#Standortdaten

2026-01-30

Dauerhaftes Standort-Teilen mit Beziehungspartner*innen, Familie und Freund*innen?

Ein Thema mit dem wir uns alle beschäftigen sollten, da es unsere privatesten Beziehungen treffen kann.
Unsere @ueckueck hat im Auftrag des @c3d2 der @tazgetroete zu diesem Thema kleines Interview gegeben.

Die Risiken des dauerhaften Standort-Teilens mit den Liebsten, welche Gefahren das birgt in Bezug auf Datensicherheit und die Implikationen gegenseitiger Überwachung auf das persönliche miteinander.

Der gesamte Artikel hat es bis auf die Titelseite der Wochen-#taz geschafft! Falls ihr die letzte #Wochentaz verpasst habt, den Artikel gibt es hier online:

taz.de/Standortteilen-im-Handy

#c3d2 #ccc #Piraten #Sachsen #Überwachung #Standortdaten #Standortdatenteilen

Eine nachgebildete Ausgabe einer Zeitung mit Ückück und dem Logo der taz.
Constanze Kurz - netzpolitikgastautor.in@extradienst.net
2026-01-27

Praktisch jedes Handy

ADINT: Überwachungsfirmen können Menschen mit „anonymen“ Werbe-IDs ausspionieren

Meist im Verborgenen bereiten Unternehmen Daten aus der Online-Werbung für Geheimdienste auf. Manche prahlen damit, praktisch jedes Handy verfolgen zu können. Eine Recherche von Le Monde gewährt seltene Einblicke in eine Branche, die auch europäische Sicherheitsbehörden umwirbt.

Überwachungsfirmen, die auf Daten aus der Online-Werbeindustrie zurückgreifen, umwerben offenbar offensiv europäische Sicherheitsbehörden. Das geht aus einer am 22. Januar veröffentlichten Recherche von Le Monde (€) hervor. Die französische Zeitung konnte mehreren vertraulichen Werbe-Präsentationen unterschiedlicher Hersteller beiwohnen und Gespräche mit französischem Sicherheitspersonal führen.

Die Recherche zeigt, wie aktiv mehrere sogenannte ADINT-Firmen auch in Europa für ihre Dienste werben. Die Abkürzung steht für advertising-based Intelligence, werbebasierte Erkenntnisse. Es geht um einen anscheinend wachsenden Zweig der globalen Überwachungsindustrie, der sich darauf spezialisiert hat, Daten aus dem Ökosystem der Online-Werbung für staatliche Akteure aufzubereiten. Insbesondere für Handy-Standortdaten ist die Online-Werbebranche wohl eine Goldgrube, wie nicht zuletzt unsere Databroker-Files-Recherchen gezeigt haben.

Le Monde gibt nun neue Einblicke in die Selbstvermarktung einer sonst verschlossenen Branche. „Jedes Gerät, jederzeit, überall“, so lautet beispielsweise der Slogan einer ADINT-Firma. „Wir sammeln permanent Daten“, rühmt sich der Vertreter einer anderen. Mindestens eine Person aus französischen Sicherheitsbehörden hat das dem Bericht zufolge beeindruckt.

Von wegen anonym: Daten sammeln, Menschen finden

Für ADINT machen sich Firmen und Behörden zunutze, dass die Online-Werbeindustrie in den vergangenen Jahrzehnten den wohl größten Überwachungsapparat der Menschheitsgeschichte aufgebaut hat. Im Mittelpunkt stehen populäre Handy-Apps. Von dort fließen Standortdaten und andere Informationen in einem unübersichtlichen Ökosystem aus hunderten bis tausenden Firmen, für die Betroffenen weitgehend unkontrolliert. Tracking-Unternehmen, Datenhändler und ADINT-Dienstleister sammeln diese Daten auf unterschiedlichen Wegen ein und gründen darauf ihr Geschäft.

Insgesamt habe LeMonde um die 15 Firmen gezählt, die ADINT-Dienstleistungen anbieten. Darunter mehrere Anbieter mit Sitz in Israel oder den USA wie Penlink, Rayzone, Cognyte und Wave Guard. Doch auch das italienische RCS Lab biete mit seinem Produkt Ubiqo laut Bericht ADINT-Services an. Die genannten Anbieter ließen eine Presseanfrage von netzpolitik.org unbeantwortet.

