon Valley anscheinend besonders gut.

Änderungen an Empfehlungsalgorithmen, der gezielte Einsatz politischer Werbung oder die Verwendung sowie der Umgang mit generativer KI können Auswirkungen auf Wahlkämpfe und mediale Öffentlichkeit haben. Diese höchst relevanten Eingriffe in die politische Öffentlichkeit erfolgen ohne demokratische Legitimation, geleitet von den Interessen der Tech-Giganten. Staatliche Regulierung könnte dieses Problem mildern, birgt damit aber auch die Gefahr, selbst Einfluss zu nehmen, der sich von den Interessen der Bevölkerung unterscheidet oder gar zulasten der Grundrechte der Nutzer:innen geht.

Der Konflikt verläuft dabei regelmäßig nicht zwischen Freiheit und Regulierung, sondern zwischen unterschiedlichen Machtzentren. Der Kampf um die Hoheit über das Netz ist überwiegend bipolar. Staatliche Stellen versuchen, Kontrolle zurückzugewinnen, die sie im digitalen Raum verloren haben, und damit staatliche Interessen zu sichern. Das können Schutz der Nutzer:innen vor der Willkür der Plattformbetreiber auf der einen Seite, aber auch etwa die angebliche Sicherstellung der öffentlichen Ordnung durch die massenhafte Überwachung der Nutzerverhalten sein. Tech-Konzerne verteidigen ihre Deutungshoheit über Plattformregeln, Datenflüsse und Aufmerksamkeit. Primär motiviert durch ihre eigenen wirtschaftlichen Interessen und die Maximierung ihrer Profitaussichten. Dazwischen stehen die Nutzenden, deren Rechte zwar nahezu gebetsmühlenartig beschworen, aber strukturell selten abgesichert werden.

Kein Raum für Freiheitsrechte?

Wer digitale Freiheitsrechte verteidigt, gerät damit in eine doppelte Abwehrhaltung. Auf der einen Seite steht der Staat, der im Namen von Sicherheit, Ordnung, Jugendschutz oder der Bekämpfung von politischer Einflussnahme immer weitergehende Eingriffsbefugnisse fordert. In diesem Jahr wurde erneut über EU-weite Chatkontrolle, biometrische Überwachung im öffentlichen Raum und den Zugriff auf Kommunikationsmetadaten diskutiert.

Auf der anderen Seite stehen Konzerne, die sich als neutrale Infrastrukturbetreiber inszenieren, tatsächlich aber eigene Interessen verfolgen. Ihre Moderationsentscheidungen sind allzu oft intransparent, ihre Beschwerdewege ineffektiv und ihre Prioritäten wirtschaftlich motiviert. Wenn Plattformbetreiber Konten sperren, Inhalte herauf- oder herabstufen oder Nutzerdaten automatisiert entwerten, fehlt es in der Praxis an rechtsstaatlichen Garantien. Nutzer:innen sind Adressaten von Regeln, an deren Entstehung sie nicht beteiligt waren.

Wer bestimmt die Regeln?

2025 hat auch gezeigt, wie eng diese Machtfragen mit geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen verknüpft sind. Debatten über chinesische Plattformen, europäische Souveränität oder US-amerikanische KI-Modelle sind Fragen der nationalen und globalen Sicherheit. Es geht um Kontrolle über Infrastrukturen und Technologien. Wer die Plattform betreibt, bestimmt die Regeln. Wer die Daten besitzt, kontrolliert die Auswertung. Und derjenige, in dessen Land sich die Infrastrukturen befinden, hat die Souveränität, sie zu regulieren – oder nicht.

Eine um den Erhalt von Freiheitsrechten bemühte Netzpolitik kann sich deshalb nicht mit abstrakten Bekenntnissen begnügen. Sie muss konkrete Anforderungen stellen: rechtsstaatliche Verfahren auch auf Plattformen, effektive Transparenz über algorithmische Entscheidungen, einklagbare Nutzerrechte und klare Grenzen für staatliche Überwachung. Regulierung ist notwendig, aber sie muss sich stets im rechtsstaatlichen Rahmen bewegen. Das heißt, sie muss in ständiger Abwägung der verschiedenen betroffenen Grundrechte geschehen und immer wieder neu vor den Nutzenden erklärt und gerechtfertigt werden. Und sie darf nicht an private Akteure delegiert werden, ohne demokratische Kontrolle sicherzustellen.

Das Netz ist politisch und bleibt es auch

Der Rückblick auf das Jahr 2025 zeigt vor allem eines: Die Illusion eines unpolitischen Netzes ist endgültig vorbei. Wer TikTok, Instagram, WhatsApp und Co. heute immer noch primär als Unterhaltungsprogramme für Teenager sieht, hat in den letzten zwölf Monaten nicht aufgepasst. Entscheidungen über Moderation, Sichtbarkeit und Zugriff sind politische Entscheidungen. Sie verteilen Macht zwischen Staat, Konzernen und Nutzer:innen. Wer Netzpolitik weiterhin als technische Detailfrage behandelt, überlässt diese Macht anderen.

Eine wesentliche Aufgabe besteht darin, digitale Räume so zu gestalten, dass sie demokratischer Kontrolle unterliegen, ohne staatlicher Totalaufsicht zu verfallen. Das ist kein einfacher Ausgleich, aber ein notwendiger. Denn wenn Netzpolitik Machtpolitik ist, dann ist die Frage nicht, ob Plattformen reguliert werden, sondern in wessen Interesse – und auf wessen Kosten.

