Die Liberalen und die rechte Gefahr
Anmerkungen zu Daniel-Pascal Zorns Artikel âZu stoĂen was fĂ€lltâ in der WeltbĂŒhne Nummer 1 von Mai 2025 (Berliner Verlag GmbH)
In der im FrĂŒhjahr wieder aufgelegten Monatszeitschrift #WeltbĂŒhne nennen die beiden Herausgeber die Tradition des Blattes âzu gleichen Teilen (âŠ) links und bĂŒrgerlichâ.
Links ist Thomas #Fasbender, bis vor wenigen Tagen einer der beiden Verantwortlichen, nicht. Der Verlag wies vor kurzem den vielfachen Vorwurf der ârechten Mogelpackungâ zurĂŒck. Aber: âInwieweit Autoren mit DenkansĂ€tzen der intellektuellen Rechten in der WeltbĂŒhne vertreten sein können oder nicht, ist eine wichtige Diskussion, die wir engagiert fĂŒhren.â
Lechts und rinks statt rechts und links, wieder eine Debatte in falschen GegensÀtzen.
Ich möchte auf den Beitrag âZu stoĂen was fĂ€lltâ von Daniel-Pascal Zorn eingehen. Er ist (unter anderem) einer der drei Autoren von âMit Rechten redenâ (Stuttgart 2017) und Berufsphilosoph an der Bergischen UniversitĂ€t Wuppertal. Per #Leo, Mitautor von âMit Rechten redenâ, wurde gerade Nachfolger von Fasbender bei WeltbĂŒhneâŠ
Zorn beschĂ€ftigt sich in der WeltbĂŒhne mit dem â von ihm diagnostiziertem â #Machtkampf zwischen den #Liberaleân und den #Rechteân in den LĂ€ndern des Westens.
Der erste Teil analysiert die globale Lage und ist eine Mischung aus sterilem #Politologensprech und #Tagesthemen-Kommentar. Wir tauchen ein in die simple Welt der von Zorn zitierten deutschen talking heads Herfried #MĂŒnkler und Carlo #Masala und finden ganz viel Realismus. Zum Beispiel: âDie internationalen BĂŒndnisse sind brĂŒchig geworden. Es regiert der Eigennutz vor dem Idealismusâ, âdie westliche Werteordnung [als] die Berufung auf #Freiheit und #Menschenrechte â und so weiter.
Praktischerweise kann Zorn sich mit diesem Artikel in den Pulk der deutschen Israelfreund*innen und/oder Totschweiger*innen einreihen, der seit einigen Wochen plötzlich, nach anderthalb Jahren, den #Völkermord und den Bruch des Menschen- und des internationalen Rechts benennen kann. Allerdings ist seine Kritik sehr vorsichtig, mensch weiĂ ja nie⊠#Biden hat nur âweggeschautâ, Europa lĂ€sst #Trump machen und hat deshalb die âGlaubwĂŒrdigkeit der westlichen #Werteordnung pulverisiertâ.
Das stimmt so nicht, denn ohne die politische, ökonomische und militĂ€rische UnterstĂŒtzung Israels durch die #USA wĂ€re dieses seit 686 Tagen und NĂ€chten verĂŒbte, weltgeschichtliche Verbrechen unmöglich gewesen.
Und bereits am 11. Oktober 2023, drei Tage nach Beginn der Blockade und der Bombardierungen, haben Bidens Berater*innen das Vorgehen der israelischen #Armee als #Kriegsverbrechen eingestuft!
Die berĂŒchtigten genozidalen ĂuĂerungen von #Netanjahu, #Galant, #Herzog und vielen anderen stammen aus den ersten Tagen nach dem 7. Oktober, und werden immer wieder erneuert.
Mit seinen lauen Distanzierungen bleibt Zorn also weiter nahe bei den schrecklichen Freunden Israels.
Wenigstens ist er nicht bei den âProfs against antisemismâ gelistet. Allein aus #Wuppertal haben dort 13 Lehrende im Juli 2024 unterschrieben, um jegliche legitime Kritik an Israels Politik mit dem Antisemitismus-Vorwurf zu markieren und zu diskreditieren. Alles unter FĂŒhrung von Professor Stefan #Liebig, der auch gerne bei der rechten âWerteinitiativeâ zu Gast istâŠ
Im zweiten Teil schreibt Zorn ĂŒber die von ihm befĂŒrchtete rechte #Revolution in der und gegen die bĂŒrgerlich-liberale Gesellschaft. Dabei wird es grundsĂ€tzlich: âOft wird dann, weil eine Utopie eben nirgendwo verwirklicht werden kann, etwas Schlechtes daraus.â Und auch ganz lyrisch: âWut, Rache und Hass fĂ€rben die Welt rot.â
Anscheinend geht es Zorn darum, rechtsoffene Lesende der WeltbĂŒhne zu warnen: âDas Chaos der Revolution ist (âŠ) der Zusammenbruch der Zivilisation, ein Zustand der Rechtlosigkeit und des BĂŒrgerkriegs.â
BĂŒrgerliche Hölle oder faschistischer Alptraum, mehr gibt es also gar nicht?
(...)
Weiterlesen im Beitrag von @sebastianschroeder bei trueten.de
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