Eine Vertriebsperson von RCS Lab soll dem Bericht zufolge in einer vertraulichen Präsentation damit geprahlt haben, man könne mit hoher Trefferquote Personen hinter pseudonymen Werbe-IDs identifizieren. Das sind einzigartige Kennungen, die mobile Betriebssysteme von Apple und Google ihren Nutzer*innen verpassen. Apps schicken diese Kennungen ins Werbe-Ökosystem, oftmals gemeinsam mit Standortdaten. Gelegentlich werden solche IDs als „anonym“ bezeichnet.

Laut Le Monde wolle RCS Lab mithilfe von Werbedaten angeblich 95 Prozent der italienischen Handys de-anonymisieren können. Die Zeitung bezieht sich dabei auf Aussagen eines Verkäufers. Auf offizielle Anfrage habe das Unternehmen das gegenüber Le Monde jedoch „vehement“ bestritten.

Durchwachsene Datenqualität

Wie leicht es möglich ist, konkrete Personen mithilfe von Standortdaten aus der Werbe-Industrie zu identifizieren, zeigen die Databroker-Files-Recherchen von netzpolitik.org, dem Bayerischem Rundfunk und Partnermedien. Mit verhältnismäßig einfachen Mitteln und kostenlosen Vorschaudatensätzen ist das mehrfach gelungen. Welcher Aufwand notwendig wäre, um dies im großen Stil zu machen, lässt sich nur schätzen.

Laut Le Monde haben jedoch auch andere Firmen mit ihren Fähigkeiten geworben, Personen gezielt zu identifizieren. Auf der Fachmesse für innere Sicherheit Milipol habe etwa das Unternehmen Wave Guard im Jahr 2025 seine „ADINT-Deanonymisierungsplattform“ vorgestellt. Auch Rayzone und Cognyte hätten demnach ähnliche Fähigkeiten versprochen. Penlink wiederum solle Ermittlern gesagt haben, es nutze gehackte und geleakte Daten aus dem Internet, um Standortdaten und Werbe-IDs echten Personen zuzuordnen.

Im Widerspruch zu vollmundigen Marketing-Versprechen der Branche steht die mangelhafte Qualität der Daten aus der Online-Werbeindustrie. Einer Studie des NATO-Forschungszentrums Stratcom aus 2021 zufolge könnten wohl nur 50 bis 60 Prozent der kursierenden Werbe-Daten als präzise angesehen werden. Die Vertriebsperson eines israelischen Unternehmens habe gegenüber Le Monde geschätzt, dass sogar 80 bis 85 Prozent der Daten, die sie sammeln, unbrauchbar seien.

Realistischerweise könne man weltweit etwa zehn oder 15 Prozent der Handys mit ADINT überwachen, soll eine andere anonyme Quelle geschätzt haben, wie Le Monde berichtet. Für Strafverfolgung eigne sich das weniger, für Geheimdienste jedoch mehr.

Zur Zielgruppe zählt offenbar auch der private Sektor

Beworben werden solche Überwachungsprodukte offenbar auch als Werkzeuge, um Migrant:innen ins Visier zu nehmen. So berichtet Le Monde aus einer vertrauliche Präsentation des Unternehmens Rayzone, das sein ADINT-Produkt als Waffe im „Kampf gegen illegale Migration“ angepriesen haben soll. Durch das gezielte Sammeln von Werbe-IDs an bekannten Grenzübergängen für Geflüchtete sollen Behörden demnach in die Lage versetzt werden, Telefone zu identifizieren, die dort regelmäßig auftauchen. So könnten etwa Schleuser gefunden werden. Gegenüber Le Monde habe Rayzone mitgeteilt, Kund:innen streng zu prüfen. Das Produkt könne nur für bestimmte Zwecke eingesetzt werden, etwa um Kriminalität oder Terror zu verhindern.

Bekannt ist, dass in den USA die paramilitärische ICE-Truppe bereits ADINT-Dienstleister nutzt, um Menschen für die Deportation aufzuspüren. Neu ist hingegen, dass ADINT-Firmen ihre Produkte offenbar nicht nur an staatliche Abnehmer verkaufen. Dem Bericht von Le Monde zufolge soll beispielsweise Wave Guard seine Dienste auch als Werkzeug für Finanzinstitute vermarkten – für „verbesserte Sicherheit und Betrugsprävention“.

Ob auch deutsche Behörden ADINT-Produkte beziehen, ist nicht öffentlich bekannt. Expert:innen halten das für wahrscheinlich, da diese Praxis in anderen europäischen Ländern wie Norwegen und den Niederlanden bereits belegt ist. Erst im Dezember verweigerte die Bundesregierung jedoch der Bundestagsabgeordneten Donata Vogtschmidt (Die Linke) eine Antwort auf diese Frage.