Carla Siepmann schreibt seit 2022 frei für netzpolitik.org. Sie interessiert sich für Gewalt im Netz, Soziale Medien und digitalen Jugendschutz. Seit 2023 erscheint ihre monatliche Kolumne auf netzpolitik.org. Kontakt: carla_siepmann@mailbox.org, @CarlaSiepmann. Dieser Beitrag ist eine Übernahme von netzpolitik, gemäss Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

2025-10-15

Høringsinnspill til DSA

EUs forordning om digitale tjenester er et skritt i riktig retning.

attac.no/2025/10/15/horingsinn

Frontend Dogmafrontenddogma@mas.to
2025-10-05

How Does Meta Move Terabytes of Data per Second?, by @vutrinh274:

archive.fo/7jGoA

#facebookmeta #tooling #dataengineering

Gabor Hejagheja
2025-06-05
A cropped screenshot of Facebook Messenger, showing the chat list with the Meta AI button. The logo (a circle) is off-center in a circular button.
2025-05-22

Facebook / Insta Business Seiten sind öffentlich. Facebook nutzt Daten aus öffentlichen Quellen für das KI-Training. Der Widerspruch für private Profile HAT KEINE Auswirkungen auf das Business Profil. Business Profile werden ab dem 28. Mai 2025 für das KI Training genutzt. (Quelle: E-Mail von Facebook 22.5.2025)
dtnschtz.de/facebook-ki-widersprechen/
#meta #metaai #ki #kitraining #metakitraining #datenschutz #aiact #FacebookMeta #facebook #instagram #aitraining

2025-05-12

Høringsinnspill til MDGs forslag for sosiale medier

Les Attacs innspill til MDGs forslag på Stortinget

attac.no/2025/05/12/horingsinn

Tenåringer sitter på rad med mobiltelefoner
2024-07-05

EU retter skytset mot teknologimonopolene. Hva gjør Norge?

Apple, Meta og Microsoft har brutt EUs nye regler for digitale markeder.

attac.no/2024/07/05/eu-retter-

2024-05-23

Thats me done with #FacebookMeta #facebook #OpenAI

skuaskua
2024-05-21

@PrivacyDigest
And is cool with that.

Tech Multiversetechedge
2024-05-19

Asus and Meta collaborate to develop a VR gaming headset

Please Visits

jobzlelo.com/

Justice pénale à prendre contre #FacebookMeta pour ingérence électorale européenne.

Gerhards Gedankenbuchgerhardsgedankenbuc@squeet.me
2024-03-24

Mein persönlicher Datenschutz

Mir liegt Datenschutz zwar sehr am Herzen, aber ich lebe ihn nicht widerspruchsfrei:

~ Ich habe ein Google-Konto, das ich auch nutze - als zweites Email-Konto und als Anbieter für mein Blog.
~ Allein mit meinem Blog gebe ich sehr viel Persönliches von mir preis. Das würde sich auch nicht ändern, wenn ich mein Blog selbst hosten würde, weil die Beiträge in beiden Fällen öffentlich wären. Nichtsdestotrotz achte ich dort sehr sorgfältig auf den persönlichen Datenschutz der Menschen, über die ich schreibe. Ausgenommen sind die Personen, die ohnehin in der Öffentlichkeit stehen.
~ Facebook & Co. meide ich mit Ausnahme von WhatsApp. Dort habe ich derzeit jedoch nur zwei unregelmäßige Kontakte.
~ Zur Nutzung von Google auf dem Desktop und auf dem Smartphone (Android) gibt es zwar Alternativen. Aber für deren Einrichtung fehlen mir Geduld und Wissen.

Und wie sollte ich meine persönlichen Daten gegenüber Behörden - z.B. Jobcenter und Sozialamt - schützen? Das ist absolut unmöglich. Gegenüber diesen Behörden kann ich mich weder auf Datenschutz noch auf Privatsphäre berufen, weil ich dann keine Leistungen bekäme und auf die Straße "umziehen" müsste. Ich finde diesen fehlenden Datenschutz am Gefährlichsten, weil mir die Behörden meine Existenzgrundlage entziehen können. Und ohne Geld bzw. mit viel zu wenig Geld nutzt mir der Datenschutz im Internet rein gar nichts.

Zudem bin ich in meinem Blog, in meinen sozialen Netzwerken und in Kommentaren mit meinem Klarnamen unterwegs. Für manche mag das Dummheit sein, für mich ist es Authentizität - ich stehe zu dem, was ich sage und schreibe.

#gerhardsgedankenbuch #datenschutz #blog #google #facebook/meta #geduld #wissen #sozialamt #privatsphäre #existenzgrundlage #klarname #authentizität

2024-03-05

Edit: it's back up!

Welp any #facebookmeta platforms login system is down. Wondering if someone's ddosing the oauth system given that it's #SuperTuesday

#facebook #instagram

Kagan MacTane (he/him)kagan@wandering.shop
2023-12-22

Some people seem to think that maybe on the Fediverse, Threads will engage in reasonable moderation, or generally behave like a decent company. This despite the fact they've engaged in so much evil that's been amply documented.

Don't fall for it! Why would they change now?

#FediverseMeta #Threads #Facebook #FacebookMeta

Charlie Brown running toward Lucy, holding a football for him to kick (or, for her to snatch away at the last minute, leading to him flying through the air and landing on his back). Lucy is labeled "Meta/Threads", and Charlie Brown is labeled with the statement, in quotes, "Maybe they won't be evil this time!"

Client Info

Server: https://mastodon.social
Version: 2025.07
Repository: https://github.com/cyevgeniy/lmst