Ingo Dachwitz ist Journalist und Kommunikationswissenschaftler. Seit 2016 ist er Redakteur bei netzpolitik.org und u.a. Ko-Host des Podcasts Off/On. Er schreibt häufig über Datenmissbrauch und Datenschutz, Big Tech, Plattformregulierung, Transparenz, Lobbyismus, Online-Werbung, Wahlkämpfe und die Polizei. 2024 wurde er mit dem Alternativen Medienpreis und dem Grimme-Online-Award ausgezeichnet. Ingo ist Mitglied des Vereins Digitale Gesellschaft sowie der Evangelischen Kirche. Seit 02/2025 ist sein Buch erhältlich: “Digitaler Kolonialismus: Wie Tech-Konzerne und Großmächte die Welt unter sich aufteilen”. Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Mastodon, Bluesky, FragDenStaat. Dieser Beitrag ist eine Übernahme von netzpolitik, gemäss Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

Ückück :ueckueck: :pd:​ :af:ueckueck@dresden.network
2026-01-24

Ich bin in der Titelstory der #Wochentaz \o/

Mit Laura Catoni habe ich vor einiger Zeit über den Trend des privaten Standortdatenteilens und meine Bedenken darüber gesprochen. Heute ist ihr sehr spannender Artikel dazu in der @tazgetroete erschienen. Ihr bekommt die Ausgabe am Kiosk eurer Wahl und der Artikel ist sogar schon online: taz.de/Niemehralleinunterwegs/

Edit: Link ergänzt.

#taz #Überwachung #Standortdaten #Standortdatenerfassung #Standortdatenteilen

Ich, große runde Brille und Ponyfrisur, zeige die Titelseite der Wochentag in die Kamera und Gründe dabei ganz doll. Darauf zu lesen "Ich will wissen, wo du bist!".
2026-01-11

Die #US-Migrationsbehörde #ICE nutzt kommerzielle #Standortdaten, um Menschen ohne Haftbefehl zu verfolgen.

Die #Tracking-Daten stammen aus der Werbebranche: Über Daten aus Handy-Apps oder das Online-Werbegeschäft fließen GPS-Koordinaten, WLAN- und IP-Daten an Datenbroker. Was von diesen angeblich nur für personalisierte #Werbung gesammelt wird, wird dann an Überwachungsfirmen verkauft.

Das System kann ganze Nachbarschaften überwachen und Bewegungsprofile erstellen.

nd-aktuell.de/artikel/1196728.

Scripter :verified_flashing:scripter@social.tchncs.de
2025-12-23
2025-12-19

Eben wurde mir #Kleinanzeigen Pur beta angeboten. Angeblich ohne Werbetracking Dritter. Habe mal nachgefragt was genau das bedeutet. Ich sehe aktuell 15 Tracker von Drittanbietern. Und was ist mit internem Tracking, #Standortdaten + ggf. Veräußerung dieser Daten an Dritte? Schauen wir mal was Kleinanzeigen antwortet. #DataBroker #Tracking #onlinewerbung #Werbedaten

FAQ zu Kleinanzeigen Pur Beta
2025-12-19

Kaufen deutsche Sicherheitsbehörden Standortdaten von Datenhändlern? Ein Bundestagsgutachten sieht Hinweise darauf, die Bundesregierung will es nicht ausschließen.

Experten halten solche Käufe für rechtswidrig.

Unsere neuste Recherche zum Thema Datenhandel, wie immer zusammen mit @sebmeineck und @roofjoke von @netzpolitik_feed

➡️ bei @tagesschau und @BR24 zum Lesen und Hören:

tagesschau.de/investigativ/br-

br.de/nachrichten/deutschland-

#databroker #databrokerfiles #standortdaten #datenhandel

2025-12-19

Kaufen deutsche Sicherheitsbehörden Standortdaten von Datenhändlern?

Kaufen deutsche Sicherheitsbehörden Standortdaten von Datenhändlern? Ein Bundestagsgutachten sieht Hinweise darauf, die Bundesregierung will es nicht ausschließen. Experten halten solche Käufe für rechtswidrig.

➡️ tagesschau.de/investigativ/br-

#Standortdaten #Datenkauf #Sicherheitsbehörden

Karl Voit :emacs: :orgmode:publicvoit@graz.social
2025-12-03

"Der neue #Satellit soll wie schon die Anlage auf der ISS auf die winzigen Sender reagieren, die etwa auf Zugvögeln, Fledermäusen oder Meeresschildkröten sitzen. Die Daten zeigen, wo sich die #Tiere aufhalten und wohin sie sich bewegen. Erstmals solle das System weltweit nahezu in Echtzeit funktionieren, erklärte Wikelski. In den vergangenen drei Jahren arbeitete das Team zudem daran, die #Tiermarken selbst auf ein Gewicht von einem Gramm zu reduzieren – etwa so viel wie eine durchschnittliche Büroklammer – und dabei deren Fähigkeit zu erhalten, ein Jahr lang #Standortdaten zu senden." 🤯 😲

derstandard.at/story/300000029

Echt jetzt? Batteriebetriebene Satellitenkommunikationsgeräte inklusive GPS-Logger mit einem Gramm Gewicht? Da hätte ich jedem Drehbuch einen Mangel an Realismus vorgeworfen.

#Überwachung #Biologie #Tiertracking 🔋

2025-11-25
Digital Fights

https://netzpolitik.org/2025/digital-fights-digital-bytes-datenhaendler-auf-die-leiter-jagen/

Digital Bytes: Datenhändler auf die Leiter jagen

Datenhändler verkaufen genaue #Standortdaten von potenziell allen Menschen, die ein Handy haben. Seit zwei Jahren recherchieren wir im Dschungel der #Databroker und haben dabei schon mehr als 13 Milliarden Standortdaten angehäuft, ohne einen Cent zu zahlen. Wie tief ist der Abgrund der Werbe-Industrie?

#netzpolitik

Credits: CC-BY-NC-SA 4.0
2025-11-06

@tagesschau
NEIN!
Doch.
OH!

Aber auf die DSGVO schimpfen und in Deutschland Amthor auf die Deregulierung hetzen...

Genau mein Humor. 🤦🏼‍♂️

#EU #Standortdaten #Spionage #Datenhandel

apfeltalk :verified:apfeltalk@creators.social
2025-11-05

Standortdaten von EU-Spitzenbeamt:innen auf dem Datenmarkt – Bericht zeigt Schwächen auf
Ein neuer Bericht zeigt, dass sich die Standortdaten von EU-Offiziellen einfach auf dem freien Markt erwerben lassen. Trotz europäischer Da
apfeltalk.de/magazin/news/stan
#News #Sicherheit #Datenhandel #Datenmissbrauch #Datenschutz #DSGVO #EU #EUKommission #Parlamentsmitglieder #Sicherheit #Standortdaten

2025-11-04

Dem Reporterteam liegt kostenloses Probematerial von Datenhändlern vor, das #Standortdaten von Millionen #Handys aus #Deutschland und der #EU umfasst.

Reaktionen: Keiner ist verantwortlich 🤦‍♂️ heise.de/news/Spionage-via-Onl

#Datenschutz #Android #CustomROM #Fdroid

Verfassungklage@troet.cafeVerfassungklage@troet.cafe
2025-11-04

#DatabrokerFiles:

#Datenhändler verkaufen metergenaue #Standortdaten von #EU- SPersonal

Exakte #Ortungen, verräterische #Bewegungsmuster: Die #Handy- #Standortdaten von Millionen Menschen in der #EU stehen zum Verkauf. Angeblich nur zu #Werbezwecken erhoben, lassen sich die Daten auch für #Spionage nutzen. Der #europäische #Datenschutz versagt, selbst EU-Spitzenpersonal in #Brüssel ist betroffen. Die #EU- #Kommission sagt: „Wir sind besorgt.“

netzpolitik.org/2025/databroke

Verfassungklage@troet.cafeVerfassungklage@troet.cafe
2025-11-04

#DatabrokerFiles:

Das Wichtigste zur #Spionage-Gefahr durch #Handy- #Standortdaten in der #EU

Unsere neueste Recherche zu 278 Millionen #Standortdaten, mit denen sich #EU und #NATO ausspionieren lassen, schlägt in Brüssel hohe Wellen. Die #EU_Kommission zeigt sich besorgt, #EU_Abgeordnete fordern Konsequenzen. Allen ist klar: #Werbe- #Tracking und #Datenhandel gefährden die #Sicherheit #Europas.

netzpolitik.org/2025/databroke

2025-11-04

Spionagerisiko - Standortdaten von EU-Personal gehandelt 

Händler bieten Bewegungsdaten von Millionen EU-Bürgern zum Verkauf an. Weil sich nach Recherchen von BR und netzpolitik.org auch Personal von EU-Institutionen ausspähen lässt, passt die Kommission ihre Richtlinien für Mitarbeiter an.

➡️ tagesschau.de/investigativ/br-

#EU #Standortdaten #Spionage #Datenhandel

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